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11 (1830) T bis V
Entstehung
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449
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Tyrann Tyrtäus 449

Tyrann (a. d. Griech., wo es ursprünglich und im bessern Sinne so vielals Alleinherrscher, einen Souoerain, bedeutete, und daher auch als ein Titel fürwirklich gute Fürsten gebraucht wurde). In neuern Zeiten nennt man das Staats-oberhaupt einen Tyrannen, welches die ihm zur Ausführung der Staatszweckc an-vertraute Obergewalt mißbraucht. Am Ende des peloponnestschen Krieges führtendie Lacedämonicr die Regierung der 30 Tyrannen in Athen ein, die jedoch nur 8Monate dauerte. (S. Attika.) In der röm. Geschichte bezeichnet man mit demNamen der 30 Tyrannen die Feldherren, welche unter der schlechten Regierung desKaisers Gallien (von259 268 n. Chr.), der, gleichgültig gegen Ruhm undHerrschaft, nur für Vergnügen und Schwelge«! Sinn hatte, sich gegen denselbenempörten, und zu unabhängigen Beherrschern der von ihren Soldaten besetztenProvinzen, z. B. in Britannien, Gallien, Spanien, Rhätien, Jllyricn, Asien,Afrika, selbst in Italien, erklärten. Es entstand dadurch eine dem röm. Reichevölligen Untergang drohende Menge kleiner Staaten, die jedoch von keiner Dauerwar, indem die Gewalträubcr theils von ihren eignen Legionen gestürzt, theils vonden auf den Gallien folgenden Kaisern Claudius und Aurelian besiegt wurden. Diebekanntesten jener Tyrannen waren Posthumus, Lälian, Lollian, Älian, Vitto-rin l. und!!., Marius, TctricuS I. und H., Regalian, Trebellian u. a. m. Dievon ihnen geschlagenen Münzen, die größtentheils sehr selten sind, nennt man vor-zugsweise Tyrannen münzen. Montesquieu hat u. d. N. Oliarlv« ,1-Outr«-pont in einem Gespräche zwischen Sulla und Eukrates die Seele eines Tyrannenenthüllt; Dasselbe hat ein Ungenannter gethan inAratu» et dßicoolog aux en-lers; «UaloAuo» pur (lkarles ä'Outropont" (Paris 182l).

Tyrol, s. Tirol.

Tyrrhenia, Tyrrhener, ein alter Name für Etrurien (einen Theilvon Mittelitalien) und seine ältesten Bewohner, die nach Herodot (I, 94) aus Ly>dien eingewandert sein sollten, und als geübte Seefahrer, Städtebauer und Han-delsleute, auch wol als Freibeuter, erwähnt werden. Nach Nicbuhr sind die Tyrrhe-ncr und Pclasger und die pclasgifchcn Tyrrhener mit den Etruskern dasselbe Volk.

Tyrtäus, ein griech. Dichter, blühte um die 24. Olymp, (etwa 684 v.Chr.). Die Spartaner hatten schon in 2 Schlachten unglücklich gegen die Messe-rn«, ihre Nachbarn, gefochten, die jetzt von dem kühnen und tapfern Aristomencsangeführt wurden. In dieser Noth wendeten sie sich an das delphische Orakel, dasihnen einen Fremden zum Vermittler eines ehrenvollen Friedens anzunehmen rieth.Sie baten die Athenienser um einen solchen. Diese sandten ihnen ihren MitbürgerT., den Einige zu einem geborenen Milesier machen, der sich eben nicht durch dasAnsehen eines Kriegers empfahl, aber ein guter Dichter und Flötenspieler war.Dieser stimmte nicht nur durch s. Lieder die Herzen der Spartaner zur Eintrachtunter sich selbst, sondern entflammte auch ihren Muth durch s. Kriegsgesange der-gestalt, daß sie durch ihn den Sieg erlangten. Er wurde zugleich der Stifter dereigentlichen Chorgesange, die man gewöhnlich dem Lykurg beilegt, und s. Liederkamen in der Folge zu solchen Ehren, daß sie zu bestimmten Zeiten gesungen wer-den mußten. Die 5 Lieder im elegischen Versmaße, die unter T.'S Name» vor-handen sind, stellen das Bild ungebeugter, trotziger Krieger, furchtloser Greise,welche des feigen Jünglings spotten, und einer unbezwinglichen Begeisterung fürsVaterland zur Nachahmung aus. Sie gehören zu dem Schönsten, was uns ausdem Alterthume übriggeblieben ist, wenn man auch sollte annehmen müssen, daßwir diese zu den ältesten Überresten griech. Poesie zu zählenden Kricgslieder nichtmehr völlig in der ursprünglichen Gestalt besäßen. Eine besondere Ausg. des griech.Textes, mit einem ausführlichen Commentar und Abhandlungen, besitzen wir vonKlotz (Altenb. 1767). Eine neuere in Franck'skallinus" (Altenb. und Leipz.1816), die aber von Matthia (t)e l^rtaei oarininibu»", Altenb. 1821) starkCoav. - Lex. Siebente Aufl. Bd. XI. si 29