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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
507
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Ungarische Weine Unger (Joh. Georg—Joh. Friedr. Gottlieb) 5V7

scher und Kenner, wie Stephan v.Horvät, zu wünschen ist. — Wörterbücher ha-ben wir aus den frühesten Zeiten von Pcsti, Verantius, Mcgiserus, Fabricius,Molnür, und besonders von Pari; Päpai; in neuern Zeiten hat Jos. Märtonmehre kleine und größere, und unlängst Benj. Mokry ein lateinisch-ungarischesherausgegeben. Aber den ganzen Wortschatz der ungarischen Sprache kritisch zusichten, kein etymologisch und historisch-grammatisch darzustellen, bleibt noch einemkünftigen ungarischen Philologen vorbehalten.

Ungarische Weine. Nächst Frankreich ist Ungarn das bedeutendsteMinland in Europa, in Bezug aus die Menge sowol als auf die Verschiedenartig-keit des Productes. Das jährliche Erzeugniß Ungarns und der dazu gehörigenLänder mag 30 — 50 Mill. Eimer betragen. Im Allgemeinen enthält der unga-rische Wein sehr viel Weingeist und wenig Phlegma, weßhalb man ihn den sogen,schweren oder dicken Weinen beizählt, die zwar eine stärkere Wallung des Geblüts,aber nicht leicht Kopfschmerzen und Magenübelkeiteu verursachen. Unter die edel-sten Sorten gehört der T okaier, der in derHegyallya (der Umgegend des Tokaier-gebirges) im zempliner Eomitate, unter 48°N.Br. wachst. -Hier werden dieTrcckenbceren auf das sorgfältigste von den andern Beeren gesondert, und sodannaus jenen eine dreifache Gattung bessern Weins bereitet. Die vorzüglichste Gat-tung heißt Essenz, sie ist der ölige Traubcnsaft, welcher aus den Beeren vonselbst, mittelst des Druckes ihrer eignen Schwere, durch durchlöcherte Gefäßeabtropft. Fließt nichts mehr ab, so werden diese Trockenbeeren mit süßen zerdrücktund zum Teig gemacht, dann mit Most übergössen, und nachdem der Trockcnbcer-teig seinen Saft in Gährung mit dem Moste vermischt hat, der süße Most in Fässergegossen, woraus der Ausdruck) entsteht. Ein zweiter Aufguß von ordinairem To-kaiermost, wobei die Überreste der Trockenbeercn mit den Händen ausgepreßt werden,gibt den LIÜ 82 IÜ 8 (Mäschl-ssch). Auf gleiche Weise wird !m möneschcr Gebirge (imarader Eomitate) Ausbruch und Mwrckü«, sowie in Nust (im ödenburger Eomitate)und St.-Georgcn (im prcsburger Eomitate) Ausbruch bereitet. Überdies erzeugtUngarn vortreffliche Tischweine, worunter die ausgezeichnetsten sind: der ofner,crlauer, szeckszarder, neßmblyer, villüncr, schomlauer, verschetzcr; die See-weine (am Neusiedlcrsce), der szcrcdnyer, mischkolzer, diüßeghcr, sjvkelyhider.Auch Kroatien hat gute, aber nicht sehr haltbare Weine. Die slawonischenWeine, rvorunterLer syremicr der bekannteste ist, sind ungemein stark. Wol dieHälfte des ganze» Weinerzeugniffcs wird in Ungarn selbst vertrunken; der bessereTheil jedoch wird an die Polen, Russen, Scklefler und Üstreicher verkauft, oderauch gegen andre Produkte ausgetauscht. — Man sagt dem ungarischen Weine»ach, daß er sowol in den Kopf steige als in die Füße schlage, und überhauptnicht aufheitere.

Unger (Johann Georg), geb. zu Goos unweit Pirna 1715, lernte ineiner unbedeutenden Ossicin die Buchdruckerei, und nebenbei, getrieben von sei-nem regen Geiste, für sich selbst das Holzschneiden. 1740 ging er nach Berlin,wo er unablässig arbeitete, die in den Buchdruckereien gewöhnlichen Verzierungenzu verbessern, und in der Formfchneidekunst ausgezeichnete Fortschritte machte.Um sich in dieser seiner Lieblingskunst recht zu vervollkommnen, widmete er sichihr 1757 ein ganzes Jahr lang, und löste dabei die schwierigsten Aufgaben, soz. B. brachte er 5 Landschaften zu Stande, die wahre Kunstwerke sind. Ohneseine Verdienste um typographische Schönheit hinreichend belohnt zu sehen, starbder bescheidene Künstler 1788. — Sein Sohn, Joh. Friedrich Gott lieb,geb. 1750, trat in die Fußstapfen seines Vaters und ward einer der ausgezeichnet-sten Männer s. Fachs. Seine Bemühungen gingen dahin, die deutsche Schriftdurch mehre Abrundung und Annäherung an die lateinische zu verschönern, undihr so viel Einfachheit zu geben, daß sie zwischen der gothisch-deutschen und echt-