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von selbst leiten. Wenngleich nun aber immer Einige diese Freiheit zweckmäßig ge-brauchten, so häufte sich doch die Zahl Derer, welche ihre Bestimmung auf Univer-sitäten gänzlich verfehlten, immer mehr. Die unwissenden und rohen Ankömm-linge wurden von alten Burschen desselben Gelichters in Haufen gruppirt, die sichder Sittenlosigkeit, dem Trunke, Schlägereien und Raufereien ergaben, die, ihreBestimmung vergessend, sich der Zügellosigkeit überließen und die Einbildung nähr-ten, als ob den Studirenden Ausschweifungen und Zügellosigkeit von Rechtswe-gen verstattet wären oder wenigstens Nachsicht verdienten. Auf diese Weise rißein Leben der Studirenden auf den Universitäten ein, welches großes Mißfallen un-ter den meisten Standen nach sich zog, und das Univcrsitätswesen erfuhr von mehrenSeiten großen Tadel. Es litt keinen Zweifel, daß der Zweck des Unterrichts aufden Universitäten von jeher bei den meisten der Studirenden sehr verfehlt wurdeund noch verfehlt wird. Daran waren aber theils die schlecht? Vorbereitung, mitwelcher die Studirenden zur Universität kamen, theils die Verhältnisse, in welchesie daselbst versetzt wurden, Schuld. Die Rechtspflege und Disciplin auf den Uni-versitäten war dem Körper der Universität anvertraut und nur darauf berechnet,daß dadurch eine Menge wissenschaftlich vorbereiteter Jünglinge von reiferm Alter,welche den festen Vorsatz haben, Etwas zu lernen, in Ordnung gehalten werdensollte. Man hatte dabei vorausgesetzt, daß die Meisten unter ihnen Kraft, Über-legung und guten Willen genug haben würden, um die crfoderliche Ordnung vonselbst zu beobachten. Auf starken Widerstand war daher die den Universitäten ver-liehene Macht nie berechnet. Man setzte vielmehr voraus, daß väterliches Zure-den, Ermähnen, Warnen und die Straf« der Entfernung von der Universität aus-reichende Mittel sein würden, die Ordnung aufrechtzuhalten. Diese Macht warbegreiflicherweise nicht stark genug, um geheime Gesellschaften, in denen sich Stu-dirende, mit Hintansetzung ihres Zweckes, zu Raufereien und liederlichen Aus-schweifungen verbanden, die, unfähig den Wissenschaften zu leben, ihre Zeit imMüßiggänge verbrachten und von dem Feuer einer unbeschäftigten Jugend zuallerlei Fehltritten hingetrieben wurden, im Zaume zu halten. Indessen ließendie Regierungen lange genug die Universitäten in diesem Zustande, da die Aus-schweifungen der akademischen Jugend den Staat unmittelbar nicht zu berührenschienen, und man glaubte, mit den Jugendstreichen es nicht so genau nehmen zudürfen. Erst als jener unruhige Geist die Politik erfaßte, und ihn der Schwindelder Revolution zu ergreifen schien, hielten es die Regierungen für nöthig, die aka-demische Jugend unter ihre unmittelbare Aufsicht zu nehmen und dem unruhigenGeiste mit Strenge entgegenzuarbeiten. Das Resultat der bei dieser Gelegenheitüber die geheimen Studentenverbindungen angestellten Untersuchungen scheint keinandres zu sein, als daß dieselben, nachdem siechich lange mit Thorheiten und Kin-dereien beschäftigt hatten, von dem politischen Taumel der neuern Zeiten angesteckt,endlich einmal eine ernsthafte Idee ergriffen, und sie zum Gegenstände ihrer Thä-tigkeit machen wollten, wobei sich aber deutlich offenbarte, daß theils die gröbsteUnwissenheit über den Gegenstand, welcher erreicht werden sollte, theils eine injenen geheimen Vereinen schon seit langer Zeit verdorbene Moral, verbunden mit ju-gendlicher gehaltloser Eitelkeit und Selbstgenügsamkeit, einen demagogischen Bundin der Burschenschaft hervorgebracht hatte, welcher die stubirende Jugend von ih-rer Bestimmung gänzlich abführte und sie zu den verderblichsten Pflichtwidrig-keitcn verleitete. Zwar sahen vernünftige Beurtheiler wohl ein, daß so lächerlichepolitische Caricaturen, als sich in diesem Bundozeigten, wol Lärm und Tumulte,aber nie eine ernsthafte Revolution erregen konnten; aber daß die Regierungen, überdie nutzlose und schädliche Richtung der kostbarsten Anstalten entrüstet, die Sacheernstlich nahmen, mußte doch Jeder billigen. (Vgl. Umtriebe.) Durch die ge-troffenen Maßregeln ist nun zwar der demagogische Schwindel unter den Studi-
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