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rechtlichen Fragen unserer Zeit erörtern und die darüber in Deutschland geltend ge-wordenen geläuterten Grundsätze durch eine zugleich erscheinende franz. Übersetzungin Frankreich einführen wollte, welche ihn aber der Tod nicht vollenden ließ. Seineletzte Arbeit war ein Aufsatz in die von Pölitz herausgeg. „Jahrbücher der Geschichteund Staatskunst": „Wie geschah es, daß Frankreich katholisch blieb?"
Zu diesen mannigfaltigen literarischen Beschäftigungen ward ihm die Mußedurch die monatlangen Unterbrechungen seiner Berufsarbeiten als Prediger undProfessor aufgedrungen, zu denen er seit 1823 durch jene völlig räthselhaste Artvon Brustbeklemmungen sich genöthigt sah, welche ihm anhaltendes starkes Spre-chen unmöglich machten. Der mehrjährige Besuch von Bädern, die strengste Diät,das sorgfältige Vermeiden jedes längern Gespräches, selbst mit Freunden, konnteihm keine Linderung verschaffen. Daher war ihm der Huldigungstag des Königsvon Sachsen, Anton, am 24. Oct. 1827 eine schwere Aufgabe, da er an EinemMorgen erst predigen und dann vordem Throne sprechen mußte; doch gelang ihmBeides im ausgezeichneten Grade und erwarb ihm aufs Neue die Bewunderungaller seiner Volksgenossen. Schon ging er mit dem Gedanken um, von allen öf-fentlichen Ämtern sich zurückzuziehen und nur als Schriftsteller zu wirken (zu wel-chem Zweck er schon mehre Werke vorbereitete, unter denen eine „Geschichte derKirche meiner Zeit" ihm vor allen am Herzen lag), als er am 17. Febr. 1828 einemneuen heftigen Anfalle des alten Übels unterlag, nachdem er noch am Marienfeste(den 2. Febr.) mit sichtbarer Anstrengung und Bewegung höchst ergreifend gepre-digt hatte über die Theilnahme an den menschlichen Dingen, welche bleibt, auchwenn die Lebenslust und die Weltliebe vergeht. Sein Tod erregte die Theilnahmedes ganzen protest. Deutschlands und selbst eines Theils von dem katholischen. Erwar, wie die Section zeigte, die unvermeidliche Folge zweier von Außen gar nichtzu bemerkenden und zu erreichenden Balggeschwülste in der Brusthöhle an beidenSeiten der Luftröhre, durch welche diese theils so aus ihrer normalen Richtung ge-drängt, theils so zusammengeklemmt worden war, daß der Luft kein Durchgang zuden Lungen mehr übrig war. Bald nach seinem Tode erschienen kurze Darstellun-gen und Schilderungen seines Lebens und Wirkens von seinen vieljährigen vertrau-ten Freunden Krug, Pölitz, Goldhorn; der Letzte war Zeuge seines Todes, und zuDiesem sprach er die letzten zusammenhängenden Worte. — T. besaß die Liebe al-ler seiner Mitbürger; denn mit seinem ausgezeichneten Verdienste und mit s. gro-ßen Ruhme vereinigte sich die liebenswürdigste Freundlichkeit und Anspruchlosig-keit im Umgänge mit Jedermann, und die schmuckloseste Einfachheit s. äußerlichenAnkündigung, in welcher von Vielen eine große Ähnlichkeit mit Luther's Gesichts-zügen und Gestalt bemerkt zu werden pflegte. — An T. besaß seine Zeit einen derfreisinnigsten und wärmsten Sprecher für die Sache der Menschheit, seine Wissen-schaft einen der unbefangensten und scharfsinnigsten Forscher, seine Kirche den be-redtesten und unerschrockensten Vertheidiger ihrer neuerdings angefochtenen Frei-heit, seine Gemeinde einen der ausgezeichnetsten Kanzelredner im ersten Viertheildes 19. Jahrh., seine Universität einen der geliebtesten und bewundertstcn akademi-schen Lehrer. — Seine schon erwähnten herrlichen, ob auch unvollendet gebliebe-nen „Briefe" (herausg. von Krug), sein bewundernswerthes, wenn auch gleicher-weise nicht ganz vollendetes Werk über den Fall des Heidenthums (herauSg. vonNiedner, Leipz. 1829), s. „0pu8«ula acalleiilien" (herausgeg. von Winzer, Lpz.1829), und s. nachgelassenen „Predigten" (herausg. von Goldhorn, 4 Bde., Lpz.1829; von den ersten 3 Bden. erschien eine neue Aufl), werden seinem Namenein langes, ehrenvolles Andenken sicher»,.