Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
564
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564 Vadmiecum Valckcnaer (Jan)

Vadcmecum (ein zusammengesetztes lat. Wort: Gehe mit mir!) ist derTitel von Sammlungen lustiger Einfälle und Schwanke, die zur Unterhaltung die-nen sollen, ein Taschenbuch, das man mit sich nimmt, um sich zu unterhalten.Dieser Titel wurde zuerst einem ascetischen Buche gegeben: Vsrlemevum piorumOlrristianvrum" (Köln 1709). 1764 erschien zu Ältona dasVademecum für

lustige Leute", und nun folgten ähnliche Sammlungen von guten, witzigen Ein-fällen und Anekdoten. Da die in dergl. Sammlungen enthaltenen Geschichten zumTheil ohne Witz und schon oft wiederholt worden sind, so bezeichnet man mit derBenennung Vademecums-Geschichte eine Anekdote ohne innern Gehalt.

Valckcnaer (Ludwig Kaspar), ein berühmter holländ. Philolog und Kri-tiker zu Franeker, dann zu Leyden. Er war geb. 1715 zu Leuwarden in Holland,studirte zu Franeker alte Literatur, Philosophie und Theologie und wurde 1741Pros. der griech. Sprache daselbst, späterhin in Leyden, wo er 1785 starb. Er ver-band große Bescheidenheit mit gründlicher und vielumfasscndcr Kenntniß der Spra-chen des Alterthums und ihrer Hülfswissenschasten, begleitete mehre griech. Schrift-steller mit schätzbaren Commenraren, namentlich den Theokrit, diePhönisscn" unddenHippolyt" des Euripides, den Kallimachus, und wirkte gleich thätig durchmündlichen Unterricht für Verbreitung des humanistischen Studiums. KleinereSchriften von ihm:Op. pkilol." (Leipz. 1808, 2 Bde ). Von s. seltenen, schonvor 80 I. mit Bewunderung aufgenommenenviutribe in LuriirirUs perllito-rum llismntuin religuirrs", erschien zu Leipzig 1824 ein neuer Abdruck, so auchvon s. Ausg. derVilaonisscre" und desllippol/tus" des Euripides.

Valckcnaer (Jan), Sohn des Vorigen, erhielt nach beendigten Stu-dien (zu Leyden) eine Professur der Rechte an der Universität Franeker. Seinliterarischer Ruhm, besonders aber sein Eifer für die anti-oranische Partei, ver-schafften ihm 1787 den Lehrstuhl der Jurisprudenz zu Utrecht. Allein noch indemselben Jahre nöthigte ihn die Rückkehr des Erbstatthalters, Holland zu ver-lassen. V. ging nach Frankreich und befand sich am 6. Febr. 1793 unter denAbgeordneten, welche vom Nationalconvent die Absenkung eines franz. Heereszum Beistande der holländischen Patrioten verlangten. Als 1795 dieser WunschErfüllung fand, kehrte V. nach Holland zurück, wurde zum Pros. des Staats-rechls ernannt und bewies sich durch seine Zeitschrift:Der Advocat der batavi-schen Freiheil", als den heftigsten Gegner des Hauses Oranicn. Bald daraufübertrug man ihm die Leitung der über den Staatsgefangenen van der Spiegel ver-hängten Untersuchung. Zu Anfang 1796 wurde V. zum Gesandten in Spanienernannt. Er kehrte 1799 zurück, ward aber bald darauf mit einer außerordent-lichen Sendung nach Madrid beauftragt und blieb hier bis 1801. Nachdem V.auf kurze Zeit in das Privatleben zurückgetreten war, wurde er nach Berlin ge-schickt, um mit der preuß. Regierung wegen Rückzahlung der östreich. Anleihe,für die man Schlesien zur Hypothek gegeben hatte, ein Übereinkommen zu treffen.Obgleich hier seine Unterhandlungen ohne glücklichen Erfolg blieben, so bewährteer doch den Ruhm eines einsichtigen und gewandten Diplomaten, den er frühermSpanien, Frankreich und den Niederlanden erwarb. Als 1810 König Ludwig ^den letzten Versuch machen wollte, um die Vereinigung Hollands mit Frankreich >zu verhindern, war eS V., den er mit einer außerordentlichen Sendung an Nape- .leon beauftragte. Nach seiner Rückkehr trat V. vom politischen Schauplatze abund lebte als Privatmann bald in Amsterdam, bald auf dem Lande, den schönenWissenschaften. Auch soll ihn die jetzige Regierung, die seine ausgezeichneten Ta-lente ane kannte, mit der Redaction wichtiger Staatsschristen beauftragt haben.Von frühern, unter keinem Namen erschienenen Werken sind anzuführen: 1)v-

peonlis gurrst cvstrensi veteribus jurisconsuitns incoZniro, ejvsrzue vor» ori- .

L'ne"; 2 )R'chlsgulachten in Sachen des Erbstatthalter: Wilhelm V." D. .