I Valencia Valcnt'ni 565
* war Mitglied des niederländ. Instituts und Ritter des rothen Adlerordcns. Erstarb, 62 I. alt, zu Hartem den 25. Jan. 1821.
Valencia, eine span. Provinz, ehemals zur Krone Aragon gehörig, liegtzwischen dem Mittelland. Meere, Murcia, Cuenga, Aragon und Cataluna. Diesesschöne Land von 381^ IJM., das gefeierte Eden Spaniens, breitet sich unter dem> schönsten Himmel Europens aus; es ist voll Berge (Äste der Gebirgskette Sicrrade Cuenga), Thaler und kleiner Ebenen, reichlich bewässert, besonders vom Lu-car, Sequra und Guadalaviar. Der Himmel ist fast beständig heiter, und erfci-c schende Seewinde mildern die Hitze. Reif und Nebel sind ganz ungewöhnlich. Derüppig fruchtbare Boden, der die edelsten Erzeugnisse Spaniens, besonders den herr-, lichen Alicantewein, Oliven, Südfrüchte (und unter diesen auch Datteln), Karu-! ben, Aloe, Weizen, Soda, Flachs und Hanf, Esparto rc. in hoher Güte hervor-bringt und Überfluß an den gewöhnlichen Hausthieren, Bienen, Seidenwürmern! und allerlei Metallen und Mineralien hat, ist von seinen 830,000 Einw. aus das^ beste angebaut; nirgends in Spanien findet man so angenehme Huertas (fruchtbare,! gartenahnlich angebaute Gegenden) wie hier, nirgends wird die Landwirthschaftund die Kunst der Bewässerung einsichtsvoller betrieben. Sie ist zugleich, nach Ca-taluna und Galicia, die gewerbsamste Provinz des Reichs und enthält ansehnlicheSeiden-, Leinen- und Wollenweberei, starke Brennereien, Papier-, Esparto-und Zuckerfabriken, Töpfereien und Seifensiedereien. Die Hauptst. Valencialiegt in einer höchst reizenden und fruchtbaren Huerta am Turia oder Guadalaviar,c über welchen 5 steinerne Brücken führen, und zählt 5290 H. und 100,000 Einw.I Sie ist mit Mauern und Wällen umgeben, hat eine kleine Citadelle, 5 Vorstädte,I enge winkelige, aber mit schönen Gebäuden gezierte Straßen, 9 öffentliche Platze,^ 74 Kirchen, 40 Klöster und 16 Hospitäler. Besonders zu merken sind der königl.Palast, die Börse, das Zollhaus, mehre geschmackvolle Kirchen, das allgemeineHospital, zugleich Findet-und Irrenhaus, worin 740 Personen unterhalten wer-den. Sie ist der Sitz des Generalcapitains von Valencia, eines Erzbischofs, einerkönigl. Audienz, einer Universität (die 1820 über 1800 Studenten zählte), einerAkademie der bildenden Künste und einer ökonomischen Gesellschaft. Die hiesigenSeidenzeuch- und Strumpfwebereien beschäftigen 3618 Stühle und mehr als22,000 Menschen; um die Stadt her stehen gegen 50 Papiermühlen. Außer die-^ sen gibt es noch andre Fabriken, welche nebst dem lebhaften Land- und Seehande!der Stadt viele Nahrung verschaffen. Zwar liegt sie 3000 Schritte vom Meere;allein es dient die bei dem Flecken Grao, Stunde von Valencia, befindliche Nhcdeihr zum Hafen. Die Alamcda, ein reizender Spaziergang von Orangen-, Granat->md Palmbäumcn, führt dahin. Überhaupt sind die Umgebungen reich an Maul-beec-, Citronen-und Orangenbäumen, deren Wohlgerüche die ganze Atmosphäreanfüllen. Man findet die vorzüglichsten Reben, welche 13 — 14 Pfund schwereTrauben tragen, Melonen aller Gattungen, Artischocken rc.
Valenciennes, eine fcanz. Stadt und starke Festung an der Scheide, imDeport, des Norden. Sie hat eine starke, von Vauban erbaute Citadelle, die, wie> die Stadt, mehre Belagerungen ausgehalten hat, 2500 H. und 20,000 Einw.,die nicht allein trefflichen Battist und Linon, wovon jährlich gegen 100,000 Stückauswärts gehen, sondern auch die bekannten ckontellv» lle Valvne'ennvs in größ-ter Vollkommenheit liefern.
Valentini (GeorgWilhelm, Freih.v.), k. preuß. Gcnerallieut., Sohndes k. preuß. Obristen v. V , geb. 1775, ward im Cadettencorps zu Berlin erzo-gen. Er wohnte in seinem 18. I. dem Fcldzuge am Rhein als Secondelicutenantbei, und erhielt bei Landau die erste Wunde, der manche andre in seinem thatenrei-chen Leben noch folgte. Nach Beendigung des Fcldznges theilte er seine gemachtenbrfahnm.qen in seiner „Abband!, über den kleinen KrjegV nist, die 4 Anfl. erlebt