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Unitüt Uiiwcrsüätm
genannt werden. Der Geist ihrer Glaubenslehre, die noch viel Unbegreiflichesim historischen Christenthumr stehen laßt, wird am richtigste» als ein auf halbemWege gebliebener und daher folgewidriger Rationalismus charakterisirt, den dietheologischen Schulen der neuern Protestanten immer noch sehr altgläubig findenwerden. In ihrer wissenschaftlichen Bildung stehen sie weiter hinter den Protestan-ten zurück. (Vgl. So ein inner.) In England genießen die Unitarier denselbenSchutz wie andre Nonconformisten. L.
Unitat der evangelischen Bruder, s. Brüdergemeinde. Nachträg-lich muß hier nur noch Schulze's den gegenwärtigen Zustand der Gemeinde vollstän- jbig und unparteilich darstellende Schrift: „Von der Entstehung und Einrichtungder cvangel. Brüdergemeinde" (Gotha 1822) und die 5. Aufl. (1823) der kurz-gefaßten „Histor. Nachricht von der gegenwärtigen Verfassung der evangel. Brüdcr-gemeinde' erwähnt werden. Über die Feier des 100jährigen Jubelfestes der Ge-meinde am 17. Juni 1822 s. „Lit. Conv. - Blatt", 1822, Nr. 194.
Universalgeschichte, s. Geschichte.
Univcrsalien (univvrsrrlia) nannten die Scholastiker das Allgemeine inunserm Vorstellen und insbesondere die Gattungen und Arten. Hier war die Frage:Existirt das Allgemeine wirklich außer uns, oder ist es bloß in unsern Gedanken? list es körperlicher oder »»körperlicher Natur? und in letzterm Falle, existirt es ab-gesondert von den Individuen oder Sinnengegcnständen; oder Ist es nur in densel- >den vorhanden? Über die Beantwortung der Fragen waren die Ansichten der N o- ,winaiistcn (s. d.) und Realisten getheilt.
Universalsprache, s. Sprache und Pasigraphie. -
Universitäten (Gcsammtschulen) sind hohe Schulen, aufwelchen alleHaupt - und wichtige Hülfswissenschasten gelehrt werden, und die zugleich das Rechthaben, in allen Hauptwisscnschaften die höchsten Würben zu ertheilen. Ihr Zweckist, den Menschen und Staatsbürger wissenschaftlich auszubilden. Sie unterschei-den sich dadurch von den eigentlichen Akademien (s. d.), welche eine Vereini-gung von Gelehrten zu einem gemeinschaftlichen wissenschaftlichen Zwecke sind, beiwelchen aber keine Verbindung zwischen Lehrenden und Lernenden, keine Ertheilungvon Graden oder Würden stattfindet, obgleich man in Deutschland seit dem 16.Jahrh, die Benennungen Akademie und Universität als gleichbedeutend gebraucht.Die Universitäten unterscheiden sich ferner von den Lyceen, Gymnasien und Spe>cialschulen, wo nur eine oder einige der Hauptwisscnschaften gelehrt und keine Gra-de ertheilt werden. Der tat. Name Hiiivcrnit»« kani im Anfange des 13. Jahrh,auf, und man bezeichnete damit zuerst die Gesammtzahl der Studirenden oderSchüler, in der Folge die an einem Orte vereinigte Gesammtheit der Lehrenden undLernenden (univorsitss m.iAistroi'iim et scliolsrmm); später brauchte man denAusdruck uirivvrsltas literarum , um anzuzeigen, daß auf einer Universität alleHaupt - und Hülfswissenschasten gelehrt würden. Bei den Alten hießen die Lehr-institute soliolae oder stucki»; diese letztere Benennung blieb in Italien am längstengewöhnlich, und man findet noch in ältern Schriftstellern die Ausdrücke 8tuckium )I'rrtavimli», Lononienso (Universität zu Padua, Bologna).— Die Zeit desUrsprungs der ersten Universitäten in Europa läßt sich nicht mit völliger Gewißheitangeben. Bis auf Karl d. Gr. war Europa durch die Völkerwanderungen und un- >aufhörliche verwüstende Kriege in die größte Barbarei versunken. Karin gebührtdas Lob, daß er in s. weitläufigen Staaten, nach dem Rath und durch thätige Mit-wirkung des Engländers Alcuin (s. d.), wissenschaftliche Kenntnisse zu verbreitensuchte. Auf s. Befehl wurden bei jedem Kloster und bei jeder Stiftskirche Schule» ^errichtet, die hauptsächlich der Bildung künftiger Geistlichen gewidmet, wo aber sauch Jünglinge aus vornehmen Familien, die nicht für den geistlichen Stand bc-stilM.t waren, Unterricht erhielten, Diese Kloster- WdDomschulen, mehre Jahrh, ^