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des Hrn. v. U. gesucht hatte, verlor er das Zutrauen dieses Letztem. Übrigens sollsich Hr. v. U. selbst wenig darum kümmern, ob ein Minister in seinem Royalismusgemäßigt oder übertrieben ist; Alles soll bei ihm darauf ankommen, daß der Mini-ster in einer völligen Abhängigkeit von ihm bleibe. Daher suchte U., indem er ge-meinschaftlich mit Hrn. v. Calomardc den Hrn. d'Ofalia stürzte, dessen Nachfolgernicht in der Partei, zu der sich Calomardc geschlagen hatte, sondern wählte den Hrn.Zca-Bcrmudcz, der ihm bisher vollkommen ergeben gewesen war, wenn er schonnach seinem frühern politischen Leben der halbliberalen oder der gemäßigt denkendenPartei angehörte. Am 12. Juli 1824 wurde Graf Ofalia in Ungnade entlassen,und Hr. Zea, damals Gesandter in London, früher in Petersburg, zu dessen Nach-folger ernannt. Allein Hr. v. U. sah bald, daß er eben durch diese Wahl in derGunst der Absolutisten zu sinken anfing. Da nun auch Hr. v. Zea, durch den russi-schen Minister, Hrn. v. Oubril, und durch den sranz. Minister nachdrücklich unter-stützt, Hrn. v.U.'s Einfluß zu vermindern schien, dieser aber wahrzunehmen glaubte,daß jener Minister seinen vielen Feinden am Hofe und in der Geistlichkeit nicht langemehr würde widerstehen können, so schloß er sich wieder an Zea's Hauptgegner, denJustizminister Calomardc, an, der von jeher die Stütze der Absolutisten und derApostolischen im Ministerium gewesen war. Deßhalb mußte Hr. v. Zea, um sichauf seinem Posten zu erhalten, den Hrn. v. U. zu entfernen suchen. Es gelang ihm.Der König ernannte am 17. März 1825 den bisherigen Günstling zu seinem Ge-sandten am turiner Hofe. Die von ihm bekleidete Stelle des doppelten Sccretariatserhielt D. Antonio Fernande; be Urrutia, der erste Divisionschef im Ministeriumdes Auswärtigen. Man sah dieses Ereigniß, welches alle Parteien zu Madrid inBewegung setzte, als ein Werk des russischen Cabinets an, das die Klagen des russi-schen Gesandten, Hrn. v. Oubril, über die Unfähigkeit des Hrn. v. U. und über dieHemmungen, die er in den Gang der öffentlichen Geschäfte brächte, an den Hof zuMadrid gelangen ließ. Indeß ertheilte Ferdinand VII. dem Hrn. v. U. zugleich dieWürde eines Staatsraths und gab ihm noch andre Beweise seiner Huld. Hr. v. U.wollte anfangs den Gesandtschaftsposten ablehnen; allein Hr. v. Zca machte ihmden Willen des Königs kund, daß er wenigstens Madrid sogleich verlassen und sichnach Toledo begeben müsse. Gleichwol gelang es U.'s mächtigen Freunden, ihm dieErlaubniß auszuwirken, noch einige Zeit in Madrid zu bleiben. Zu seinen Für-sprechern gehörten die Patres Martine;, Cirillo (General der Franciscaner) undVelez, Erzbischof von San-Jago, sowie auch der dänische Gesandte, GrafDcr-nath, dessen Abberufung in der Folge Hr. v. Zea durchsetzte. Allein die Entfernungdes Hrn. v. U. ganz zu hintertreiben, war der Hofpartei nicht möglich. U. reiste da-her im April von Madrid ab und nahm, in Gesellschaft eines seiner Vertrauten, desschon vor langer Zeit nach der Schweiz bestimmten Gesandten, Hrn. Corpaz, denWeg über Bayonne, wo er am 17. April ankam. Hier verweilte er mehre Wochen,entweder neue Verhaltungsvorschriften oder s. Zurückberufung erwartend. Endlichbegab er sich auf seinen Posten in Turin, von wo er aber nach des Ministers ZeaEntlassung (am 24. Oct. 1825) und nach des Herz. v. Jnfantado (Zea's Nach-folger) genommenen Abschiede, im 1.1827 abgerufen ward. Er eilte zurück,mußte aber in Vittoria bleiben; dann durste er nach Burgos sich begeben. Vonhier wollte er im Mai 1829 nach Madrid reisen, um bei einer Minister-Verände-rung zugegen zusein, allein er erhielt den Befehl, sich von der Hauptstadt undden königl. Lustschlössern 15 Meilen entfernt zu halten. Er ging daher nachBuitrago, hierauf nach Guadalaxara. Endlich bewirkte der Minister Calomardc,daß er im Juni 1830 nach Madrid zurückkehren durfte. 20.
Ugolino, s. Pisa und Ghcrardesca.
Uhland (Johann Ludwig), seit 1830 außerordentl. Pros. der deutschenSprache und Literatur zu Tübingen, ist geb. d. 26. April 1787 zu Tübingen, wo