574 Vanderbourg Vaiidiemenöland
Feldzuge gegen Rußland, 1812, entzweie er sich mit dem König von Westfalen,Hieronymus, und ward nach Hause geschickt; im Feldzugc 1813 commandirte eranfangs in Westfalen und Nicdersachsen gegen die Russen. Hier war es, wo er imApril als Präsident des Kriegsgerichts in Bremen 2 edle deutsche Männer, L. v.B erger (s. d.) und Fink, zum Tode vcrurtheilte und erschießen ließ, obgleich derAnkläger nur aufGefangnißstrafe angetragen hatte. Am 30. Aug. 1813 verlor V.die Schlacht bei Kulm (s. d.), ward gefangen und nach Moskau, von hier abernach Wiatka, in der Nähe der Grenze von Sibirien, abgeführt. Nach dem Frie-den von 1814 kam er nach Frankreich zurück, mußte aber Paris verlassen. Nachdem 20. März 1815 trat er wieder auf, und Napoleon ernannte ihn zum Pair vonFrankreich. Er führte in Belgien das 3. Armeecorps bei dem Heertheile unter demMarschall Grouchy, und focht bei Wavrcs. Nach Napoleons Niederlage bei Wa-terloo zog er sich mit seinem Corps und der Artillerie geschickt zurück und wollte Pa-ris decken; allein in Folge der Capitulation führte er das 3. und 4. Corps hinter dieLoire. Durch die Ordonnanz vorn 24. Juli 1815 entsetzt, begab er sich auf seinLandgut, ward aber durch eine zweite Ordonnanz vvm 12. Jan. 1816 verbannt.Er flüchtete sich anfangs nach Gent, erhielt jedoch nicht die Erlaubniß, dort zubleiben; daher schiffte er sich nach Nordamerika ein und lebte daselbst 2 Jahre. Erkehrte dann ohne Erlaubniß nach Frankreich zurück, und ward abermals verwiesen.Jetzt hielt er sich auf seinem Landgute bei Gent auf, bis er die Erlaubniß zur Rück-kehr erlangte. Er trat in die Armee wieder ein, ward aber durch die Ordonnanz vomScpt. 1824 auf halben Sold gesetzt. In Cassel, seinem Geburtsorte, hat V. aufeigne Kosten ein Hospital gegründet, was die Erinnerung an die Schrecken desKriegs, welche V.'s Namen begleiten, schwächen mag! 20.
Vanderbourg (Charles Bvudens de), seit 1814 Mitglied der königl.Akad. der Inschriften und schönen Wiffensch. zu Paris, war in seiner Jugend See-ofsicier, wanderte im Anfange der Revolution nach Deutschland aus, und studirlehier die deutsche Literatur. Unter der Consularregierung kehrte er nach Frankreichzurück und gab zu Paris den „kublioiste" und die „Lrelnvo» Iitter»ires" heraus.Er ist rühmlich bekannt durch seine Übersetzung von Horaz's „Oden" (1812 fg.),Jacobi's „Woldemar", Lessing's „Laokoon", Wicland's „Krales u. Hipparchia rc.",sowie als Mitherausgeber des „ckvurn. cke« navairs" und als Vers. der Art. Horazund Klopstock in der „Liogr. univor^" Er starb zu Paris den 16. Nvv. 1827.
Van der Noot (Heinrich), s. Noot (Heinrich van der).
Ban derVelde (Franz Karl), s. Velde (Franz Karl van der).
Vandiemensland, im Südosten des Australcontinents gelegen, unter40—44° S. Br., ein seit 1797 durch die vom Wundärzte Baß entdeckte (30Meil.breite und 36 M. lange, inselreiche) Bassesstraße als Insel vom südöstl. Neuhollandgetrenntes und seit 1804 von Großbritannien durch Verbrecher colonisirtes Land, ist1255 IHM. groß und zählte 1827 über 16,000 europ. Bcw. Diese Insel, wel-che von ihrem ersten Entdecker, Abel Tasman, 1642, nach dem damal. holländ. Statt-halter in Ostindien, Van Diemen, ihren Namen erhielt, ist gegenwärtig ein von S i d-ney in Neusüd wales abhängiges Untergouvernement, dessen Einkünfte im I.1828 an 68,700 Pf. St. betrugen. Godwin (in s. Beschreibung, London 1824)schlägt vor, sie Tasmanien zu nennen, um sie von dem nördlichen Vandiemenslandcauf der Nordküste Neuhollands zu unterscheiden. Sie hat mehre Baien, z. B. dieSturm- und die Austernbai, und vortreffliche Häfen, als Port Dary, Port Mac-quarie und Port Dalrymple. Der Derwenthafen hat 3—20 Faden Tiefe und istso geräumig, daß alle europ. Flotten darin Platz finden könnten. Unter den Flüssenist der Derwcnt im Süden, der Tamar im Norden schiffbar. Der höchste Berg istder 3964 F. hohe, 9 Monate hindurch mit Schnee bedeckte Tafelberg oder Wel-lingtonberg, an dessen Fuße die Hauptstadt Hobartstown liegt, mit 3800