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11 (1830) T bis V
Entstehung
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Uhr

werke vor, welches Sultan Saladin dem Kaiser Friedrich II. verehrte. Dies wurdeoffenbar durch Gewichte und Räder in Bewegung gesetzt. Nicht allein zeigte esdie Stunden an, sondern auch den Lauf der Sonne, des Mondes und der Plane-ten im Thicrkreise. Schwerlich haben die Saracenen diese Kunst von den Mönchender europäischen Klöster gelernt, sondern vielleicht waren sie die eigentlichen Erfin-der, und die Kreuzzüge das Mittel, wodurch die Europäer diese Erfindung kennenlernten. Im 14. Jahrh, findet man schon mehr Spuren unserer heutigen Uhrwerke.Dante erwähnt ausdrücklich der Schlaguhren. Richard, Abt von St.-Albans inEngland, verfertigte 1326 eine Uhr, dergleichen man bis dahin noch nicht gesehenhatte. Sie zeigte nicht allein den Lauf der Sonne und des Mondes, sondern sogardie Ebbe und Flut an. Große Thurmuhren kamen zuerst im 14. Jahrh. auf.Vielleicht ist Jak. Dondi in Padua der Erste, der eine solche gebaut; wenigstensward sein Geschlecht nach ibm dvl? oiolozio genannt. Auch ein Deutscher, Heinr.deWyck, ward in dems. Jahrh, berühmt durch die große Thurmuhr, die er aufBefehl des Königs v. Frankreich, Karls V., baute. Diese Uhr war noch 1737 zusehen. (Vgl. Glockenspiel.) Die Taschenuhren, sonstSackuhrcn, müs-sen von weit späterer Erfindung sein, ungeachtet man auch sie schon im 14. Jahrh,hat finden wollen. Nach der gewöhnlichen Meinung hat sie der Uhrmacher Pet.Hele um 1510 erfunden. Sie hießen auch nürnberger Eier. Nach A. gibt es vordem Anfange d. 17. Jahrh, keine zuverlässigen Spuren davon. Die Anwendungder Pendel (s. d.) bei den Uhren machte Huygens (s. d.); auch scheint er derErfinder der Unruhe in den Taschenuhren zu sein. Diese Erfindung fällt in d. I.1676. Um die Reibungen zu vermeiden, erfand ein Genfer, Facio, dieKunst, inRu-bincn und Diamanten Löcher für die Stifte zu bohren und so die Taschenuhren nochsicherergehen zu lassen. So entstand die Erfindung der Zeitmesser oder Chrono-meter (s. d.), worin die Engländer es zu außerordentlicher Vollkommenheit ge-bracht haben. Auch sind sie schon früher die Erfinder dcr Repetiruhren gewesen. Eingewisser Barlvw machte 1676 eine solche Uhr für den König Karl II., undGra-ham war 1715 der Erfinder der Compensiv-Pendel. (Vgl. d.) Diese Erfindungward von Harrison dadurch noch vervollkommnet, daß er seinen Pendel aus 9 run-den Stäben zusammensetzte, unter denen 5 stählerne und 4 kupferne waren. Mitdiesen Pendeln sind noch jetzt die astronomischen Wanduhren versehen, und mankann sich ganz auf die Gleichmäßigkeit ihrer Schwingungen verlassen.

Unter die wichtigern Uhren des 18. Jahrh, gehören die astronomi-schen Uhren des verst. Pfarrers Hahn in Echterdingen im Würtcmbergischcn. (S.Hahn.) Er faßte die Idee der Messung der Zeit in ihrem ganzen Umfange auf,der Hauptzeiger dieser Werke ist der Zeiger der Weltgeschichte, der sich auf einerTafel dr.ht, welche die Weltgeschichte in ihren Hauptmomcnten nach der biblischenZeitrechnung, und die Zukunft nach den auf die Apokalypse sich gründenden Be-rechnungen des verst. Präl. Bcngel, zeigt, und in einem Zeitraume von beinahe8000 Jahren seinen Umlauf vollendet. Ein weiterer Zeiger auf dieser Tafel zeigtdie Jahrzahl des Seculum, und dreht sich in 100 Jahren einmal herum. Merk-würdiger noch sind die planctarischen Darstellungen der Himmelskugcl mit den da-mals bekannten Planeten, sowie der Systeme von Ptolemäus und Kopcrnicus,an welchen die Planeten und um diese herum wieder ihre Trabanten genauin derjenigen Zeit ihre Umdrehungen machen, wie solche in der Wirklichkeit amHimmel stattfinden, wozu noch kommt, daß diese Automate nicht etwa bloß diemittlere Bewegung haben, sondern daß ihre Bahnen, wie am Himmel, excen-trisch und elliptisch sind, und die Bewegung, wie es dort scheinbar ist, bald langsa-mer, bald schneller, bald sogar retrograd ist. Diese, i» Absicht auf Zeit und Raumgleich getreue Darstellung konnte nur die Frucht tiefer Kenntnisse und Jahre langer,ins Unendliche gehender Berechnungen sein, und Hahn ist auch hierin noch nicht