Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
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jähre 1815 zum Archidiakonat an der Thomaskirche, dessen wirklichem Antritte je- ^doch Rosenmüller's Tod zuvorkam, sodaß er noch in dems. Jahre in das Ephorateinrücken mußte. In diesem Amte fand sich reichliche Gelegenheit, seine ausge-zeichnete eigenthümliche Kanzelbcredtsamkeit zu entwickeln. Dazu gab ihm die 1817eintretende große Jubelfeier der Reformation eine der seltensten Veranlassungen;sie brachte ihm aber auch eine höchst schmerzliche Erfahrung, indem ihm am zwei-ten Tage des Festes durch einen plötzlichen Tod seine jugendliche Gattin entrissenwurde, wodurch er unfähig ward, mit einer Predigt am dritten Festtage in der Uni-versitätskirche das Fest zu beschließen. Den von dem Patrizier in Bern, Ludwig v.Haller, bei seinem Abfalle von der protest. Kirche (1820) erhobenen harten Ankla-gen derselben setzte T. zuerst eineBeleuchtung des Haller'sehen Übertritts" (1821)entgegen, und sodann eine Schrift allgemeinen Inhalts:Katholicismus u. Pro-testantismus, aus dem Standpunkte der Politik betrachtet" (1822), welche in kur-zer Zeit Z Allst. erlebte, in das Engl., Franz, und Holländ. übersetzt, durch ganzEuropa ging und dem Vers. von allen Seiten die erfreulichsten Beweise von Theil-nahme erwarb. Zu gleicher Zeit nahm er sich auch der Sache der Griechen durcheine auch im Druck erschienene Predigt und durch die Flugschrift an:Die SacheGriechenlands, die Sache Europas" (Lpz. 1821). Die durch diese Bewegungenaufs Neue erwachte Furcht vor revolutionnairen Erschütterungen beschwichtigte erdurch die Schrift (von welcher die fremden Gesandten zu Dresden sogar eigne Ueber-setzungen für ihre Hofe veranstalteten):Die Gefahr einer deutschen Revolution' z(2. Aufl., Lpz. 1823), stellte aber auch bald darauf die unvermeidliche Vergeblich-keit aller Versuche, das Fortschreiten der Idee in einer dazu reif gewordenen Zeitzu hemmen, in der höchst lehrreichen Schrift dar:Das Reaclionssystem' (Lpz.1824). Dadurch war ein allgemeines Vertrauen zu seiner unerschrockenen Frei-sinnigkeit entstanden, und so wurden ihm die Actenstücke einer zum Protestantis-mus übergegangenen ganzen Gemeinde zu Mühlhauscn in Baden zur Bekanntma-chung anvertraut (1823), sowie s. Rath über das rechte Verhalten eines Predigersgegen die in Preußen unter großem Widersprüche eingeführte neue Liturgie abge-federt (1824). Außerdem hatte er seit 1822 die Redaction des bis dahin vonBahrdt, Teller, Löffler und Ammon besorgtenMagazins für Prediger" übernom-men, mehre einzelne Predigten drucken lassen und 3 sehr gründliche Programmeüber die so gar seltene Erwähnung des Christenthums in den Zeiten seines Eintrittsbei den Pcofanschriftstcllcrn geschrieben, indem er die früher begonnene Reihe von <Programmen zur Charakteristik der ausgezeichnetsten Redner unter den Kirchenvä-tern unterbrochen hatte. In der Schrift:Zwei Briefe über die jüngst zu Dres-den erschienene Schrift: Die reine katholische Lehre" (Lpz. 1826), setzt er seinePolemik gegen die Anmaßungen der römischen Kirche uncrmüdet, ob auch hier undda mißfällig werdend, fort, sowie er während derselben Zeit, was erst nach seinemTode bekannt geworden ist:Die Anklagen der Stunden derAndacbt (das berühm-teste aller Andachtsbücher dieser Zeit, dessen Vers. sich mit dem tiefsten Geheim-nisse umgeben hat), gewürdigt von einem Freunde ihres Verfs." (Franks, a. M.1826), und dieVorstellung eines Staatsmannes im Auslande an ein«i deutschenFürsten, welcher jüngst zur kathol. Kirche übertrat" (Hanov. 1826), ausarbeitete,und unter dieser Arbeit auf eine sehr ehrenvolle Weise von dem Könige in Däne- >mark mit dem Danebrogsorden überrascht ward. Daneben beschäftigte ihn unaus-gesetzt ein schon seit länger als 20 Jahren angefangenes Werk, welches eine aus denQuellen geschöpfte Entwickelung von dem allmäligen Untergänge des Heidenthumsim Christenthume liefern sollte, zu dessen Behuf er alle gleichzeitige christliche undheidnische Schriftsteller studiren mußte. Damit verband er zuletzt eine ReiheBriefe eines Deutschen an franz. Gelehrte (Chateaubriand, de la Mennais, Mont-losier, Constant), in welchen er die wichtigsten religiösen, kirchlichen und staats-