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11 (1830) T bis V
Entstehung
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545
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Ursprache 545

ter Urproduction im engernSinne dkeLandwirthschaft allein verstanden, und es ge-bührt ihr schon darum der Vorzug vor allen übrigen, weil sie es ist, welche dem Ge-werbfleiß erst den Stoff zur Bearbeitung liefert, und dem Handel die ergiebigsteQuelle der Thätigkeit öffnet. Nur da, wo Urproducte in gehöriger Menge hervor-gebracht werden, können dauernde, gegen Unfälle gesicherte, vom Auslande unab-hängige Fabriken und Manufacturen entstehen und blühen, und diese sind eS wie-der, welche die Urproduction durch einen echöheten Absatz beleben, während ste dieNationalglieder, deren der Ackerbau zu entbehren vermag, nützlich beschäftigen.Die Urproduction ist daher die Grundlage, welche dem Kunstfleiße, wo nicht noth-wendig unterliegt, und nicht überall unterliegen kann, doch am sichersten zur Stützedient, und eben darum ganz vorzüglich vom Staate befördert zu werden verdient,l Dieses kann geschehen: 1) Durch Vermehrung des Urstoffs. StrenggenommenkannzwarderUrstoffnichtvermehrt werden, denn der Erdball ist weder zuvergrö-ßern noch zu vermindern; aber große Landstrecken werden der Produclion entzogendurch Seen und Gewässer, durch nutzlose Pflanzen, welche den Boden bedecken;die Befreiung der urbaren Erdfläche von diesen Hindernissen, das Austrocknen derSeen und Moore, die Ausrottung von Wäldern, die Vertheilung schlecht benutzterGemeinheiten kann man daher mit Recht Gewinnung neuen Urstoffs nennen. 2)Durch Verbesserung des Urstoffs mittelst Benutzung und Anwendung der in derLandwirthschaft gemachten neuen Entdeckungen u. Erfahrungen, mittelst Entfes-, selung desAckerbaucs von den zahllosen ihn niederdrückenden Lasten, den Überbleib-seln eines rohen Zeitalters. 3) Durch Erleichterung des Absatzes der Urproducte,mittelst Entfernung aller demselben im Wege stehenden Hindernisse. InderStaatswirthschaft (s. Staatswissenschaftcn)wcrdendieMittelgelehrt, welche von Seiten der Verwaltungsbehörden anzuwenden sind, um denUrstoff zum höchstmöglichen Ertrage zu bringen, und alle dazu erfoderliche werth-schaffende Kraft in Bewegung und Thätigkeit zu setzen. Mit den Fortschritten je-ner Wissenschaft und ihrer großem Verbreitung unter allen Ständen der bürgerli-chen Gesellschaft, namentlich unter den öffentlichen Beamten, welche das Staats-ruder lenken, steht daher die Vervollkommnung und Erweiterung dieses Haupt-zweiges der Werthschaffung in genauester und unmittelbarster Verbindung. KVk.

Ursprache. Wenn man die Sprache überhaupt als eine menschliche Er-findung, d. h. als ein allmälig, nach Maßgabe des Bedürfnisses entstandenes Er-zeugniß des menschlichenGeistes und der menschlichenSprachwerkzeuge betrachtet,so kann die crste Sprache nur aus wenigen, sehr einfachen und sehr unvollkommengebildeten Tönen bestanden haben. Will man nun dies die Ursprache des menschli-chen Geschlechts nennen, so versteht es sich von selbst, daß keine von den uns be-kannten todten oder lebenden Sprachen jene ursprüngliche Sprache sein könne.Denn alle diese Sprachen sind schon viel zu reich und gebildet, so unvollkommen sieauch übrigens sein mögen. Wie die Menschen mehr und besser sprechen lernten, soverlor sich auch jene erste rohe Sprache, die wir jetzt, wenn wir sie irgend vernähmen,kaum für eine Sprache erkennen würden. Wenn man aber die Sprache für ein! unmittelbar göttliches Geschenk, d. h. für einen, den ersten Menschen gleich ange-i schaffenen odcrvon Gott als Lehrmeister mitgetheilten Inbegriff von Worten undI Wertformen hält, so hätten freilich die ersten Menschen bereits eine fertige, wennauch noch nicht sehr reiche und gebildete Sprache geredet. Da aber die Annahmeeiner solchen Ursprache aufgan; willkürlichen, sowol unphilosophischcn als un-historischen Voraussetzungen beruht, so ist es auch ganz thöricht, zu fragen, welchesdiese Ursprache gewesen. Ältere Theologen hielten die hebräische dafür, weil dasNle Testament Gott in dieser Sprache reden läßt. Wie ungereimt diese Folgerung, bedarf keines Beweises. Ursprache nennt man auch eine aus eignemConv.-Sex. Siebente Aufl. Bd. XI. -j- 35