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11 (1830) T bis V
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Ungarn (gcogr.-statist.)

gen. Ungarn erzeugt alle Gattungen von Getreide (jährlich an 80 Milk. Metzen),türkischen Weizen (Äukurutzh Reis, Futterkrauter, Kartoffeln, Hülsensrüchte, Gar-tengewächse, Melonen (auf freiem Felde), türkischen Pfeffer (Paprika), Obst (vor-züglich Pflaumen wegen des daraus zu brauenden Branntweins oder SlivovitzaS),Wein von den verschiedensten Sorten (ungefähr 18 — 20 Mill. Eimer in einemMilteljahre), Holz (von mehr als8 Mill. Jochen Waldungen), Galläpfel, Pott-asche, Taback (300,000 Ctnr.), Hanf, Lein, Hopfen, Saffran, Waid, Krapp,Sumach, selbst Baumwolle und Rhabarber. Wichtig ist die Viehzucht: Pferdein großen Gestüten; Heerden von 12 —1500 Stück Rindvieh in den Ebenen; ^Schafe (8 Mill.); Schweine; Wild (in den nördl. Gegenden auch Bären); Ge- !flügel, Fische (worunter der Hausen und der Fogasch s8al,»o llautox), die vorzüg- ^liebsten); Bienen und Seidenwürmer (oie jährlich an 200 Etnr. Seide geben). Derreiche Bergbau (4 Distrikte, mit 7 freien königl. Bergstädten im SchemnitzerBe- jzirk) liefert: Gold (in Ungarn 1600, in Siebenbürgen 2000 — 2500 Mark);Silber (in Ungarn allein 87,000 Mark); Kupfer, Eisen, Blei, Zink, Kobalt,Spießglas, Schwefel, Arsenik, Stein-und Kochsalz, Soda, Salniter, Alaun,Vitriol, Marmor, Steinkohlen, Torf; von Edelsteinen kommt der Opal undEhalcedon in seltener Schönheit vor. Überdies zählt kein Land so viele Mineral-wasser und Heilquellen. Ungarn (ohne Siebenbürgen und die Militairgrenze) hatauf 4175 lJM. gegen 94 Mill. Bew. in 53 königl. Freistädten, 760 privilegirtenMarkten (oppicks), 1364 adeligen Landgütern (praeäis) und 10,349 Dörfern;Siebenbürgen hat auf 1109 HjM. 2 Mill., und die Militairgrenze auf 610 ff)M. l

935.000 Einw. Die größten Städte sind: Pesth (mit 61,000 E.), Debreczin ^

(mit 42,000 E.), Presburg (mit 36,000 E.), Szegedin (mit 32.000 E.). Das .größte Dorf in Europa ist unstreitig Ezaba, 18 Meilen von Pesth, das 1715 !

angelegt, über 20,000 E. zählt, lauter Slawen, und fast alle evangel. Reli-gion. — Merkwürdig ist die Verschiedenheit der Nationen, die sich mit schroffenEigenheiten gegenüberstehen. Den größten Theil des Flachlandes bewohnen die >Magyaren, während die ihnen an Zahl überlegenen Slawen die bergigen Gegen-den bebauen, und die Deutschen vorzugsweise in Städten leben. Walachen, Grie-chen, Armenier, Elemenliner, Franzosen, Italiener , Juden (deren Tolecanztaxe

120.000 Gldn beirägt) und Zigeuner (die Spielleute der Magyaren und Schmie-

de der Dorfbewohner, ungefähr 40,000) sind bunt durcheinandergemischt. Den ,römisch-kathol. Glauben bekennen nahe an 4 Mill.; die augsburgische Eonfession '(meistentheils Deutsche und Slawen) mehr als 1 Mill.; die helvetische Eonfession )über 14 Mill. (fast lauter Magyaren, daher ihre Kirchen und Schulen die magya- !rischcn genannt werden); orientalische Christen gibt es 1,100,000; Juden 150,000. !

Den Ungar treibt seine Neigung zum Ackerbau und zur Viehzucht. Beide liegen lnoch in der Kindheit, wenngleich die unerschöpfliche Zeugungskrast der Natur den ^Mangel an größerer Sorgfalt und Kunst ersetzt ; es darf aber.auch nicht übersehen swerden, daß Ungarn verhältnißmäßig wenig Hände hat, daß der ungarische Bauer 'kein Grundeigenthum besitzt, und daß der auswärtige Handel gehemmt ist. Man- >che Verbesserungen gehen indessen von einzelnen Güterbcsitzecn aus, und Ungarnbesitzt 2 von Privaten (dem Grafen Festetits und dem Herzoge Albert von Sach- äsen-Teschen) gegründete Anstalten zur Verbreitung rationeller Landwirthschast, ^nämlich das Georgikon zu Keßthcly und das ökonomische Institut in Ungarisch-Al-tenburg; auch gibt es 22 landwirthschaftliche und 3 pomologische Gesellschaften.Den Bergbau betreiben Deutsche und Slawen; ihn befördert die von Auslan- hdern besuchte Bergakademie zu Schemnitz. Unter den Handwerkern zeichnen sich

die Gerber, Kürschner, die Verfertigte von Tschismen (Stiefeln aus Corduan), 8Schnürmacher und Barbiere aus DaS Manufaktur- und Fabrikwesen ist unbe- ^deutend; doch verdienen einige Eisen- und Kupferhämmer, Leinwandwebereien