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11 (1830) T bis V
Entstehung
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471
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Umkehrung 471

Sieg, sondern selbst dke Vernichtung des Feindes zum Zweck, und lassen sich in derAusführung nicht so scharf trennen als in der Theorie. Ost aber genügen strategischeUmgehungen oder die bloße Drohung damit, einen schüchternen Feind zur Räu-mung ganzer Provinzen zu veranlassen und ihn auf die Vertheidigung einzuschrän-ken, sowie taktische ihn nicht selten unangreifbare Stellungen aufzugeben veranlas-sen. Napoleon war ein großer Meister in strategischen Umgehungen, wie es fast alles. Keldzüge beweisen, namentlich die von 1805,1806 und 1809. Als er 1812 denRiemen passirt hatte, leitete er den Plan ein, die Armee des Fürsten Bagration zuumgehen, abzuschneiden und zu vernichten. Der erste Theil dieses Plans gelangvollkommen, der letztere scheiterte aber an der Geschicklichkeit des russ. Anführersund dem Mangel an Einheit unrer den stanz. Generalen. Gewöhnlich waren dieGegner Napoleons schon vor der Schlacht von ihren Verbindungslinien abgeschnit-ten, durch Marsche, die dieser lange zuvor, ja schon bei Anfang des Krieges, meister-haft berechnet hatte, und die von s. Generalen mit überraschender Schnelligkeit undbewundernswürdiger Pünktlichkeit ausgeführt wurden. Bei Friedrich d. Gr. fin-det man fast nur taktische Umgehungen; er führte sie entweder durch seine schrägeSchlachtordnung (s.d. und Angriff), also in zusammenhängender Linie, oderdurch Entsendungen (Detachirunqen) kurz vor der Schlacht aus. Vor der vonPrag (6. Mai 1757) wurde der Fürst Moritz v. Anhalt befehligt, oberhalb dieserStadt eine Brücke zu schlagen , mit dem rechten Flügel der Keith'schen Armee überdie Moldau zu gehen und dem Feinde in den Rücken zu fallen, während der Königdenselben von vorn angreifen würde. Dieser kühne Plan hatte die Vernichtung desFeindes zum Zwecke; er wäre erreicht und wahrscheinlich der Krieg damit beendigtworden, wenn die Brücke zur rechten Zeit hätte geschlagen werden können. Um-gehungen sind aber oft schädlich, da sie zu Entsendungen von Truppen verführen,die man am Lage der Schlackt stvr vermißt. Friedrich und Napoleon eifern daherin ihren hinterlassene,> Sckristen seh, gegen diesen Fehler. Zuweilen werden aberdie umgehenden EorpS wenn m zu weil von der Hauptmacht entfernt sind, um vondieser unterstützt w.cdeu zu tonnen wlbst umgangen, abgeschnitten und aufgerieben,wie z.B.oie .'er G.me al> Fink vei M axen und Vandamme bei Kulm (s. dd.und Kleist v. Rollen eorf) Friedrich und Napoleon waren ebenso furchtbarbri ihren Umgehungen als fruchtlos, wenn sie selbst umgangen wurden, und unter-scheiden sich dadurch sehr von vielen andern Generalen. So z. B. hatte der Herzogv. Cumdcrland das Treffen von Hastenbeck (26. Juli 1757) schon so gut als gewon-nen, als er eine Abtheilung des Feindes in s. Rücken erblickte und sich dadurch ver-leiten ließ, alle errungene Vortheile aufzugeben und so s. Gegner, dem Marschalld'Estrües, einen Sieg zu überlassen, den dieser weder erwartet noch durch s. Anstal-ten verdient hatte. Wenn auch in fast allen neuern Schlachten das Umgehen desFeindes den wichtigsten Act ausmacht, so findet man doch schon in den ältesten Krie-gen Spuren davon. Vorzüglich benutzten barbarische Völker ihre große Überlegen-heit an Reiterei zu Umgehungen; ihre angeordneten Angriffe scheiterten aber ge-wöhnlich an der festen Haltung der Phalangen und Legionen der Griechen und Rö-mer, deren Heere auch so klein waren, daß sie ihre Subststenzmittel entweder mitsich führen oder leicht überall finden konnten, daher ihnen das Umgangcnwerden nichtso wichtig und furchtbar sein konnte, als es den heutigen großen Armeen ist. 23.

Umkehrung heißt in derMusik 1) diejenige Versetzung der Töne einesIntervalls, wo man den tiefern Ton um eine Octave erhöht, den höher» um eineOctave erniedrigt. Hierdurch wird die 2. zur 7., die 3 zur 6., die 4. zur 5., die5. zur 4., die 6. zur 3., die 7. zur 2., die 8. zum Einklang. Die Umkehrung vonAccorden nennt man gewöhnlicher Verwechselungen. Auf die Umkehrungder Intervalle gründet sich nun die Umkehrung melodischer Sätze beim doppeltenContrapunkt, welche darin besteht, daß dieselbe Mlodie in eine andre Stimme