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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
517
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Unitarirr 517

^ kleinen halben Ton erhöht werden, ohne ihre Natur als Pcime zu verlieren, da sie^ dabei ihre Stufe behauptet, woraus das Intervall der übermäßigen Prime ent-steht. Mein der Einklang ist keiner Erhöhung oder Erniedrigung fähig, ohne seineEigenschaft als solcher zu verlieren; denn sobald einer von den beiden im EinklängestehendenTönen erhöht oder erniedrigt wird, hört er auf, Einklang zu sein, und trittaus dem Verhältnisse der Gleichheit. Ein übermäßiger Einklang ist ein offenbarerWiderspruch. Übrigens vertritt häufig der Einklang die Stelle der Octave, und istdann in der Anwendung denselben Regeln wie jene unterworfen. V. v.

Unitarier heißen die Glieder einer christlichen Sekte, welche im alleinigenBesitze des Glaubens an die Einheit (blaitso) Gottes zu sein meint und die kirch-liche Lehre von der Dreieinigkeit verwirft, daher sie auch Antitr initarier (s. d.)und neue Arianer genannt werden. Schon gegen die Mitte des 16. Jahrh, hattensie Gemeinden in Polen und Siebenbürgen gegründet, unter denen Erstere sichpolnische Bcüder nannten, Lehrer von ausgezeichneter wissenschaftlicher Bildungund in Rakau eine gelehrte Schule nebst einer Buchdruckerei besaßen. Innere Lchr-streitigkeiten störten den Frieden dieser polnischen Unitaricr, deren freie Religions-übung hauptsächlich durch den Schutz angesehener adeliger Familien, die ihnen an-gehörten , bis in die Mitte des 17. Jahrh, gesichert ward. Ein Unfug ihrer Stu-direnden zu Rakau zog, in Folge des Reichstags 1638, die Aufhebung ihrer dorti-gen Schule und Kirche und harte Verfolgungen von Seiten der Katholischen nach, sich, die sie wegen ihres Zusammenhaltens mit den Schweden in den damaligen Krie-gen treffen mußten. Endlich wurde 1658 durch ein königl. Edict ihre Religions-übung in Polen gänzlich unterdrückt, und jedem dieser neuen Arianer oder Socinia-ner, wie man sie nannte, geboten, entweder katholisch zu werden oder binnen 3Jahren das Land zu räumen. Manche wählten das Erste, doch die Meisten flüch-teten sich mit den Resten ihres Vermögens in westliche protcst. Länder. In Preußengründeten sie 2 Colonien, wovon die eine zu Andreaswalde im Amte Johannisburgnoch mit einer eignen Kirche und freier Religionsübung besteht; in Deutschland ver-stattete man ihnen nur einen vorübergehenden Aufenthalt; in Holland verloren sichMehre unter den ähnlichgesinnten Nemonstranten und Taufgesinnten. Nur dienach Siebenbürgen Geflüchtetcn fanden brüderliche Aufnahme, und dieses Groß-fürstenthum war das einzige Land in Europa, wo die Unitaricr eine durch Gesetzegesicherte freie Ncligionsübung genießen, unter die vom Staat anerkannten Con-. fessionen gehören, an allen bürgerlichen Rechten und öffentlichen Ämtern Theil nch-! men und ihre eigenen Abgeordneten zu den Landtagen schicken. Ihre Anzahl be-läuft sich auf 50,000 Seelen, fast durchaus Ungarn und Szekler, die 164 Kir-chen unter einem Superintendenten und 2 Eonsistoricn, auch zu Klausenburg, ih-rem Hauptsitze, und zu Thoarda gelehrte Schulen haben. In Gottesdienst undKirchenverfaffung stimmen sie meistenthcils mit den Protestanten überein. Obgleichsie gemeiniglich Sociniancr genannt werden, weicht doch ihr Lchrbegriff merklichvom Socinischen ab und verdient nicht alle die Vorwürfe, die theils die Uneinigkeitder polnischen unitarischen Schriftsteller, theils der Sektenhaß der abendländischenChristen veranlaßt und bis auf die neuesten Zeiten zu ihrem Nachtheil in Umlauferhalten hat. Dieser zu wenig bekannte Lchrbegriff der siebenbürg. Unitaricr kannam besten nach der ,,8umma univvrsne IlieoloAiae »evunstum linitarioo" (Klau-senburg 1787, deren Vf. Pros. Markos sein soll) beurtheilt werden. Daraus er-hellt, daß sie die Bibel als die einzige Quelle ihrer Religionserkenntniß achten, aberan manchen Stellen willkürlich auslegen, Jesum als den Sohn Gottes ehren, aberihn auch nach seiner Gottheit dem Vater unterordnen und sein Erlösungsweik durchschriftwidriges Allegorischen in ein dem cvangel. Lchrbcgriffe mehrfältig widerspre-chendes Licht stellen, und die Sacramente keineswegs als Gnadenmittcl, sondern1 I»r als heilige Gebräuche begehen, Ihre Moral kann dagegen nicht schrjstwidrig