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Utzschnei'der
Östreich aber versöhnten sich erst durch den wiener Vertrag vom 30. April 1725. '
(S. Eugen, Marlborough.)
Utzschneider (Joseph v.) ist 1763 zu Rieden am Staffelsen, im königl.bakrischen Landgerichte Weilheim, geb.; seine Vorältern mütterlicher Seite warendaselbst über 300 Jahre auf einem und demselben Landgute ansässig. Er begann1773 s. Studien zu München und endigte den Cnrsus 1783 auf der Universität zuJngolstadt als I). der Philosophie und Licentiat der Rechte. Diese Studien wur-den 1778 und 1779 auf einige Monate unterbrochen, indem die Herzogin MariaAnna von Baiern ihn zu ihrer Geheimschrciberei im bairischcn Erbfolgekriege gc-brauchte. Nach vollendeten Studien trat er in die herzogt. Mariani'sche Akademie, ^
welche das damals aufgehobene Eadcttencorps ersetzte, und übernahm in derselbendie Nepetitorstelle in der Mathematik und Physik, sowie die Professur der Came- !ralwissenschaften, während er zugleich die Verwaltung der hcrzogl. Landwirkhschaftzu Schwaig-Anger führte. Wider s. Willen in die Jlluminatenfehde hineingezo-gen und deßwegen von allen Seiten verfolgt, suchte er in die Dienste Friedrichs II,,Königs von Preußen, zu kommen. Die Herzogin Maria Anna von Baiern hieltihn aber davon zurück, indem sie ihm 1784 die Stelle eines bairischen Hofkammer- !raths mit Sitz und Stimme verschaffte. Bei dieser Stelle arbeitete er in allen Fä- >chern der Finanzvcrwaltung, erwarb sich das allgemeine Zutrauen und wurde, nach- !
dem er auf dem Donaumoose zur Herstellung decOrdnung in derdortigcn Culturthätigst mitgewirkt hatte, vom Kurfürsten Karl Theodor wieder nach München be- ,
rufen, um Irrungen mit Salzburg und Berchtolsgaden in Bezug aufdie bairischenSalinenverhältnisse an Ort und Stelle zu schlichten. Er bcrichtigte 1793 die bairi-schcn Salincn-Waldgrenzcn im berchtolsgadischen und salzburgischen Lande, undunterhandelte 1795, während er eine Charte über das Ländchcn Berchtolsgadenherstellte, den für die bairischen Salinen wichtigen Vertrag mit dem Fürsten unddem Capitel zu Berchtolsgaden, wodurch die fürstl. berchtolsgadische Saline zu !Berg, Pfann und Wald mit vollem Eigenthum an Baiern überging. Der Kur-fürst ernannte ihn daher zumGeschäftsträger und ersten baicischenSalincnadmini- ,
strator im Fürstenthume Berchtolsgaden, wo er bis 1798 für das bairische Sali- !nenintercsse thätig war, und im Salzbergbaue und im Sudwescn durch eine holz- ^ersparende Vorrichtung der Salzpfanne in Fraunreit, sowie sie daselbst auch nachdemBrande noch wirklich besteht, und durch eineTaxation sämmtlicherSalinenwal-dungen folgenreiche Verbesserungen einführte. Karl Theodors Nachfolger, Max.Joseph, ernannte 1799 den Hrn.v. U. bei derneuerrichteten Genecal-Landesdirec-lion zu einem der7 Directoren, von wo er aber bald als Geh.-Nefcrendair für land-ständische Angelegenheiten in das geh. Finanzdepart. versetzt wurde. Hier war dieerste Aufgabe für ihn, den damaligen Stand der bairischen Finanzen dem Ministe-rium vorzulegen. Bei der großen Geldverlegenheit wurden ausländische Anleihenangeboten, wenn man in Baiern ausländischen Bankpapieren freien Curs gestat-ten würde. U. widersetzte sich diesem Anerbieten und schlug vor, in Baiern selbst ^eineBankzucrrichten. Auch unterhandelte er den neuburger Deputationsabschiedvom 5. Oct. 1799 mit den Landständen des Herzogth. Neuburg, worin staats-wirthschaftliche Grundsätze aufgestellt wurden, welche für d-ie ganze Regierunqspe- iriode Max. Josephs zwar wohlthätige Folgen hatten, allein nicht von allen Stän- !den gleich gut aufgenommen wurden. Ü. enthüllte s. Reformati'onsplan darinzu deutlich und zog die Aufmerksamkeit einiger mit ihm unzufriedenen Ständenoch mehr auf sich, als er den Entwurf einer neuen Erklärung der Landesfreihcitin Baiern (Häberlin's „Staatsarchiv", 1801, im 22 H.) sämmtl. bairischen Mi-nistern vorlegte. Er wurde bald darauf quiescict und von allen Staatsgeschäflenentfernt. Um nicht müßig zu sein, errichtete er eine Lcdermanufactur in Mün-chen, die er mit Eifer betrieb; dann gründete er mit Georg v. Reichenbach (s.d.)