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11 (1830) T bis V
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Ultramontan

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Ultimatum

nau rücken lassen, und Würtemberg war, nach der unglücklichen Wendung desKrieges für die Verbündeten, eins der ersten Lander, das vom Heere des Kaisersbesetzt wurde. Gegen Bezahlung einer beträchtlichen Summe und Einführung desInterim im Herzogthume war sein Friede mit dem Kaiser bald geschlossen; aherjetzt ließ König Ferdinand eine Felonieanklage gegen ihn, seinen Afterlehnsmann,einleiten, und bald war vorauszusehen, daß er diesmal das Herzogthum auf demWege Rechtens verlieren dürfte. Schon halte sich der alte Herzog entschlossen,dasselbe seinem Sohne Christoph abzutreten, der keinen Antheil am Kriege genom-men hatte, als am 6. Nov. 1550 Kummer und Verdruß über diese letzte Wider-wärtigkeit seinem Leben schnell ein Ende machten.

Ultimatum, von ultiwu8, ist ein neueres, in der diplomatischen Sprachegebräuchliches Wort. Man versteht darunter die letzten Bedingungen, die manbei einem zu schließenden Vertrage oder bei irgend einer andern Verhandlung macht,und bei denen man unwiderruflich festzustehen erklärt.

Ultra nennt man jetzt überhaupt Alle, die aus Vorurtheil und Leidenschaftin Dem, was sie wollen, weder Maß noch Ziel halten, und das Ziel verlieren, in-dem sie über dasselbe Hinausstreben. Die Benennung ist aus dem Worte Ultrarevo-lutionnairs entstanden, womit man in Frankreich 1793 Diejenigen bezeichnete, diein ihrem republikanischen Schwindel die Grenzen der angenommenen Verfassungs-grundsätze überschritten. Von vielen herrschsüchligen Demagogen geschah dies ab-sichtlich , um ihre Gegner verdächtig zu machen und aus dem Wege zu räumen.Das berüchtigte Nevolutionstribunalss. d.), Danton's Werk, war die Gift-frucht jener Tollheit der schwarzen Jakobiner. Seit der Rückkehr der Boucbonsauf den Thron von Frankreich bildeten sich die Parteien der Ultraroyalisten und derUltraliberalen: Gegensätze, die sich aus dem Meinungskampfe der Revolutionnai-rcn und Anlirevolutionnairen entwickelt und sich mehr oder weniger über einen gro-ßen Theil von Europa verbreitet haben. Beide sind überspannte Wettkämpfer, jenefür die alte, diese für die neue Zeit; dadurch haben sie eine wichtige Bedeutung in derGeschichte der öffentlichen Meinung und des Zeitgeistes erhalten. Die neuere Ge-schichte Frankreichs insbesondere läßt sich ohne die genaue Kenntniß beider Parteiennicht verstehen. Vgl. die sämmtl. Art. über Frankreich, sowie Ludwig XVtll.und Karl X. X.

Ultramarin ist die schöne himmelblaue, aber auch sehr kostbare Farbe,welche aus dem Lasursteine (lapis lasuli) gemacht wird, der vornehmlich ausdem nördl. China, dem angrenzenden Tibet und aus Rußland zu uns kommt.Bekanntlich gibt es 2 Arten von Lasurstein, mit Goldflecken durchsetzten und völligblauen. Aus diesem letztem wird die Ultramarinfarbe bereitet. Der Stein wirdzum feinsten Pulver zerrieben, mit verschiedenen harzigen Stoffen vermischt und zueinem Teige geknetet. Das Pulver wird dann von den harzigen Theilen wieder ge-schieden. Was sich zuerst absondert, gibt das schönste Ultramarin; nach und nachwird es immer blässer, und folglich auch schlechter. Dieses Ultramarin und die ausden Kobaltcrzcn bereitete blaue Farbe (Smalte), von denen besonders das sächsischeErzgebirge viel liefert, sind die einzigen blauen Farben, welche das Feuer aushalten,und daher zu Email- und Porzellanmalereien gebraucht werden können. Da der La-surstein sich nur in kleinen Stücken findet, so ist das Ultramarin die kostbarste unterallen Malerfarben. Ehemals wurde sie häufiger gebraucht als jetzt, vorzüglich imMittelalter zu den Malereien in den Handschriften, und nachher am meisten vonTi-lian. Jetzt ahmt man ihn meist aus Kobalt nach. Den von der Gescllsch.zurErmuthigung" zu Paris ausgesetzten Preis von 6000 Fr. für die Darstellung eineskünstlichen Ultramarin hat Hc. Guimot errungen. Auch hat man einen Gmclin-schen Ultramarin vom Pros. Gmelin in Tübingen.

Ultramontan (Ultra inontes), was jenseits der Gebirge, d. h. derAl-

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