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Ungarische Literatur
Debreczin 1590, von Verantius zu Venedig 1595, von Alb. Molnar zu Nürn-berg 1604. und desselben Grammatik, zu Hanau 1610; die Sprachlehren vonGele! Katona zu Karlsburg 1645, von Csipkes Komäromi zu Utrecht 1655, vonPereszlenyi zu Tyrnau 1682, von Köveüdi zu Leutschau 1690 und zu Kaschau1766; die „Oriziues huiiZaricae" von Otrokotsi Foris zu Franckcr 1693, dieRechtschreibung vonTötfalust zu Klausenburg 1697, das berühmte und hernachoft verbessert herausgegebene „viotionarium" von Päcizpapai, zuerst in Lmtschau1708, mit Tsätsi's Grundsätzen der ungarischen Orthographie, gedruckt rc.
Dieses frische, organisch gesunde Leben, das nicht nur kräftigen Wachsthum,sondern auch die edelsten Früchte hoffen ließ, wurde jedoch bald verkümmert. Derschöne Baum gcricth in Stocken, seine meisten Zweige dorrten ab; denn man hatteihm »»merklich die Wurzeln abgegraben und die zuträglichste Nahrung allmaligentzogen. Indessen stand der Tulpenbaum der lat. Schriftstellern in Ungarn inder prachtvollsten Blüthe (von 1700—80). Jetzt erschien die erste ordentliche Zei-tung in Ungarn (1721), jedoch in lat. Sprache; der Staalsschemalismus odersogen. Tilularcalender, der 1726 begann, wurde in lat. Sprache abgefaßt, so-wie bisher noch immer. In diesem Zeiträume glänzen die durch römische Eleganzeinander überbietenden Werke eines Hidi, Hcvenesi, Ezwiltinger, Kazy, Tarnätzi,Matth. und Karl Bel, Prileszky, Huszty, Szegedi, Descricius, Stilting, Bajtai,Timon, Peterssi, Kaprinai, Kollar, Lad.Thurotzy, Schmitt, Bod,Szaszky, Schier,, Severini, Bentzur, Pray, Eornidcs, Eetto, Günätzy, Novak, Salagi, Katona, Ker-chelick, Palma, Wagner, Schönwisncr, Kovachich, Veszprümi, Horanyi u. s. w.Allein schon in dem letzten Jahrzehend der unsterblichen Maria Theresia hatten diefür Ungarns Nakionalcullur so höchst ungünstigen Umstände eine glückliche Wen-dung genommen, und sogleich traten auch die guten Wirkungen davon ins Leben.Die lieblichen Geistesblüthen eims Franz Faludi, Abrah. Bartsai, Frcih. LorenzOrtzy, Georg Bcssenyei, Alex. Bärötzi, Giaf Ad. Teleki, Freih. Steph. Daniel,Paul Anyos u. A. sproßten schon damals bescheiden hervor. Aber in der reinenLuft und freien Sonne, deren Genuß Joseph II. mit menschenfreundlichem weisenSinn gewährte, mußte Alles weil fröhlicher gedeihen. 1781 gelang es den Be-mühungen eines wackern Gelehrten, Matth. Rath, die erste ungarische Zeitungia Prcsbucg zu begründen; bald darauf entstanden mehre, die aber jetzt auf 2 be-schränkt sind, wovon die eine in Wien, die andre zu Pesth erscheint. Zahlreichel Übersetzungen alter und neuer, meist classischer Werke suchten das in der Nationerwachte Bedürfniß einer geschmackvollen Lecture zu befriedigen.
> Bei der nach Josephs II. Tod eingetretenen gewaltigen, jedoch unblutigen^ Umwandlung des Zustandes der Nation wurden auf den Reichstagen wichtige Ge-setze gegeben und auch sonst a. Anordnungen getroffen, die auf die kräftigere Förde-rung der Nativnalliteratur, aus die zweckmäßige Entwickelung und Verbreitungvolksthümlicher Cultur abzielt.». Es wurde festgesetzt, daß die ungarische Sprachein allen niedern und hohem Schulen, als ordentliche Wissenschaft, gelehrt, daß
> in derselben die Geschäfte bei allen öffentlichen, politischen und juridischen Behördengeführt, alle öffentliche Acten und Protokolle ungarisch verfaßt werden sollten. Invielen Schulen wurden mehre Lehrvorträge ungarisch gehalten; es kam ein ungari-sches Theater in Ofen und Pesth zu Stande; mehre Zeitschriften sorgten für dierege gewordene Leselust, z. B. „Himlenes Ozüjtomöngi", „Orpheus", „KassaiNureum", „Urania" u. a.; namhafte Preise wurden ausgesetzr für die Ausarbei-tung wichtiger literarischer Werke. Geistreiche und treffliche Schriftsteller tratennun auf, die mit vereinten Kräften die ungarische Literatur so mächtig hoben, daßsich dieselbe kühn an die Literatur andrer gebildeten Nationen unserer Zeit anreihendurfte. Auch erschienen Zeitschriften, die mehr literarische Tendenz hatten, wiedie „k^vlvmivvlü 1'arsassA munstagi", das „klräölgl ülunoum", das noch beste-