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Uhleftld
sein Großvater ein rühmlich bekannter Theolog seiner Zeit war, und sein Vater alsSecrctair der Universität lebt. Er empfing in der gelehrten Schule seiner Vater-stadt eine classische Bildung und studirte daselbst von 1805—8 die Rechtswissen-schaften. Hierauf ward er unter die Zahl der königl. Advocaten aufgenommen underwarb sich 1810 die Würde eines 0. der Rechte. Im Frühling d. I. unternahmer eine literarische Reise nach Paris, wo er vorzüglich die Manuscripte des Mittel-alters auf der königl. Bibliothek studirte: eine Beschäftigung, deren erste Früchteuns die Übersetzungen der altftanz. Gedichte in der 2. Aufl. si Sammlung liefern.Wichtigere erwarten wir in seiner Darstellung der deutschen Poesie des hohcnstau-sischen Zeitalters, einem Werke, welches ihn schon länger in Anspruch nimmt,und dessen erste Probe er in der Schrift über Walther von der Vogelweide(Stuttg. 1822) gegeben hat. Seine frühesten bekannt gewordenen Gedichte fallenin daS Jahr 1804. Öffentlich trat er zuerst als Dichter auf in den Musenalma-nachen von Leo v. Serkendorf (1806, 1807), hernach- in dem „Poetischen Alma-nach" auf 1812, in dem „Deutschen Dichterwald" (1813) und in andern gemisch-ten Sammlungen. Eine selbständige Sammlung seiner Gedichte erschien 1814,und in einer 3. Ausgabe 1826. Schon der zweite Druck ist bedeutend vermehrt,namentlich durch seine patriotischen Gedichte, über deren Veranlassung wir Eini-ges mittheilen. U. advocirte seit dem Spätjahre 1812 in Stuttgart, wo er aucheine Zeit lang im Bureau des Justizministeriums arbeitete. So gingen die Be-wegungen 1813—15 an ihm vorüber, nicht ohne tiefen Eindruck und kräftige Auf-regung. Als nun 1815 der »erst. König Friedrich von Würtemberg die Standezusammenbcrief, um das Land mit einer neuen Eonstitution zu beschenken, undjener merkwürdige Kampf um die alten und neuen Rechte begann, da fühlte sich U.berufen, das begeisternde Wort als die ihm verliehene Waffe für seines VaterlandesGerechtsame und Freiheiten schalten zu lassen. Mit Begeisterung, wie sie gegebenwaren, wurden seine Lieder damals in fliegenden Blättern aufgenommen, und seinepatriotischen Bestrebungen blieben nicht ohne Erfolg. König Wilhelm verlieh1817 seinem Lande die entrissene Eonstitution wieder, und der Muse des Dichterswar die Freude gegönnt, die öffentliche Verkünderin des Dankes zu sein, der jetztvom Volke zum Throne aufstieg. Seit der Zeit ist U.'s literarische Thätigkeit durchden Drang vaterländischer Pflichten vielfach gehemmt worden. 1819 wurde er vondem Oberamt Tübingen, und im folg.J. von seiner Vaterstadt selbst zum Mitgliededer Ständeversammlung erwählt, und die Kammer machte ihn in der Folge zumBeisitzer des weitem Ausschusses, nachdem er den ihm durch große Stimmenmehr-heit zuerkannten Platz im engern Ausschusse abgelehnt hatte. Unter den Arbeitenund Kämpfen für daS Vaterland hak er sich das Glück der Liebe und des häuslichenLebens begründet. — U. gehört unstreitig zu den ersten lyrischen Dichtern unsererLiteratur. Gemüth, Wahrheit und Innigkeit der Empfindung, malerische Natur-anschauung und vielseitige objective Unterlage zeichnen s. Lieder aus; s. lyrischenBalladen und Romanzen, einige spanische Nachbildungen ausgenommen, athmenaus stiller Tiefe den Geist der Sehnsucht nach altväterlicher Herrlichkeit und Echt-heit in kräftiger Rührung aus. Weniger bedeutend, obgleich nicht ohne mannigfachepoetische Vorzüge, sind s. dramatischen Arbeiten: „Herzog Ernst von Schwaben"(Hcidelb. 1817), und „Ludwig der Baier" (Berl. 1819). Vgl. Gustav Schwab'sAussatz über Uhland in dem Taschenbuch« „Moosrosen", 1826, und Würtem»bcrgische Landstände.
Uhlefeld (Corsiz, Graf von), kön. dänischer Reichshofmcister seit 1643mit fast kön. Gewalt, war geb. 1604, und vermählt mit der Gräfin zu Schleswig-Holstein, Eleonore Christine (Königs Christian IV. natürl. T-). Stolz u. Herrsch-sucht machten ihn verhaßt. Er entfloh 1651 nach Schweden, reizte Karl X. mitzum Kriege gegen Dänemark, ward des Verraths verdächtig, entfloh nach Amster-