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Ulrich (Herzog von Würtnuberg)
bald folgte Unglück auf Unglück. Jener Krieg und andre Rilterzüge, jener glän-zende Hof und seine verschwenderischen Feste borten die schon zuvor beträchtlichenSchulden der Familie bis zu 1 Mill. Gldn. erhöht; drückende Behandlung, über-haupt schwere Abgaben und unfruchtbare Jahre dazu, machten die Unterthanen un-zufrieden, und so erhob sich 1514 der gefährliche Aufstand des armen Konrad, dender Herzog kaum dadurch zu stillen vermochte, daß er den Würtembergern im 1 ü -binger Vertrag (s. d.) außerordentliche Rechte und Freiheiten einräumte. 1515ermordete er eigenhändig seinen Liebling, Hans v. Hurten, den er im Verdacht all-zu großer Vertraulichkeit mit der Herzogin hatte. Da entfloh ihm diese; er verlorEhre und guten Namen und die Gunst des Kaisers; der Adel von ganz Süd-deutschland ward durch die Hütten gegen ik» aufgehetzt und drohte ihm; die Her-zoge von Baiern, die Brüder seiner Gemahlin, wurden seine erbittertsten Gegner;nur mit Mühe entging er der Reichsacht. Kaum hatte er sich aus dieser Verlegen-heit herausgewunden, als er in noch größeres Unglück unrettbar gerieth. EinigeBürger von Rcutlingen halten ihm 1519 seinen Burgvogr auf Achalm erschlagen,und er, in der ersten Wuth darüber, nahm plötzlich die Reichsstadt selbst weg undvereinigte sie, als erobertes Gut, mit seinem Herzvgthume. Nun erwachte der bis-her verhaltene Groll seiner alten Gegner aufs Neue; der ganze schwäbische Bund,dessen Mitglied die Reichsstadt war, den Herzog v. Baiern an seiner Spitze, waff-nete sich, und in wenig Wochen war U. von Land und Leuten vertrieben. Ohneweitere Rücksicht auf ihn oder seine Familie verkaufte der schwäbische Bund dasausgeplünderte Herzogthum an die östreich. Brüder Karl und Ferdinand, und bis1534 bildete es einen Theil der «ordern Lande des Hauses Östreich unter KönigFerdinand. U. saß inzwischen auf der Bergfeste Hohemwiel und weilte in Möm-pelgard, das ihm geblieben war, und suchte Brot und Hülfe in Frankreich beiFranz 1. oder in Kassel bei Landgraf Philipp dem Großmüthigen. Mehre Ver-suche, sein Land wiedcrzuerobern, waren mißlungen; sein wiederholtes Ansuchenum rechtliche Entscheidung seiner Sache war nicht geachtet worden; umsonst hal-ten sich die angesehensten deutschen Fürsten auf öffentlichen Reichstagen bei Karlund Ferdinand für ihn verwendet. Bereits standen damals die Parteien der Ka-tholiken und Protestanten im Reich einander gegenüber, und zum Glauben der Letz-tem war auch U. übergetreten; insgesammt glaubten sich die deutschen Fürsten vomKaiser in ihrer Freiheit gefährdet, und gerade hatten er und sein Bruder die Händevoll zu thun mit anderweitigen Feinden; Frankreich gab Geld und hetzte gegen sie.Um so eher entschloß sich der kühne Landgraf von Hessen, eins der Häupter der Pro-testanten, zu einem Wagstück füc U., seinen Glaubensgenossen und Anverwand-ten. Er führte ihn an der Spitze seines Heeres 1534 nach Würtemberg zurück,und der Sieg bei Laufen am Neckar verschaffte dem lang Vertriebenen sein Herzog-thum wieder. Zwar mußte er es, so ungern er auch einwilligte , als östreich. Aster-lehm annehmen, weil Philipp und seine andern Freunde sich mit Kaiser Karl undKönig Ferdinand wieder aussöhnen wollten; aber auch so behielt er Macht genug,um sogleich das Lutherthum darin einzuführen, zu welchem sich sein Volk um sosehnsuchtsvoller hinneigte, je strenger der neuen Lehre der Zugang unter KönigFerdinand verschlossen worden war. Die große theologische Anstalt in Tübingenund das reiche Kirchengut der Würtemberger verdankten damals seinem guten Mit-len ihre ersten Anfange. Doch auch jetzt sollte U. sich keiner damrndcn Ruhe er-freuen. Sein neues Verhältniß zu Östreich, das den Verlust des wohlgelegenenHerzogthums nicht so leicht vergaß, und ihn öfters neckte und ununterbrochen beob-achtete, verursachte ihm manche Unannehmlichkeit in den nächsten 12 Jahren, undversetzte ihn gegen das Ende seines Lebens noch einmal in die peinlichste Verlegen-heit. Als Mangel, Fürst war er Mitglied des schmalkaldischen Bundes geworden.Er hatte 1546 ein beträchtliches Eontingent zum Heere der Verbündeten an die Do»