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11 (1830) T bis V
Entstehung
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Urevanglium Urin

1 gegen eine Welt voll Hindernisse zu vertheidigen hat. Endlich ist hierbei der Miß-

i verstand herrschend, als solle man den Urzustand der Ehristen, der doch auch in ge-

wisser Hinsicht ein mangelhafter Bildungszustand sein mußte, zurückführen, stattdie Idee frei von ihren Entstellungen in dem gegenwärtigen Zustande darzustel-len und auszubilden. L.

Urrvangelium, eine nicht vorhandene, sondern nur als vorhanden ge-wesen vorausgesetzte erste, aramäisch geschriebene Nachricht von dem Leben und deni Lehren Jesu, nach welcher Matthäus, Markus und Lukas ihre Evangelien abge-faßt haben sollen. Diese, von Clericus aufgebrachte, und von Eichhorn (Einleit. indas N. T.") scharfsinnig durchgeführte Annahme fand mehr Gegner als Vertheidi-ger, da ihre historischen und kritischen Beweise nicht einmal so viel für sich haben,als die ebenfalls streitige Voraussetzung eines aramäischen Originals des griechischenEvang. Matthäi. Die einfache und ganz sachgemäße Meinung, welche Eckermannlind Herder aufgestellt haben, daß ein nur in mündlichen Erzählungen fortge-pflanztes , traditionelles Evangelium den Stoff zu den ersten 3 Evangelien gelieferthabe, gewann die meisten Stimmen. Vgl. Gieseler'sVersuch über die Entste-hung und die frühesten Schicksale der 3 ersten Evangelien" (Leipz. 1818). 31.

Urgebirge, s. Geognosie.

Uri, ein Eanton Helvetiens, von Schwyz, Glarus, Graubündten, Tessin,Wallis, Bern und Unterwalden umgeben, die Heimath Wilhelm Tell's und dasLand, wo die Rüttli-Wiese und so Vieles an die ersten Hochthaten der Eidgenossenerinnert. Uri schloß 1308 mit Schwyz und Unterwalden den zehnjährigen Bund,der 1315 in den ewigen verwandelt wurde; seitdem hat es unter mancherlei Stür-men s. rein demokratische Verfassung behauptet. Auf 20 HjM. mit 14,000 Bew.sieht man nur Berge und Thäler; ja man kann Uri ein langes Thal der Reuß miteinigen Nebenthalern nennen, welches am Vierwaldstädtersee beginnt und längsder Reuß, die alle Gewässer der Seitenthäler aufnimmt, aufwärts, bis an die Höhedes Gotthardüberganges, 11 Stunden lang, sich erstreckt, rings umgeben von ho-hen, mit ewigem Schnee bedeckten Gebirgen, unter welchen gegen W. der Titlis, ge-gen O. der Tödi, Krispalt, und gegen S. die Spitzen des 9944 Fuß hohen Gotthard^ sich befinden. Von den Seitenthälern ist das Schächtenthal bei Altorf das größte.Der fruchtbarste Landstrich ist die Ebene von Altorf bis Amsieg, Reußthal genannt.Es wird wenig Getreide gebaut, aber gutes Obst; die herrlichsten Nußbaume um-geben die tiefer gelegenen Dörfer. Viehzucht ist der Haupterwerbszweig der Urncr,indem ihre Alpen im Sommer an 10,000 Stück Rindvieh ernähren. Der vonihnen bereitete Käse wird sehr geschätzt. Überdies gibt die starkbesuchte Gotthards-straßeviel Verdienst. DieseHauptstraßenach Italien aus dem nördl. Urscrcn-Thal' in das südliche Liviner-Thal im Eanton Tessin (vonAltorf bis Airolo 14 Stunden)ist von Amsteg bis Airolo großtenthcils mit Granitplatten gepflastert, und seit 1820für Wagen fahrbar. Ihr höchster Punkt ist 6650 F. an den Quellen des Tessin.Der Anfang des Urseren-Thales heißt das Urner Loch, eine 210 F. lange und 1215 F. breite Felsengalerie; südlich davon die Teufelsbrücke; nördlich die Schölle-nen, eine schauervolle Einöde. Die Einw. sind ein armes, gutmüthiges Hirtenvolk,von deutschem Stamme, das sich zur kathol. Religion bekennt. Die höchste Ge-, walt steht bei der Landesgcmeinde, wozu jeder Bürger nach zurückgelegtem 20. I.Zutritt hat; die vollziehende Gewalt übt der Landrath aus. Städte sind nichtvorhanden; der Hauptflecken und Sitz der Regierung heißt Altorf, in dessenNähe Bürzeln, Tell's Geburtsort, liegt. Zur Bundesarmee stellt dieser Eanton236 M., der Geldbeitrag ist 1180 Schweizerfranken.

Urin, die Flüssigkeit, welche im thierischen Körper durch besondere Werk-zeuge aus dem Blute abgesondert und aus dem Körper entfernt wird, welches Letz-tere bei verschiedenen Thierclassen (den vollkommenem und dem Menschen) durch