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11 (1830) T bis V
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450 Tyrus Tzschirner

getadelt worden ist. In deutsche gereimte Verse haben sie Zinkgraf, Weiße undConz übersetzt. Eine metrische Verdeutschung findet sich als Anhang bei denLie-dern für Deutsche im Jahre der Freiheit 1813", von E. M. Acndt, und in We-ber'sElegischen Dichtern der Hellenen" (Franks, a. M. 1826). 8.

Tyrus, eine der berühmtesten Städte des Alterthums, war, nebst ihrerältern Schwester Sidon, der wichtigste und reichste Handelsplatz des ehemaligenPhöniziens (s. d.); jetzt ist sie u. d. N. Sur ein unbedeutender Ort in dertürk. Provinz Syrien, im Paschalik Acre. Schon um 1360 v. Chr. eine ansehn-liche und blühende Stadt, ward sie durch Handlung und Schifffahrt reich undmächtig, aber auch Künste und Wissenschaften blühten in ihr. Einer ihrer Könige,Hiram, war der Freund und Bundesgenosse des israelitischen Königs Salomo, undes ist bekannt, daß die Jsraeliten Baukunst und Schissfahrtskunde von den Tyriernlernten. Den Phöniziern, und besonders den Tyriern, gehören die verbesserte Bau-art der Schiffe, das Segeln in der Nacht nach der Leitung der Gestirne u. a. wich-tige Erfindungen in der Schifffahrt zu. Sie besuchten nicht nur alle Küsten desmittelländ. Meeres, sondern dr.angen auch in den atlantischen Ocean, Hollen Zinnaus Britannien und vielleicht auch Bernstein aus der Ostsee. GadeS, das heutigeEadiz in Spanien, und Carthago in Afrika waren lyrische Colonien. Die StadtTyrus, aus einem Felsen, der auf allen Seiten vom mittelländ. Meere umgebenwar, erbaut, und durch diese Lage fest, hatte in ihren Mauern einige der berühm-testen Tempel des Alterthums: die des olympischen Jupiter, des Hercules und derAstarte. Vom Tyr, dem Buddha Herakles, hat auch wol die Stadt ihren Na-men, der hier als Gott der aufsteigenden Frühlingssonne verehrt wurde. Nebucho-donosar eroberte es, wie ihm einige Propheten des jüdischen Volks prophezeit hat-ten, nach einer 13jährigen Belagerung. Nach seinem Tode erholte es sich aberzum großen Theile. Als Alexander das Heer des Darius bei Jffus zerstreut undgleich darauf ganz Phönizien und Syrien mit der Küste des mittelländ. Meeressich unterworfen hatte, widerstand dem kühnen und glücklichen Sieger Tyrus, aufseine feste Lage trotzend, ganz allein wieder, und weigerte sich, ihn als Oberherrn zuerkennen. Alexander unternahm die Belagerung von Tyrus, eine der merkwürdig-sten in der ältern Kriegsgeschichte. Nach unglaublichen Anstrengungen von beidenSeiten nach der Erzählung des Curtius (B-4, Eap. 3) vernichteten die Be-lagerten die Werke der Belagerer durch Taucher und Brander und nachdem dieBelaaerung bis in d n 7. Monat gedauert hatte, siel endlich Tyrus in die Händedes Siegers, der es glimpflicher behandelte, als von ihm zu erwarten war. Unterder Herrschaft der Römer wurde Tyrus, seines noch immer ausgebreiteten Handelswegen, sehr begünstigt. Später kam es mit dem Lande silbst in die Gewalt derSaracenen, und galt in den Zeiten der Kreuzzüge für einen festen Platz, der von denKreuzfahr rn gegen die Saracenen standhaft behauptet wurde. Unter der türki-schen Regierung ist der Ort ganz gesunken; er ist, nach des Baron Tott Bericht,dem Oberhaupte der Mutualis, einer Völkerschaft des Libanons, unterworfen.Zwar ist der Hafen von Tyrus noch immer der beste an der ganzen syrischen Küste,aber der Handel hat sich vorzüglich nach dem benachbarten Said (dem alten Si-don) gezogen, wohin Sur bloß elwas Taback, Getreide und gesponnene Seideverführt.

Tzschirner (Heinrich Gottlieb), I). der Theologie, Pastor an der Tho-maskirche und Superintendent der Diöcese Leipzig, zweiter Pros. der Theol. ander Universität, Beisitzer des Consistoriums und Capitular im Hochstifte Meißen,geb. den 14. Nov. 1778 zu Mitweida im Königreiche Sachsen, wo sein Vater zu-letzt Oberpfarrer war, ward von diesem selbst und dem Rector der Stgdtschule fürdas Gymnasium in dem benachbarten Cbemnitz vorbereitet, welches er 1791 bewg.Schon hier reifte, m-hr noch als durch den Unterricht der damaligen Lehrer, im Um-