Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
567
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Valcntiniancr Valetta 567

Valentinianer, s. Gnostiker.

Valcrianus (Publius Licinius), römischer Kaiser von 25.3 260 n.Chr., geb. 190. Er stammte aus einem edlen Geschlechte und hatte sich als Feld-herr in verschiedenen Kriegen, sowie überhaupt durch einen großen und vorwurfs-freien Charakter ausgezeichnet. Als einer seiner Vorgänger, der Kaiser Decius,um den Verfall des römischen Reichs zu hemmen, das in Rom ehemals gewöhnlichgewesene Amt eines Censors wieder einführte, wurde V. vom Senate einstimmigfür diese Stelle gewählt. Aber kein Censor vermochte die ganz gesunkenen Sittender Römer wiederherzustellen. V. wurde, wie verschiedene seiner Vorgänger, vonden Legionen zum Kaiser ernannt. Da er schon 63 I. alt war, als er diese Würdeerhielt, wollte er sie, vielleicht im Gefühle seiner Schwäche, mit einem Anderntheilen, und wählte seinen Sohn Gallien zum Mitregenten. Aber die Lage deSrömischen Reichs war so beschaffen, daß ihre vereinigte Regierung fast Nichts alsVerwirrung im Innern des Reichs, und von Außen wiederholte Angriffe fremderVölker, der Deutschen, Golhen und Perser, enthält. Im I. 225 war in Asienein neues persisches Reich von Artaxcrxes gestiftet worden. Sein Nachfolger, Sa-por, suchte die Provinzen, welche die Römer früher von Persicn abgerissen hatten,wiederzuerobern, und es gelang ihm. Der Kaiser V. ging mit einem Heere ihmentgegen, ward aber in der Nähe von Edcssa (260) geschlagen und gefangen ge-nommen. Sapor behandelte ihn, wenn die Erzählungen der Geschichtschreibernicht übertrieben sind, auf eine unwürdige Art. Der unglückliche Greis war täg-lich dem Muthwillen des Volks ausgesetzt; wenn der persische König zu Pferdesicigcn wollte, trat er mit dem Fuße auf V.'s Nacken, und als dieser vor Gramstarb, ließ er seine Haut ausstopfen, um sie als ein Denkmal seines Triumphsaufzubewahren. V. hatte sich im Anfange seiner Regierung sehr geneigt gegen dieChristen bewiesen, ließ sich aber nachher verleiten, sie heftig zu verfolgen.

Valerius, der Name eines zahlreichen römischen Geschlechts. Berühmtist Lucius V., ein Haupttheilnchmer an der Verschwörung gegen den letztenKönig, Tarquinius Superbus. Wegen s. Liebe zur Freiheit und zum Vatcrlande,bei erprobter Rechtlichkeit, gab man ihm den Beinamen Publicola oder Popli-cola, d. h. Volksfreund. Er war mit Brutus einer der ersten Consuln des neuenFreistaats, verwaltete diese Würde nach dessen Tode eine Zeit lang allein mit dergrößten Uneigennützigkeit, und machte verschiedene dem Volke sehr nützliche undaus die Erhaltung der bürgerlichen Freiheit abzwcckendc Verordnungen. Noch 3Mal verwaltete er darauf mit Ruhm das Consulat, und zeichnete sich auch alsFeldherr durch Tapferkeit und Geschicklichkeit aus. Unter andern besiegte er dieSabiner und triumphirte über sie. Bald nachher starb er so arm, daß er auf Ko-sten des Staats begraben werden mußte. Man errichtete ihm ein Grabmal amMarkte. Die römischen Frauen ehrten sein Andenken, wie das des Brutus, da-durch , daß sie ein ganzes Jahr um ihn trauerten.

Valerius Flaccus (Casus), s. FlaccuS (CasusValerius).

Valerius Maximus, ein römischer Geschichtschreiber, der ums JahrChr. 30 in 9 Büchernvietrr et luvt» rnemursbili»" schrieb, und darin die Sit-ten, Gebräuche, Tugenden und Laster u. s. w. durch Beispiele aus der Geschichteder Römer und andrer Völker zu erläutern suchte. Er stammte vermuthlich auseiner Patrizicrfamilie ab, diente unter Sextus Pompejus in Asien, und zog sichnachher in die Einsamkeit zurück, deren Frucht obiges Werk ist. Sein Styl ist un-gleich und geziert. Unter den Ausg. ist die von TocreniuS (Lcyden 1726, 4.) dievorzüglichste. Sie liegt den neuern von Kapp (Leipz. 1782) und Helfrecht (Hof« 1799) zum Grunde. Wir besitzen mehre deutsche Übersetzungen von diesem Werke;die neueste ist von einem Ungenannten (Franks. a.M. 18057).

Valetta (La Valetta), Hauptst. der britischen Insel Malta, einst der