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dam, von wo er den Kurfürsten v. Brandenburg zur Unterstützung der dan. Unzu-friedenen anzureizen versuchte. Er ward deßhalb abwesend in Kopenhagen als Lan-desverräthsr zum Tode verurtheilt. U. starb 1664 in einem Boote, worin er überden Rhein setzen wollte. Seins Gemahlin, eine Frau von seltenem Geiste, mußtenach ihres Mannes Tode 23 I. in einem sehr harren Gefängnisse schmachten. Siestarb 1698. Auf dem Platze des niedergerissenen Uhlefeld'schen Palastes in Kopen-hagen steht eine Schandsäule. S. „Uhlefeld's Lebens von Host (Kopenh. 1824).
Uhr. Viele Erfindungen, welche dem menschlichen Geiste Ehre machen,verdanken wir den Mönchen des Mittclalters, die in ihrer Einsamkeit, von allenNahrungssorgen befreit, die Nebenstunden, welche die Andachtsübungen ihnenübrigließen, mit Versuchen aller Art in nützlichen und unnützen Künsten zubrach-ten. Dies ist auch der Fall mit den Uhren oder Zeitmessern, die durch Rüder,Pendel und Stahlfedern in Bewegung gesetzt werden. Das Wort boroloZinmkommt schon bei einigen Alten vor, und man möchte aus manchen Angaben schlie-ßen, daß sie schon dergleichen Kunstwerke, wie unsere Taschen - und SlUbenuhrensind, gekannt hatten. Allein gewiß ist, daß die Uhren der Alten theils Sand-, theilsSonnen -, theils Wasseruhren waren. Die letzter» brachte Julius Cäsar aus Bri-tannien. Eine Wasseruhr war es, die Cassiodorus im6.Jahrh. seinen Mönchen em-pfahl, wenn getrübter Himmel sie hindere, die Sonnenuhren zu beobachten. EineWasseruhr war es, die der Schweiger Trimalchio, bcimPetronius, in seinem Speise-zimmer stehen hatte, und bei der er einen Trompeter anstellte, welcher die abgelau-fenen Stunden ausrufen mußte. Vitruvius nennt einen alexandrinischen Künstler,Ktosibius, der 140 I. vor Chr. mit der Wasseruhr Triebräder verbunden habe.Aber diese Nachricht ist zu unvollständig, als daß man über die Einrichtung desKunstwerks deutliche Begriffe haben könnte. In einer alten Chronik wird erzählt,daß Karl der Gr. von dem Beherrscher Pcrsiens 809 eine Uhr zum Geschenk erhal-ten, woran Glöckchcn angebracht waren, und kleine Figuren von Reitern nach Ab-lauf der Stunden aus fcnsterähnlichcn Löchern hervorkamen und wieder hineingin-gen. Allein nach einer genauern Beschreibung dieses Kunstwerks, in den demEginhard zugeschriebenen fränkischen Annalen, ist es eine Wasseruhr gewesen, inwelcher nach Ablauf der Stunden kleine Kügelchen von Metall auf eine kleine Glockeherabgefallen sind, die den Ton hervorgebracht haben. Ebenso wenig kann die Uhr,welche Pacificus, Geistlicher zu Verona, in der Mitte des 9. Jahrh, erfunden ha-ben soll, mit Bestimmtheit für ein ähnliches Kunstwerk, als unsere Uhren sind,angesehen werden; denn die Worte in seiner Grabschrist sind zu undeutlich, als daßman etwas Gewisses daraus herleiten könnte. Auch dem berühmten Gerbert vonAuvergne, der nachmals u. d. N. Sylvester II. Papst war und 1003 starb, hatman die Erfindung der Uhren zugeschrieben. Allein der glaubwürdige Zeuge, Dit-mar von Merseburg, sagt nichts weiter davon, als: Gerbcrt habe in Magdeburgfür den Kaiser Otto ein Horologium richtig aufgestellt, indem er durch eine Röhreden Stern, nach dem sich die Schiffer richten, beobachtet habe. ES kann unmög-lich etwas Andres als eine Sonnenuhr gewesen sein, die Gerbert nach der Polhöhestellte. Im 12. Jahrh, sing man in Klöstern an, Uhrwerke zu gebrauchen, welchedie Stunden durch den Schall einer Glocke, welche durch Räder in Bewegung ge-setzt wurde, anzeigten. Denn man findet von da an öfters den Ausdruck: die Uhrhat geschlagen; auch wird des Weisers an der Uhr schon erwähnt. Von einem Wil-helm, Abt von Hirschau, sagt sein Lebensbeschrciber: er habe ein Horologium er-funden nach dem Muster der himmlischen Sphären. So kurz diese Angabe ist, somöchte man doch deßwegen glauben, dieser Abt von Hirschau sei der Erfinder derUhren, weil man findet, daß er einen eignen Menschen angestellt, der dieses seinKunstwerk in Ordnung erhalten und stellen mußte. Dieser Abt von Hirschau starbzu Ende des 11. Jahrh. Im 13. Jahrh, kommt die Nachricht von einem Kunst-