575
!
I Van Dyk Vanille
Einw., wo sich außer dcn Regierungs- und a. öffentlichen Gebäuden, die Darakenfüe die dahin aus England verbannte» Verbrecher befinden. Es erscheint daselbst^ eine Zeitung, und regelmäßig geht ein Dampfpackelboot nach dem 50 deutsche Mei-len entfernten Port Jackson (s.d.). Vandiemcnsland ist gegenwärtig in 2l Grafschaften getheilt: Buckingham, die südliche, an und um den Dcrwent, diej bevölkertste; und Eornwalt, die nördliche, an und um den Tamar, mit derHauptst.
^ Georgetown und mit der StadtVrighkon, wo sich seit 1825 derSitz der Regierung
befindet. Im Districl des Kohlenflnffes wurde 1824 eine neue Stadt, Richmond,, angelegt. In Hobartstown wurde 1820, sowie früher für die Colonie von Neu-südwales, ein gesetzgebender Rath von der brit. Regierung installirt. Der Ober-richter, der Generalanwalt und der Secretair der Colonie sind beständige Mitgliederl des Rathes, der außerdem noch aus 10 Gliedern besteht. Der Anbau nimmt schnell
! zu, weil das Klima gemäßigt und gesund, der Boden, zumal an den Flüssen, sehr
! fruchtbar, und die Küste ebenso fischreich als zum Handel mit dem Cav, mitSibney,
I mit der Mauritiusinsel, mit Ostindien und mit England offen ist. Unter den Lan-deserzeugnissen ist eine Erdfrucht (native I-roa-l) merkwürdig, ein kartoffclähnlichesGewächs in runder Form, oft wie ein Mcnschenkopf groß, dessen schwammige, aberfeste Substanz viel Nahrungsstoff enthält. Die Eingeborenen erkennen die Pflanzean einem sehr kleinen Blatte, daS dicht am Boden wächst. Das curop. Hausvieh,
§ besonders das Schaf, hat sich hier schnell vermehrt. Wolle ist daher schon Stapel-waare. Im Innern gibt es Wälder von zum Theil 150 Fuß hohen und 6—7 F.1 dicken Bäumen aus der Familie der Myrten und von Huonfichten (ein Eibenbaum! mit hartem, wohlriechendem Holz). Pflanzen und Thiere sind, mit wenig Verschie-denheit, wie aufNeuholland; aber die Eingeborenen gehören zu einem von dcn Ncu-holländcrn ganz verschiedenen Menschenstamme. Sie haben eine schwarze Hautund wolliges Haar, gleich den Afrikanern. Die Colonie hat bereits grobe Tuch-,Hut- und Strumpffabriken, auch Töpferei. Eine Actiengesellschaft in Englandzum Anbau von Vandicmcnsland läßt bereits über 160,000 Morgen Land cul-tivircn. 1830 baute man dort ein Schiff von 74 Kanonen, welches man stattdes Kupfcrbeschlags mit Kaulschuck (elastischem Gummi) überzog, um es wasserdichtzu machen. — Eine Schilderung dieser britischen Colonie hat nach von Bibra's ge-sammelten Materialien und nach Evans's „6oogr, instvr. an>I topo^raph. 4o-seription ok Vsmliomerwlirml^ (London 1822) Röding zu Hamburg (1823) her-ausgegeben. Vgl. Godwin's „Beschreib, von Vandiemcnsland" (London 1824).Die merkwürdig zerrissene Südosiseite der Insel haben Flinders, der sie 1798 zu-erst umschiffte, Peron und Freycinet genau beschrieben. 20.
Van Dyk (Anton), s. Dyk (Anton van).
Vanille (epülenckrum vanilla, l,.), vom span. vazrnilla, ist eine winden-artige Pflanze, die in Mexico, Peru, Guiana und in einigen westindischen Inselnaus Bergen wächst und, wie derWeinstock, Knoten hat, ausweichen hellgrüne,dcn Lorberblättcrn ähnelnde Blätter hervorkommen. Sie treibt einen sehr langenStängel, der sich, wie der Weinstock, mit Hülfe seiner kleinen Gabeln um Baumeschlingt, aber auch, wenn deren keine in der Nähe sind, auf der Erde fortläuft. Die! Blüthe ist wcißlichgelb. Aus dieser bildet sich, als die Frucht der Pflanze, eine unge-fähr 6 Zoll lange, schmale, rauhe und braune Samenkapsel, in Form einer Schote.Das Innere dieser Schote ist mit einem röthlichen, gewürzhaftcn Mark belegt, undenthält eine schwarze ölige, balsamische Feuchtigkeit, in welcher sich eine Mengekleiner, schwarzer und glänzender Körner befinden. Vom Ende Sept. bis Ende Dec.sammelt man diese Schoten, trocknet sie einige Wochen hindurch im Schatten, über-streicht sie mit Öl, um die Insekten abzuhalten, und zu verhüten, daß sie nicht ganzvertrocknen und zerbrechen, und legt sie dann partienweise in Packete, die mit dün-nen Blei- oder Ziniiplatten umgeben werden, damit die Schoten den Geruch nicht