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pen, ist, aber nur in Beziehung auf die Person des Redenden. In Italien ver-steht man Deuischtand und Frankreich darunter, in Frankreich hingegen Italien.— Ultramonlane Grundsätze werden häufig mit hierarchischen päpstlichengl»ichbedeutend genommen.
Ultramontanismus (weil Nom den wcstl., nördl. und östl. VölkernEuropas jenseits der Berge — nltra monte»— liegt), das Bestreben, die kath.Natkonalkirchen dem Papste und der römischen Curie mehr, als die bestehenden Kir-chengesetze erfodcrn, bischöfl. und landesherrl. Rechte gestatten und die Wirksamkeitder im Katholicismus enthaltenen christl. Elemente duldet, unterwürfig zu machen.Sein Princip ist das Papa lsp st em, nach welchem der Papst (seit Gregor VH.)überall Bischof zu sein behauptet, und als solcher den Bischöfen nur Befugnisseund Verrichtungen, die er sich nicht reservirt (partom oollioituiiim«, einen nachseinem Gulbesinden verkürzten Theil des Kirchenregimcnts), übertragen haben undlassen will; nach welchem er ferner über die allgemeinen Kirchenvcrsammlungen,welche ohne seinen Befehl nicht zusammentreten und ohne seine Genehmigungnichts Gültiges beschließen können, gebieten und sich zum unumschränkten Herrnder gesammten Kirche machen will, der den weltlichen Regenten nur so viel Einflußauf die Kirche ihres Landes nachläßt, als er ihnen wegen temporaircr politischerVerhältnisse nicht füglich verweigern kann. Dieses System ringt seit 1814 mitsteigendem Erfolge nach der Oberhand, die ihm die kirchliche Praxis bis auf einigenur faclische oder vom Papst aus Klugheit bewilligte Ausnahmen überall einräu-men muß, wo die von päpstl. Auslegung abhängigen Beschlüsse der tridentinischenKirchenversammlung uneingeschränkt angenommen sind, oder, wenn dies nur mitModifikationen geschehen war, unter günstigen Umstanden doch gehandhabt wer-den. Dem Ultramontanismus gegenüber sind die 4 Artikel der gallicanischcn Kir-chenfreiheit eine Irrlehre, deren Vertrag in den franz. Priestcrsemi'narien die Re-gierung nicht mebr durchsetzen kann; die von Febronius und dem emscr Congreßausgesprochenen Grundsätze des Episcopalsystcms, sowie die auf Herstellung deSalten, vorpscudisidorischen echten Katholicismus hindeutenden Auslassungen deut-scher Katholiken, sind ketzerische Einfälle und Träume, die zu wenig Nachdruck aufihrer Seite haben, um auch nur die Ehre einer ernstlichen Verfolgung zu verdie-nen; nur die Landesherren nebst ihren Umgebungen sind eine Macht, die der Ultra-montanismus wirklich zu fürchten und um jeden Preis zu gewinnen hat. WeilWeltherrschaft des römischen Bischofs der wenigstens ostensible Zweck ist, für dender Ultramontanismus handelt, nennt man seine Beförderer und Werkzeuge Röm-linge. oder, wenn sie als Schriftsteller das kanonische Recht nach den Maximender päpstl. Curie gestalten, Curialisten. Sie sind entweder blinde Ultramonta-ner, welche in der Meinung, das Heil der Staaten, der Kirche und der Mensch-heit überhaupt hänge davon ab, daß der als Statthalter Ckristi geltende Ober-bischof der kathol. Kirche in der Christenheit allein herrsche, dafür zu wirken suchen,oder sehende, die ihren persönlichen Nutzen und den Vortheil gewisser Stände undKorporationen, deren Übermacht und Bereicherung das sicherste Mittel zu ihrereignen Ist, im Auge haben. Der christl. Religion selbst arbeiten sie durch Unter-drückung ihres Lichtes, durch Verdrehung ihrer Wahrheiten und Verkümmerungihres Einflusses auf die intellectuelle und sittliche Bildung der Völker planmäßigentgegen und brauchen auch Das, was sie für Christenthum ausgeben, wie diepäpstl. Macht, nur als Mittel, einen solchen Zustand der Dinge herzustellen, indem sie und ihre Genossen das Privilegium des Hcrrschens und Geniefiens ohneStörung von Seiten der Regierungen, weltlicher Stände und Völker behauptenkönnen. Ihr darauf ausgehender, was die ihm unterzuordnenden Massen »nd dieihm entgegenwirkenden geistigen Kräfte betrifft, allerdings großer Plan, verstecktsich hinter dem Namen der Theokralie, der daher im Munde dieser Partei eine ölig-