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Umlauf Umtriebe (dcmagog.) in Deutschland
(nur eine Octave, Decime, Duodccime) erhöht oder verliest, mithin bald als obere,bald als untere Stimme vorkommt. (S. Contrapnnkt.) — In der Logik nenntman Umkehr ung diejenige Veränderung, welche mit einem logischen Satze vor-geht, wenn der Subjectbegriff zum Pradicatbegriff und umgekehrt gemacht wird.
Umlauf heißt die Bewegung eines um einen Mittelpunkt laufenden Kör-pers durch s. ganze Bahn. Die Zeit, in welcher dies einmal geschieht, heißt dieUmlaufszeit. Das Verhältniß der dabei stattfindenden geschwinder» oder langsa-mern Bewegung zu der Entfernung vom Mittelpunkte und der vom Körper mitge-theilten Kraft und andern Einwirkungen erläutert die Mechanik des Himmels. — '
Über die Umlaufszeit der Planeten um die Sonne s. Sonnensystem.
Umlaufendes Capital (Nationalökonomie). Dasselbe kann nursinnlich sein, nie geistig; denn nur sinnliche Güter können ihren Besitz verändern,niemals geistige. Es sind dahin alle rohe Stoffe zu rechnen, aus welchen der Ge-wcrbfleiß der Menschen Waaren bereitet, die Münzstücke, womit die Arbeiter be-lohnt, die Nahrungsmittel, welche denselben während der Äußerung ihrer Thätig-keit gereicht werden; denn von sämmtlichen Gütervorräthen dieser Art muß manden Besitz aufgeben, will man die Güter ins Dasein rufen, zu deren Hervorbrin-gung jene Verrathe bestimmt sind. K!U.
Umriß (Contvur) nennt man in den zeichnenden Künsten die äußersten Li-nien, wodurch man die Grenzen— mithin die Form irgend einesKörpers — andeu-tet. Daher man auch Bilder, wo bloß die Figur der Körper, ohne Erhabenheit ,oder Tiefe, ohne Schalten und Lichter und ohne belebende Farben angegeben ist,Eontoure oder Zeichnungen in Umrissen nennt. Solche Darstellungen können sichdaher nur durch richtige und geistvolle Zeichnung und Anordnung empfehlen. Da ^dies aber die Elemente der Malerei sind, so haben sie für den Kunstkenner großenWerth. Man hat daher in unserer Zeit mit Recht angefangen, Bedeutung auf solcheEontoure zu legen, und nicht nur vorzügliche Bilder auf diese Weise in Kupfer gesto-chen, sondern auch eigne Erfindungen in Eontoure» dargestellt, wie die Gebr. Riepen-hauscn, Cornelius, Netzsch. Hier beruht Alles auf der Modification der Linien. Eon-toure von Bildern aber, deren Vorzüge etwa in künstlicher Beleuchtung, blühenderFarbengebung u. dgl. beruhen, können natürlich von keinem besondern Werthe sein.
— In Gemälden selbst können die Umrisse entweder scharf ausgedrückt, wie bei deraltdeutschen, oder die Übergänge mehr verwaschen sein, wie bei der ital. Schule.
Umtriebe (demagogische) in Deutschland. Dieser Ausdruckbezeichnet ein bisher in der deutschen Nation unerhörtes, vor Kurzem aber einemTheile derselben Schuld gegebenes, strafbares Bestreben, durch geheime Verbindun-gen den Wunsch nach dem Umstürze der bestehenden legitimen Verfassung allgemeinzu verbreiten und dessen Ausführung vorzubereiten. Diese Anschuldigung traftheils den Zeitgeist überhaupt, inwiefern er auch in Deutschland eine revolurionnaireRichtung genommen haben sollte, theils insbesondere die deutsche Jugend, einenTheil ihrer Lehrer und einzelne Schriftsteller, inwiefern sie durch ihre Studien undArbeiten die Erreichung gefährlicher politischer Zwecke auf verschiedenen Wegen be- .absichtigt zu haben sich verdächtig gemacht hätten. Noch liegen aus den Acten die-ses großen, vielfach zergliederten und über einen großen Theil von Deutschland ver-breiteten Untersuchungsprocesses, der 1819 seinen Anfang nahm, der Welt nurBruchstücke vor Augen; denn die, um Alles darüber zusammenzufassen, in Mainzniedergesetzte Central - Untersuchungscommission hat wol einen sehr ausführlichenBericht vom 1. Mai 1822, nach der Actenlage am 30.Nov. 1821, an die hoheBundesversammlung in Frankfurt erstattet, der quch auszugsweise in öffentlichenBlättern erschienen ist (vgl. die „Überlieferungen", April 1823); allein der nach-trägliche und der Schlußbericht sind noch nicht erschienen; indeß hält man die Un-tersuchungen für beendigt, weil nach einem Beschlusse der Bundesversammlung