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11 (1830) T bis V
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Ungarische Literatur

Hanulik, Pallya, 3,'mänyi, Szcrdahelyi, Somsich, Nic.Revai, Desöffy, Car-lovszky u. m. A. Jedoch alle diese in einer ausländischen, todten, dem Geniusder Nation gar nicht homogenen Sprache erworbenen und verarbeiteten gelehrtenKenntnisse blieben nur das ausschließliche Eigenthum einer besondern Kaste, undgingen so wenig in das Volksleben über, hatten so geringen Einfluß auf die allge-meine Cultur, daß, ungeachtet der schon unter Matth. Corvin in Ungarn so hochgestiegenen exotischen Gelehrsamkeit, noch unter Wladislaw ll. (1491) gar vieleGroß Würdenträger des Reichs weder lesen noch schreiben konnten.

Was bis auf unsere Zeiten herab für die innere Bildung der ganzen Nationgeschah, ist, sowie überall, vorzüglich dem wohlthätigen Einfluß der in der leben-den Sprache deS Volks aufblühenden Literatur zuzuschreiben, die wieder aus derHähern Cultur des Ganzen desto kräftiger emporwächst. Als im 11. Jahrh, mitder Einführung des Christenthums in Ungarn die lat. Sprache in Kirchen, Schu-len und in Staatsgeschäften herrschend wurde, erhielt sich doch die ungarische imHandel und Wandel, in den Kriegslagern, bei Familien- und Volksfesten, undIn den Versammlungen der Comitate und Reichstage, deren Beschlüsse erst unga-risch abgefaßt wurden. Bei den lat. Anreden der fremden Priester und Missionnairean das Volk mußte auch gewöhnlich ein Dolmetscher zur Seite stehen, der das Ge-sagte in der Landessprache erklärte; eingeborene Geistliche verrichteten wol auch hierund da manche Funktionen in der Muttersprache. Noch haben sich Spuren alterKriegsliedcr, Fragmente von Volksgesängen und kirchlichen Sermonen erhalten(Rövai, „Lntiguir. literat. iiuvA.", 1. Bd., Pesth 1803); in den Annalen undUrkunden werden die vantus loouiatorum und I rullatorum erwähnt (Cornidcs,„VimUo. elnon. Lolae Kotarü", mft kmFvl, S. 21V), die Vorrede zu dem De-ckte Colomans im „6orp. zur. bunF." sagt ausdrücklich, dasselbe sei aus demUngarischen übersetzt; die goldene Bulle Andreas H. soll noch im ungarischen Ori-ginale vorhanden sein. — Einen freiern Aufschwung gewann die Sprache des Lan-des, und mit ihr die Nationallitcratur, zuerst unter der weisen Regierung der Kö-nige aus dem Hause Anjou. Für kirchliche und Staatsgeschäfte blieb wol die la-teinische nock immer die Hauptsprache; aber die ungarische erhielt doch eine ausge-breiteter« Anwendung als vorher. Sie war jetzt wirkliche Hofsprache, selbst derweibliche Hofstaat bestand größtcntheils aus eingeborenen Frauen und Fräulein;Karl Robert ließ die verlobte Braut seines Sohnes, sowie König Ludwig.der Gr.seine beiden bestimmten Eidame an seinem Hofe selbst erziehen, um sie mit denSitten und der Sprache des Landes bekanntzumachen. Jetzt wurden schon Urkun-den und Briefe in ungarischer Sprache ausgefertigt; die noch im corpore zuri»iuinZ. vorhandene ungarische Eidesformel ist aus dieser Zeit. Man sing auch be-reits an, die heil. Schrift ins Ungarische zu übersetzen; dies beweisen nicht nurglaubwürdige Zeugnisse in den „^nnal. N88. Orä. 8. krancisvi'' in der bischöfl.Bibliothek zu Karlsburg in Siebenbürgen, sondern auch der wirklich vorhandeneCodex einer solchen Übersetzung vorn 1.1382 in der kaiserl. Bibliothek in Wien.S. Steph. Horvüt, „Vertheidigung Ludwigs l. und Matth. Corvin's" (Pesth1815). (Bandtke's und Dobrowszky's Zweifel in „Vliscell.", Krakau 1814,4,1. Abschn., S. 85, haben keinen Grund.) Hierauf folgten, ungeachtet deSgewaltigen Entgegenstcmmens der Inguikitoruiu kacreticao praritatis, spätermehre Übersetzungen der Bibel, wie die von Ladislaus Bärhori 1450, die vonBertalan 1508 u. s. w. Nach solchen Vorgängen konnte schon Janus PannoniuSsich an die Ausarbeitung einer ungarischen Grammatik wagen (etwa um 1465),die jedoch leider verloren gegangen ist. — Im 16. Jahrh, aber trat die günstigePeriode für die höhere Ausbildung der ungarischen Literatur ein. Denn unter Fer-dinand I. und Maximilian (1527 — 76), wo, theils nach den weisen Regierungs-maximen dieser trefflichen Fürsten, theils durch den Drang der Umstände, die mäch-