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11 (1830) T bis V
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Ural

Die Salzwerke der Regierung geben jährlich 1,300,000 Pud Salz; die Privat-salzwcrke liefern 6,136,000Pud. DieZahl dcrArbeiter in den Bergwerken belauftsich auf mehr als 120,000. Von Zinn findet ..ran gar keine, von Blei und Silbernur geringe Spuren auf dem Ural. Die Bcrgwerksproducte kann man jährlich imDurchschnitt auf 45, und mit Einschluß des Waschgoldes auf 50Mill. Rubelschätzen. Außer dem Hauptmarkre, der jährlich für die Erzeugnisse des Bergbauesund der Fabriken (denn Perm hat auch wichtige Ledergcrbereien, Seifensiedereienund a. Manufacturen) zu Jrbit gehalten wird, ist der Hauptstapelplatz im Innerndie Messe von Nischnei - Nowgorod; für den auswärtigen Verkehr sind es die See-häfen von Archangel, Petersburg und Taganrog. Seit Kurzem hat die Benutzungder Goldadern des Urals einen überaus reichen Ertrag gegeben. Der malische Gold-sand bedeckt eine Fläche von 36,000 LjWersten. Man findet ihn sowol in den Berg-adern als in dem Ufersande. Diese Sandbänke sind wahrscheinlich Trümmer frü-herer Gebirge. Aus den Bergadern wird das Gold durch Stampfen in Kasten vonGußeisen gewonnen, aus denen man das zu Sand zerstampfte Mineral mittelst desWassers aus die Waschbälge bringt, wo der Schlamm und die leichten Theile durchdas Wasser weggespült werden, die schweren metallischen aber sich auf dem Wasch-balge setzen, von dem sie als kleine Körner aufgelesen werden. Das Gold aus denSandbänken wird durch Waschen mittelst siebartiger Gefäße gewonnen. Zu diesemErwerbszweige braucht man 14,000 Arbeiter, darunter 4380 Bauern der Regie-rung. Die Besitzer der Privatgvldwäschen geben von ihrem Gewinne 10 Proc. ab.

Bis 1817 betrug die Ausbeute des Goldes auf den malischen Gebirgen nicht über18 Pud im Durchschnitte, jetzt ist sie auf200 Pud jährlich gestiegen. 1824 wur-den aus 200 Pud Gold 3 Mill. Goldrubel geprägt, die in Papier 10 Mill. Rubelwerth sind. Von diesem Ertrage gehörte etwas mehr als der vierte Theil der Regie-rung. Unter den Privatbesitzern haben im Ural die bedeutendsten Bergwerke derGeheimcrath Demidvff, Herr von Jakowieff, die Gräfin Stroganoff und die Kauf-leute Gubin. Nach dem Berichte des Senators Somoinoff und des Pros. Fuchszu Kasan sind die Goldbcrgwerke auf der Ostseite des Ural viel ergiebiger als die aufder Westseite. Im April 1825 fand man in den Bergwerken von Slatousk, imGouvernement Orenburg, mehre Stücke gediegenen Goldes von außerordentlicherGröße; das größte wog über 16 Pfund, die mittlern wogen alle zwischen 9, 7und 5 Pfund. Die ganze Masse hatte ein Gewicht von 1 Pud, 18 Pf., 39 So-lotniks. Nach den dort angestellten Untersuchungen war man überzeugt, das Golderzeuge sich nicht vulkanisch (durch Feuer), sondern neptunisch (durch Wasser).Merkwürdig ist die Ausbeute anPlatina (s. d.): von 1825 bis mit 1828 be-trug sie 143 Pud 25 Pf. Auch fand man bei Ekatherincnbmg einen 6 Pfund schwe-ren, sehr reinen Beryll von grüner Farbe. Der jährliche Ertrag der gold- und Platin- !Halligen Geröllschichten im Ural wird gegenwärtig auf 300 Pud (zu 40 russ. Pfund 34 Hamburg. Pf.) Gold und 90 Pud Platin geschätzt. Nördlich von Wcrcho-turi sind die Bergwerke von Berosofsk, Gumeschevsky und Pogoslowsk; bciMur-sinsk sind Beryll - und Topasgruben. Der Fluß Ural, ehemals Jaik, in äl-tern Zeiten Rhymnus, fällt nach einem Laufe von ungefähr 2000 Wersten oder300 geogr. Meilen, während dessen er mehre Flüsse aufgenommen hat, in ver-schiedenen Armen bei Gurjew in das kaspische Meer. Er ist zum Theil seicht, abersehr fischreich, besonders wird in ihm der Stör, aus dessen Rogen man den Ka-viar bereitet, gefangen. In der Steppe auf dem rechten Ufer des Urals bis an daskaspische Meer, die ungefähr 560 Werste lang und60Werste breit ist, wohnendie malischen Kosacken; das linke Ufer des Urals bewohnen die Kirgisen. Dieuralischen, sonst jaikischen Kosacken, die ein Zweig der dänischen Kosacken,von diesen aber seit 1708 ganz abgesondert sind, hat-len sich schon im Anfange des.15. Jahrhunderts hier niedergelassen, und blieben ihren Nationalsitten am läng-