566 Valciiti»ian
hat. Seine Garnison in der Nähe von Dessau brachte ihn in nähere Bekanntschaftmit dem genialen Berenhorst, mit welchem ihn bis zu dessen Tode die engste Freund-schaft verband. 1803 ward er in den Gcncralstab und nach Potsdam versetzt, undmachte 1805 den kleinen Krieg im Laucnburgischen gegen die Schweden als Haupt-mann mit. 1806 stand er unter Hohcnlohe, wohnte dem Gefecht bei Saalfeld beiund war Zeuge des Todes des Prinzen Louis von Preußen. Eine kleine Schrift,die damals «. d. T. „Das Gefecht bei Saatfeld, den 10. Oct." (Germanien) er-schien, hat ihn zum Verf. Bei Lübeck wußte er sich der Gefangenschaft zu entziehenund kam durchs dänische Gebiet nach Danzig zur Armee. Nach erfolgtem Friedenward er Major, nahm aber, als 1809 der Krieg in Östreich ausbrach, den Abschiedund trat in östr. Dienste, woselbst er als Adjutant des jetzigen Königs der Nieder-lande dem Feldzuge beiwohnte. Nach Beendigung desselben verließ er die östr.Dienste und gab sein Werk: „Geschichte des Feldzuges von 1809", heraus, das,mit ebenso viel Unparteilichkeit als Sachkenntniß geschrieben, ein schätzbarer Bei-trag zur Geschichte unserer Zeit ist. Um keine Gelegenheit vorbeigehen zu lassen,sein militairisches Talent auszubilden, nahm er 1810 beim Ausbruch des Kriegesder Russen gegen die Türken, bei den Erster» Dienste, machte den Feldzug unterdem Grafen Kamenskoy mit, wohnte dem Sturme bei Nuscsuk, der Schlacht vonBatyn und mehren Gefechten bei, und wurde von dem Kaiser Alexander zum Obrist-lieutenant befördert. 1811 ging er nach Petersburg, hierauf nach Berlin, suchtedort den Abschied von der russ. Armee nach und trat in gleichem Range wieder ink. preuß. Dienste. In dem Freiheitskriege von 1813 —15 stand er abwechselnd beidem Heertheile des Generals v. Vork und bei dem des Gen. v. Bülow; bei Lctztermwohnte er der Schlacht von Leipzig und dem Feldzuge in Holland bei. In Frank-reich war er Ehef des Generalstabs bei Vork, in welcher Eigenschaft er auch denFeldzug von 1815 beim Gen. Bülow mitmachte, nach dessen Beendigung er zumEommandanten der Festung Glogau ernannt ward. Hier bearbeitete er die Lehrevom großen Krieg u. d. T.: „Abhandl. über den Krieg, in Beziehung auf großeOperationen rc." (Berlin 1821—24, 3 Bde., mit Planen; vom 1. Bde. erschiendie 5. A. 1829; vom 3. Thl. u. d. T. „Der Türkenkrieg" eine 2. A. Berlin 1829,vermehrt mit einer Geschichte der Fcldzügc von 1828 u. 1829). Noch wird eine„Lehre vom Festungskriege rc." folgen. Der Besitz aller preußischen, mehccr rus-sischer, des schweb, und des nicdcrländ. Militairordcns bezeugt die Achtung, die ihmseine unermüdetcn Leistungen, sowol auf dem Felde der Ehre als auch auf dem derLiteratur, erworben haben. 1828 wurde B. zum Gen.-Jnspccteur des Militair-Unterrichts- und BildungSwcsens zu Berlin ernannt.
Valentinian: 3 römische Kaiser. Valcntinian I., der Sohn Gra-tians, eines tapfern Feldherrn, aus Cibala in Pannonien geb., kam 364 n. Ehr.zur Regierung, und theilte diese mit seinem Bruder Valens, dem er das Morgen-land überließ. Zwar tapfer, aber roh und unwissend und den gröbsten Ausschwei-fungen ergeben, vermochte er nicht den Verfall des Reichs abzuwehren. Er starb,nachdem er gegen die slawischen und teutonischen Völker vergebens gckämpft hatte,375. — Valcntinian ll., des Vorigen Sohn, regierte, nach dem Tode seinesältern Bruders, Gratian (383), unter der Vormundschaft seiner Mutter Justin«,und wurde von einem seiner Ofsiciere, einem Franken, Arbogastes, 392 erschlagen.— Valentin? an Hl., Sohn des Eonstantius und der Placidia, einer TochterTheodoflus des Gr., ward nach dem Tode seines Oheims, des Kaisers Honorius,in seinem 6. I. zum Kaiser ausgerufen (425). Wahrend seiner unglücklichen Re-gierung ging Spanien durch die Suevcn und Wcstgothen, Afrika durch die Wanda-len, Britannien durch die Angelsachsen, Gallien durch die Franken verloren, undItalien ward von den Hunnen unter Atlila verwüstet. Nichtswürdig und wollüstig,kam er 4HH durch xinc Verschwörung um, (Vgl. Aötiuö, Panda sen.)