550 Urwelt und Vorwelt s
gattuug des nordamerikanischen Mammuth. Die noch mit Fleisch und Haut ver- "sehencn großen Thiere, die man in Sibirien gefunden hat, »errathen durch ihreUnversehrtheit, daß sie nicht weit von Süden hergeschwemml stnd, und daß sie verbald nach der Katastrophe eingetretenen Veränderung derTemperatur ihre Erhal-tung verdanken.
Sämmtliche fossile organische Überreste lassen sich, in Beziehung aufdie or-gani scheSchöpfung unserer Zeit, in 3 Abtheilungen bringen. Es sind entweder Ver-steinerungen, welchen Geschöpfe der jetzigen organischen Welt völlig gleichen, diedahermitZuverlässigkeit sich bestimmen lassen; oder zweifelhafte Versteinerungen, ^
die andern noch lebenden Geschöpfen bloß ähnlich sind, aber sich von denselben so- >wol durch ihre Größe und durch mancheAbweichungen in der Bildung einzelnerTheile, als auch durch den Umstand unterscheiden, daß die damit mehr oder weni-ger übereinstimmenden noch vorhandenen Urbilder bloß in den Tropenländcrn woh- inen; oder endlich Versteinerungen von völlig unbekannten, verweltlichen Gcschö- ^pfen. Überhaupt sind von den meisten in den Gebirgen vorkommenden Verstei-nerungen die Urbilder aus der jetzigen Natur verschwunden. Mehr als 70 Artender fossilen Thiere sind dem Naturforscher bis jetzt unbekannt, und nur 1t bis 12sind bekannten Arten so ähnlich, daß kein Zweifel stattfinden kann. Andre sindzwar bekannten Arten sehr ähnlich, doch ist die Einerleiheit noch nicht durchgängigerwiesen. P stanzen Überreste sind selten so unversehrt, daß sie nach ihrem Ei-genthümlichen Charakter zu erkennen wären, was bei manchen Theilen der Ge- .wächst, z. B. bei fossilen Hölzern, schwerlich möglich ist. Pflanzen sind bald gaflzin Stein eingeschlossen, bald nur in Abdrücken, aber meist aus einer sehr neuen Zeit,vorzüglich in Schieferthon vorhanden, z. B. die merkwürdigen räthstlhaftm Ab-drücke ästiger, oftfehrgroßervegetabilischer Gebilde in Steinkohlengruben. Amhäufigsten und am besten erhalten sind die Abdrücke von Farrenkräutem; aber inFrankreich, England, selbst Norddeutschland gleichen sie oft südländischen Arten,und die meisten derselben sind jetzt gar nicht mehr vorhanden. Versteinerte Wur-zeln findet man meist hohl, zuweilen von Eisenvitriol durchzogen und ganz verstei-nert, z. B. i'n Thoneisenstein verwandelt. Baumstämme und Hölzer findet manhäufig in den dürrsten Gegenden von Afrika und Asien versteinert. IndianischeRohrstämme hat man in Schlesien, ganze Bäume mit Wurzeln und Ästen zumTheil aufrecht stehend, mitunter in solcher Menge, als seien ganze Waldungen ver-schüttet worden, versteinert im südlichen Theile des Herzogthums Westfalen, dieRinde allein in Achat verwandelt, in Franken gefunden. Zu den bis jetzt ganz un-bekannten Arten gehört das merkwürdige sogen. Staarholz, das bei Hilbersdorfunweit Ehemnitz gefunden wurde, und sich durch sein gleichförmiges, dichtes Ge- ^füge, ohne Spur von Jahrringen (gerade wie bei den Palmen), auszeichnet undmit parallel laufenden Röhren durchzogen gewesen zu sein scheint. Unter den ,zweifelhaften Arten ist das bituminöse Holz (das isländische Surtar-Bcandr) in !!mächtigen Flötzen der nördlichen Gegenden merkwürdig. Über Pflanzenvcrstcine- >rungen überhaupt s. E. F. v. Schlottheim's „Beiträge zur Flora der Unterwelt"(Gotha 1804) und K.v.Sternberg's „Versuch einer geognost.-botan.Darstcll. der !Flora der Vorwelt" (Prag 1Z2l) sg ). Unter den Versteinerungen des Thier- )reiichs sind fossileMenschenknochen (Anthropolithen), die imKalke aufGuadelou- ^pe und mit Lehm erfüllten Spalten im Gemischen gefunden wurden, wenigstfns )nur zweifelhaft, und dieUntersuchungen darüber, gegen dieMeinung einigerNatux- 'forscher, die deren Dasein läügncn, noch keineswegs abgeschlossen. Zu den verstei- >nerten Säugcthieren gehören mehre zweifelhafte, worunter es sehr merkwürdige ^gibt. Man findet ganze Gerippe, noch häufiger einzelne Theile, Schädel, Knochen ^(Osteolithen), Hörner(Keratiten), Zähne (Odontolithcn) besonders von Löwen, Ti-gern, Jaguaren,Hyänen,Hunden,Wölfen, Schakals, Füchsen, Zibetthieren, Mar- I