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Ungarn (Geschichte)
erzwäng 1222 die Bestätigung und Erweiterung seiner Vorrechte durch die goldeneBulle; diese 1233 ein günstiges Concvrdat. Bela's IV. wohlthätige Neformcn wur-den durch den Einfall der Mongolen (1241) unterbrochen; das Reich selbst geriethnach dem Verluste der Schlacht aufder Heide von Mohi, 6 Meilen von Tokai, in denkläglichsienZustand. Nach dem Abzüge jenerHorden riefBcla wieder deutsche An-siedler in das entvölkerte Ungarn, und hob dcnBürgcrstand, indem er dieAnzahl derkönigl.Freistädte vermehrte. Doch gab er dadurch, daß er seinen Sohn Stephan alsMitregentcn krönen ließ, zu Irrungen zwischen Vater und Sohn Veranlassung, wo-durch das königl. Ansehen erschüttert und des Staates Versal! beschleunigt wurde.Mit dem Tode Andreas til. (1301) erlosch dicmännlicheLiniedesarpadischen Stam-mes. Unter den Regenten aus dem Hause Anjou erreichte Ungarn den höchstenGipfel seiner Macht. Zwar sahen auch sie noch in den Prälaten und Baronen dieStützen ihres Thrones; indessen wußten sie die denselben gestatteten Vorzüge durchandre Verpflichtungen, wohin auch die Unterhaltung von Bandecien (Hecrbanncrn)gehört, aufzuwiegeln Karl l. verbesserte das Münzwesen, schuf ein neues Abgaben-systcm, das sich auch auf die Bauern des Adels und der Geistlichkeit erstreckte, undleitete statt der üblichen Eottesurtheile ein ordentliches gerichtliches Verfahren nachfcanz.-italienischer Sitte ein. Ludwig l. fügte zu seinen Reichen Polen, Rothrußland,die Moldau und einen Theil von Serbien hinzu; seine Reisen und Feldzüge machtendie Nation mit auswärtiger Cultur bekannt; er gründete (1367) eine hohe Schulezu Fünfkirchen, befreite den Handel von übermäßigen Zöllen und dcm Schachergeistcder Juden, die er aus dem Lande vertrieb. Siegmunds Regierung füllen s. Streitig-keiten mit den Oligarcheu, die ihn selbst einige Monate lang gefangen hielten, derEinbruch der Türken in Ungarn (1391) und die Hussitenkriege aus. Obschon als rö-mischer Kaiser milden Angelegenheiten Deutschlands und der kathol. Kirche vielfältigbeschäftigt, führte er doch Gleichheit der Maße und Gewichte und das erste Militair-reglcment in Ungarn ein, erhob die königl.Freistädte zur Reichsstandschaft (1405)und errichtete eine Akademie zu Ofen. Allein die Türken beunruhigten fortwährendUngarn, das nun zur Vormauer der Christenheit wider die zweifache Pest der Ungläu-bigen wurde. König Wladislaw l. siel in der blutigen Schlacht bei V arn a (1444)(s. d.), und der Plan des unsterblichen Johann Hunyades, die Türken aus Europa zuvertreiben, scheiterte an der Lauheit der christlichen Höfe und den Ränken seiner Nei-der. Vergebens unterstützte den Helden die Bcredtsamkeit des Franciscaners Joh.Capistran, der zur Rettung des schon halb erstürmten Belgrads (14. Juli 1456)viel beitrug. Mit sichercrHand führteÄönig Matthias Corvinus, Huntzadeö's Sohn,die Regierung. Diplvmatiker und Feldherr zugleich, beschwichtigte oder demüthigte eralle innere und äußere Feinde des Reichs, befestigte durch eine wohlgeordnete Comi-tatsgerichtsverfassung den nur zu oft gestörten Landfrieden, und erwarb sich so, un-geachtet mancher harten Maßregel, die er zu ergreifen nicht selten gezwungen war,dieLicbe und das Vertrauen der Nation. Noch jetzt lebt in dem Munde des gemeinenMannes in Ungarn das Sprüchwort: „König Matthias ist todt; mit ihm ist dieGerechtigkeit dahin!" Von s. Neigung zu den Wissenschaften zeugt das Entsteheneiner Universität zu Presburg(l8tropvli8)1467, die Berufung fremder Gelehrten,besonders Jialiener, und seine kostbare Bibliothek im königl. Schlosse zuOfen, derenSchätze nach s. Ableben muthwillig zerstreut, nur in Trümmern auf die Nachweltge-kommen sind. Wenn unter Wladislaw il. und Ludwig 1i. der Ehrgeiz und die Hab-sucht der Optimalen, zu derenHauptsich StephanAapolyaundnach ihm sein SohnJohann aufgeworfen, im Innern die größte Verwirrung und einen nur mit unmensch-licher Grausamkeit unterdrückten Bauernaufstand (1514) hervorbrachten, so wurdedadurch des Reiches Thatkraft nach Außen vollends gelähmt. Eine Folge dieser Zer-rüttung war der Verlust der Schlacht bei'Mohatsch (1526), die dem Könige Lud-wig !i. das Leben kost-te und einen großen Theil Ungarns auf 160 I. in eine türkischeProvinz verwandelte. Umden Rest des Landes stritten sich die Geqenkönige Ferdinand