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11 (1830) T bis V
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519
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Universitäten 5!9

^ hindurch die einzigen höhern Lehranstalten, waren, obgleich nicht alle Wissenschaf-

; ten darin gelehrt wurden, durch ihre ganze Einrichtung geeignet, die geistigen Ta-

lente zu entwickeln. Aus ihnen gingen die für ihre Zeit sehr gebildeten Schriftstel-ler, Adam von Bremen, Lambert von Aschaffenburg u. A. hervor. Nach undach traten an einigen Orten Lehrer auf, welche in neuen Wissenschaften Unterrichtertheilten. Der Reiz der Neuheit oder das Eigenthümliche des Vertrags dieser Leh-rer sammelte Kalo eine Menge wißbegieriger Schüler um sie her. So entstandeneinzelne, von den Dom - und Klvstcrschu'en ganz verscbiedcnc Schulen, deren Leh-> rec sich Netteren (Vorsteher, Regierer) nannten. In Paris standen im An-fange des 12. Jahrh, mehre solcher Lehrer auf, die vorzüglich Philosophie, Rheto-rik und Theologie lehrten; sie waren nicht alle aus dem geistlichen Stande; selbstder berühmte Abalard (s. d), der zu diesen Lehrern gehörte, war, als er s.Schule öffnete, noch nicht Geistlicher. Der große Ruf, den sich diese Lehrer er-warben, und die Vorzüge der Stadt Paris zogen auch aus fremden Landern eineMenge junger Leute herbei, die sich unterrichten wollten, und so entstand nach undnach die erste Universität in Europa. Sie war von keinem Regenten gegründet odermit Privilegien versehen worden; Lehrer und Schüler waren ganz unabhängig undkonnten den Ort ihres Aufenthalts nach Belieben ändern; sie selbst gaben sich eineVerfassung, die von der Regierung stillschweigend genehmigt worden zu sein scheint.! Gegen Ende des 12. Jahrh, ertheilte ihnen König Philipp August die Befreiung

j von allen königl. Gerichten. Lehrer und Schüler constituirten sich selbst zu Körper-

schaften, und anstatt daß vorhin jede Schule ihren besondern Vorsteher gehabt hatte,wählten sie (1206) durch Übereinkunft einen gemeinschaftlichen Rcctor. Dadurchwurden sie eine Cvmmun , ein Körper, den man univereita» nannte. Die immerstärker anwachsende Menge der Lehrer und Schüler machte jedoch verschiedene Ver-I fügungen von Seiten der Obrigkeit zu Erhaltung der guten Ordnung nothwendig.

Eine öffentliche Beleidigung, die (1229) den Studircnden zu Paris zugefügt wor-! den war, und für welche sie die verlangte Genugthuung von Seiten des Hofes nichterlangen konnten, rrbitterte sie so, daß sie sich mit ihren Lehrern größtentheils vonParis wcgbegaben. Dieser Verlust schien zu empfindlich zu sein; der Hof suchteden begangenen Fehler wieder gut zu machen; durch Vermittelung des Papstes Gre-gor IX. ward eine Aussöhnung bewirkt, und die Rechte der Universität, die sie sich selbstzugeeignet und die man bisher stillschweigend zugestanden hatte, wurden erweitert und. bestätigt. Von dieser Zeit an wurde die pariser Universität berühmter, als sie vor-

! her gewesen war. Ungefähr zu gleicher Zeit als in Paris, vielleicht noch früher,

waren zu Salerno im Königreich Neapel und zu Montpellier die ersten Lehrer derArzneikunde aufgetreten; die Schule zu Salerno («vliola 8»Iernitsna) erlangtenachher auch im Auslande, durch die unter ihrem Namen bekannt gewordenen diä-tetischen Regeln, einen ausgebreiteten Ruf. Zu Bologna wurde der erste Unter-richt im römischen Recht gegeben; Jrnerius (Werner) lehrte es hier zuerst im An-fange des 12. Jahrh, mit dem größten Beifall. An allen diesen Orten fand sich

! eine große Anzahl junger Leute ein, die Unterricht zu erhalten wünschten; die Ver-

hältnisse zwischen Lehrern und Schülern, sowie beider gegen die Regierungen, wa-ren denen in Paris ähnlich; die Einrichtungen, die sie sich selbst gegeben hatten,wurden noch im 12.Jahrh. von den Regierungen durch Privilegien befestigt. KaiserFriedrich II. war der erste weltl. Fürst, welcher eine Universität bestätigte, nämlichNeapel1224; für alleandre, selbst inFrankreich und Deutschland gestiftete, mußtedie päpstliche Bestätigung nachgesucht werden. Zu eben der Zeit, als Lehrende undLernende sich zu einem Körper constituirten, entstand auch die Eintheilung der Mit-glieder dieser hohen Schulen in Nationen oder einzelne Körperschaften, solcher, dieaus gewissen Ländern gebürtig waren, ihre eigenthümlichen Vorsteher (Urvvuratn-xe»), Lassen und a, Einrichtungen hatten, kurz, gelehrte Zünfte, Diese Emthej-