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Valla Balle
Hauplsitz des Malteserordens, ist gut gebaut und gewahrt von der Seesei'te mit ih-ren vielen Palästen und prächtige» Kirchen einen reizenden Anblick. Sie zahlt in3500 H. 33,470 E. Die Straßen sind breit und mit Lava gepflastert, die Kaienan den Hafen mit den schönsten Prachtgebäuden besetzt. Unter den öffentlichenGebäuden zeichnen sich der vormalige Palast des Großmeisters, jetzt die Residenz desGouverneurs, die Paläste der 7Zeugen, das Stadthaus, dieHauplkirche, dasZeug-haus rc. aus. Vo r wissenschaftlichen Anstalten sind eine Bibliothek und eine Stern-warte zu bemerken. Sie hat 3 ebenso geräumige als sichere Häfen und ist seit der i
britischen Besitznahme ein Markt für die Nordküste Afrikas geworden, auch zum '
Freihafen erklärt. Ihr Handel nimmt von Tage zu Tage zu, auch unterhalten ibrefleißigen Bewohner mehre Manufakturen. Bewundernswürdig sind die meistensin Felsen eingehaltenen Werke, welche den Platz fast unbezwinglich machen. An ih-ren Mauern brach sich 1565 Suleiman's Glück, und die muthvollc Vertheidigung derRitter, dies. ganze Macht bedrohte, gehört unter die schönsten Thaten des 16. Jahrh.1798 lieferte sie Verrath den Franzosen, 1800 Hunger den Briten in die Hände.
Valla sLaurentius), Philolog des 15. Jahrh., der um die Wiederherstel-lung der alten classischen Literatur in Italien viel Verdienste bat, geb. 1407 oder1415 zu Rom, wo er auch erzogen ward. Er lehrte die schönen WissenschaftenundRhetvrik mitRuhm undBeifall in verschiedcnenHauptstädtenJtaliens. Abers. Streit- und Tadelsucht und s. Angriffe gegen die scholastische Logik und Philoso- !pbie, deren Anwendung auf die Theologie er sogar für schädlich hielt, erregten ihm iFeinde, die ihm viel Böses nachsagten. Er ging nach Neapel, wo der König Al-fons V., ein großer Beschützer der Wissenschaften, ihn aufnahm. Die Händel, ^die er hier mit der Inquisition wegen s. zu freien Äußerungen über religiöse Gegen-stände gehabt, und die beschimpfende Strafe, die er deßwegen erfahren haben soll,daß er nämlich öffentlich mit Ruthen gepeitscht wurde, wollen Einige für bloßeVerleumdung seiner Gegner halten. V. ging nach Rom zurück, war hier päpstl.Secretaic und Kanonicus an der Kirche zu St.-Johannes im Lateran, und starb -1457 oder 1465. Unter s. Werken werden die „Lls^antiae lertini sormonis" in6 Büch. für das vorzüglichste gebaltcn; von den übrigen nennen wir: eine Abhandl.über das Wahre und Falsche; e. Geschichte Ferdinands, Königs v. Aragonien; eineAbhandl. über die angebliche Schenkung Konstantins d. Gr., die Ulrich v. Hüttendrucken ließ und dem Papste dedicirte, und Übersetzungen des Herodot, Thucydi-des und Homer, sowie auch Noten zu einigen classischen Autoren. V.'s „Opera"erschienen gesammelt Basel 1543 fg.
Balle (Pietro della), geb. meiner vornehmen Familie zu Nom 1586, ge-bärt zu den besten Reisebeschreibern des 17. Jahrh., wiewol er von Leichtgläubig-keit und der Sucht, wunderbare Dinge zu erzählen, nicht frei ist. Durch einesorgfältige Erziehung früh gebildet, besaß er mannigfaltige Kenntnisse, als er, ei-ner unglücklichen Liebe und andrer Widerwärtigkeiten wegen, sich von Rom nachNeapel begab. Hier beschloß er, nach Palästina zu wallfahrten, und schiffte sichin Venedig 1614 nach dem Orient ein. Er besuchte die Türkei, Ägypten, Ara-bien , Pcrsien und Indien, und verweilte über 11 Jahre in diesen Ländern, deren -Sprachen, Beschaffenheit und Einw. er genau kennen lernte. Zu Bagdad ver-mählte er sich mit einer schönen Georgiancrin, Sitti Maani, die ihm aber bald ,durch den Tod entrissen wurde. Dies bewog ihn zur Rückkehr, und 1626 kamer mit einem großen Gefolge von Morgenländern in Rom an, wo er sich mit einerehemaligen Dienerin seiner ersten Gattin, ebenfalls einer Georgiancrin, aufsNeue verheirathete. Er lebte hier in angesehenen Verhältnissen, beschäftigte sichmit wissenschaftlichen Gegenständen, besonders auch mit der Musik, deren gründ-licher Kenner er war, und beschrieb seine Reise. Dieses Werk, welches aus 54Briefen besteht, zeugt von des VersS. vielseitiger Gelehrsamkeit und ist noch jetzt