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11 (1830) T bis V
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Tyr

seit werden; denn von jenem ist dieses nur eine Species, welche Form nur inso-fern auffaßt, als sie mehren zugleich gemeinschaftlich ist, und die Beziehung der-selben aufs Individuum vorbeigeht, indeß Typus Beides vereinigt. Die Form,die Gestalt eines Dinges, ist die wunderbare Grenze, Schranke, welche die Sphäredesselben abschneidet, und doch auch zugleich es wieder in die Einheit des Alls auf-nimmt. Von einer Seite angesehen, ist sie das gemeinschaftliche Erzeugnis allerLebens- und Charakteranlagen eines Wesens; insofern tief bezeichnend und viel in-niger mit dem Wesen eines Dinges zusammenhängend, als der abgezogene Begriffder Form vermuthen läßt; entscheidend über Gehalt und Werth des Individuums,aber daneben auch in all ihren unendlich verschiedenen Erscheinungen doch nur Of-fenbarung Eines und Desselben, derselbe Lichtstrahl in seine verschiedenen Farbengebrochen, und doch in jeder ganz und untheilbar Licht. Ebenso muß nothwendigauch die Form der Form, Typus, dieses Urelement, diese mathematische Wurzelaller Gestalt, aufgefaßt werden, um die rechte Erklärung zu finden. Jedes Einzel-wesen ist nach einem besondern, in dem ewigen Verstände begriffenen Typus gebil-det; dieser Typus ist gleichsam die Idee, nach welcher jedes Einzelne geschaffen, dieBücher der Natur geschrieben sind. Durch ihn wird die Eigenthümlichkeit jedesWesens nach allen ihren Theilen bestimmt. Aber ihm ist auch zugleich ein Elementeingeboren, durch welches sich Verwandtschaft, ja Einheit eines Wesens mir demihm zunächst stehenden offenbart, eine Sehnsucht gleichsam nach dem nächstenHöheren, die durch Ähnlichkeit, vorher bestimmtes Übertreffen sich ausspricht; undso wird durch Vermittelung des Typischen das Höchste an das Niedrigste, das Ober-ste an das Unterste angeknüpft, zum deutlichen Zeugniß, daß Ein Geist das All durch-wandele. So sehen wir vorerst jede einzelne Classe und Art der organischen Wesennach einem besondern, diese Classe und Art beherrschenden Typus gebildet und ent-wickelt. Aber jeder Typus der einzelnen Classe spielt auch zugleich der Bildung dernächsten höhern Ordnung vor; und so kommt durch das Typische in die große un-endliche Leiter der Wesen ein sinnvoller Zusammenhang, ein wunderbar durchhinsich schlingendes Band, welches das Kleinste und das Größte der Bildungen in ihrerEinheit zugleich in einer unendlichen Mannigfaltigkeit der Zwischenstufen ausein-anderhält. Wie sinnvoll sehen wir in den zarten Verästelungen mancher Mooseschon die herrliche, freie Baumgestalt vorgebildet. Und wenn der Arzt in dem Ver-laufe einer Krankheit den Typus derselben, d. h. ihre eigenthümliche Form und dieFolge ihrer Erscheinungen, erkannt hat, so sieht er doch zugleich unwillkürlich vondieser besondern Ordnung hinüber auf die übrigen Krankheitsformen. Sollte nunaber das Gesetz, dem augenscheinlich die Bildungen der Natur, neben einander be-trachtet, gehorchen, nicht auch für die Entwickelung derselben in der Zeit, nacheinander, gültig sein? Ist es nicht offenbar ebenso nothwendig, eine typische Be-deutung der Geschichte anzunehmen, wie sich in den Spielen des Kindes auch schon,der genauern Beobachtung nach, die Thaten und Schicksale des zukünftigen Man-nes abspiegeln? Dies die Veranlassung der einst in der Theologie mit so viel Vor-liebe ausgebildeten, in der neuern Zeit als Aberwitz und kindische Spielerei verwor-fenen Typik oder Typologie, d. h. der Wissenschaft von der vorbildlichen Beziehung,welche gewisse Personen, Ereignisse und Einrichtungen des A. Test. auf Personen,Ereignisse und Einrichtungen in den neutestamenllichen Zeiten, dem großen Gegen-satze der alten und neuen Welt entsprechend, haben sollen. N-»-r.

Tyr, ein Sohn Odin's, Balder's Bruder, und mit Thor nicht zu ver-wechseln, war nach der alten nordischen Götterlehre der muthige, tapfere Gott desKriegs und Sieges, also was Mars bei den Römern war. Von ihm wird auchnoch bei den Dänen und Isländern der Dienstag Tirstag, Tyrstag genannt.S. Gustav Büsching,Das Bild des Gottes Tyr", gefunden in Oberschlesien(Breslau 1819).