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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
546
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546 Urstoffe Urtheilskraft

Stamme entsprungene Sprache, als Gegensatz der Mischsprachen und Tochter-sprachen. Eine solche Ursprache ist die deutsche.

Urstoffe, s. Elemente.

Ursul i nerinnen sindNonnen der heil. Ursula, die von der heil.AngelazuBrescia 1537 zuerst ohne Klosterlcbcn als eine Schwesterschaft zur Übung derchristl. Liebe gestiftet wurden, und spater, nach Helyot, zu 20 Eongregationen an-wuchsen, wovon die meisten seit 1612 feierliche Gelübde thun und in Klöstern zu-sammenleben, einige inJtalien jedoch bei der erstenStiftung mit dem einfachenGe-lübde der Keuschheit blieben. Die Kleidung ist schwarz mit ledernem Gürtel, andem ein Strick zum Geißeln herabhängt. Dieser Orden folgt der Regel des heil.Augustinus, steht unter den Bischöfen und beschäftigt sich lediglich milder Pflegeder Kranken und Armen und dem Unterrichte junger Mädchen, wozu er durch be-sondere Gelübde verpflichtet ist Er zählte im 18. Jahrh, über 350 K löster, und dieRegierungen haben ihn wegen seiner Gemeinnützigkeit bis jetzt bestehen lasten. L.

Urtheil, im allgemeinen Sinne, istdieaufWahrnehmungund Nachden-ken gegründete Erkenntniß von der Beschaffenheit einer Sache; wie auch die aufsolcher Erkenntniß beruhende Aussage über dieselbe; daher wahres und falsches, jenachdem dieUmstände richtig erkannt,verbunden,und daraus gefolgert worden. Inder Logik die in dem Gesetz des Verstandes gegründete Bestimmung desVerhältnis-ses unsererVorstellungen, milhinVerbindung oder Trennung von Begriffen. Die-se Begriffe heißen in Hinsicht ihres Verhältnisses im Urtheile Sudjectbegrisf(Grundbegriff- u Prädicat(Bildungsbegriff), u. die Copula (dasBand) bezeichnetdie Form ihres Verhältnisses. Die besondern Formen, welche der Verstand den Ur-theilen gibt, sind nach der Kategorie der Relation die kategorische, hypothetische unddiedioisivesdisjunctive, welche mehre Prädicate als Theile des als Ganzen gedach-ten Subjects aufführen; daher Disjunktion, die Absonderung, Trennung).(S. Kategorie.) Analytische (zcrgliedernde)Urtheile sind dann insbesondere sol-che, in welchen, was in dem einen Begriffe .Subjcctivbegriffe) liegt, nur ausge-sprochcnwird; synthetische solche, in welchen man einen Begriffmit einem andern,der nicht als in ihm enthüllen durch bloßes Nachdenken erkannt wird, verbindet.Injuristischer Bedeutung heißt Urtheil der entscheidendeAusspruch eines Rich-ters über eine streitige Sache; daher ein Urtheilsspruch, ein Urtheil fallen.Ein motivirtesUrtheil ist dann ein solches, wobei dieGründe (Motive), wonach oderworaus gefolgert worden ist, angeführt sind. Geschmacksurthcil, derAusspruch des ästhetischen Vermögens (des Geschmackes) über einen ästhetischenGegenstand. Da dieses Urtheil mehr auf dem Gefühl beruht, so erklärt sich da-durch die Verschiedenheit der Geschmacksurtheile.

Urtheilskrast (zmlicium) nennen wir den Verstand oder das Denkver-mögen, insofern es das Verhältniß der Dinge durch Anwendung des Allgemeinenaus das Besondere, undUnterordnung des Besondern unter das Allgemeine zu be-stimmen hat. (S. Verstand.) Das Gesetz z.B. ist das Allgemeine, der dem Rich-rervorgelegteFall das Besondere, von dem er entscheiden muß, ober unter diesemAllgemeinenbegriffen sei oder nicht. Diese Entscheidung geschieht durch das Ur-theil. Der Verstand istzwar einerBclehrungdurch Regeln fähig, Urtheilskrastaber, d. i. das Vermögen, das Besondere, insofern es ein Fall der Regel ist, aufzu-finden und auf dieselbe richtig zu beziehen, kann nur durch eigne Übung vervoll-kommnet werden. Daher auch die Urtheilskrast Grundlage des sogen. Mutter-witzes und derjenige Verstand ist, der nicht vor den Jahren kommt. Ein großerMangel der Urtheilskrast ist eigentlich DaS, was man Dummheit nennt, und ei-nem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen. Wer Urtheilskrast in Geschäftenzeigt, istgescheidt. Kant hat eine eigne ,,Kritik der Urtheilskrast" (2. Aufl.,Beil.1793) geschrieben. In dieser untersucht er, ob das Vermögen der Urtheilskrast,