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Typhus
Nicht bloß durch die unmittelbare Berührung des Kranken, sondern auch in einiger,obwol nicht sehr großen, Entfernung ansteckt. Jedoch hängt er sich auch Stoffenan, die mit Typhuskranken in Berührung kommen; ganz vorzüglich kräftig ent-wickelt und erhalt er sich in getragener Wäsche, wenn sie nicht aufgehangen und ge-lüftet, sondern auf einen Haufen geworfen wird. Die Ansteckung selbst erfolgtaber endlich, wenn der erwähnte Stoff (am wahrscheinlichsten mittelst der Lungenund der Haut) in einen Körper aufgenommen wird, der Empfänglichkeit dafür undAnlage zur Krankheit besitzt. Worin diese Anlage bestehe, ist nicht bekannt; nurso viel wissen wir, daß Manche trotz der vielfältigsten Gelegenheit zur Ansteckungdoch nie angesteckt wurden. Erhöht wird die Anlage jedoch durch mancherlei Um-stände, z. B. Leidenschaften und Affecten, besonders durch Furcht, Kummer, Är-ger, durch erhöhte Reizbarkeit aus irgend einer andern Ursache, sehr bedeutend;auch soll entweder die Empfänglichkeit oder die Anlage durch manche Dinge, z. B.Salben mit Öl, Fontanelle, Kauen gewürzhastcr, Speichelfluß erregender Mittelvermindert werden. Die geschehene Ansteckung gibt sich nicht jederzeit sogleich zuj erkennen; Mancher empfindet davon gar nichts, fühlt sich auch einige Tage nachderselben noch vollkommen wohl, oder empfindet nur höchst unbedeutende Be-schwerden, eine veränderte Gemüthsstimmung, verminderte Eßlust, leichten Schwin-del, leichte Ermüdung rc. Die Dauer dieses Zustandes soll sich bis auf 7 Tageausdehnen können. Die eigentliche Krankheit fängt mit Frost oder Frösteln anund hat in den ersten Tagen viel Ähnlichkeit mit einem katarrhalischen oder rheu-matischen Fieber. Weiterhin nimmt die Schwere des Kopfes, der Schwindel mitanfangender Betäubung, Ohrensausen, bisweilen auch Schwerhörigkeit zu, diekatarrhalischen Zufälle gehen in Brustbeschwerden, die von Neizung des Magensund der Leber abhängenden in Schmerz und Spannung der Weichen über. Ganzvorzüglich merkwürdig und bezeichnend ist aber die große Abspannung, Trägheitund Gleichgültigkeit, die während der übrigen Zufälle von Neizung zugegen ist undden Typhus von andern Fieberartcn unterscheidet. Den 4. Tag beobachtet man oftNasenbluten, mit einiger vorübergehenden Erleichterung der Kopfzufälle, oft trittauch in dieser Zeit der Ausschlag auf, der dem Typhus eigenthümlich ist und mitdem Friese! einige Ähnlichkeit hat; oder es bilden sich kleine Blattern aus, und^ endlich ist auch eine leichte Ohrendrüscngeschwulst bisweilen schon bemerklich. Un-ter den erwähnten Anzeichen, besonders unter anhaltender Hitze, die sehr wenigund selten nachläßt, verläuft die Krankheit bis gegen den 7. Tag, alsdann abernimmt sie eine ganz andre Gestalt an, indem sie das sogen, nervöse Stadium ent-wickelt. Es geschieht dies gewöhnlich dadurch, daß der Kranke nach einer kurzenFrist in heftigeres Fieber verfällt, die Hitze bedeutender wird. Die Betäubung, inwelcher der Kranke schon vorher lag, vermehrt sich bedeutend. Dabei verliert sichdas Bewußtsein so vollkommen, daß der Kranke sich an gar Nichts aus dieser Zeitl erinnern kann, wenn die Krankheit überstanden ist; dies gibt sich oft durch Irre-reden kund, die dann gewöhnlich murmelnd, selten heftig rasend sind, oft aberscheint der Kranke bei sich zu sein, urtheilt recht gut, spricht vernünftig, und dochist auch dann nach überstandener Krankheit keine Erinnerung mehr da, Der Aus-schlag verschwindet, mit Ausnahme der Blattern, die oft jetzt erst erscheinen.Wechselnde Verschlimmerungen sind besonders den 10. Tag zu bemerken, und die-ser Zustand dauert bis zum 14. mit mehr oder weniger Heftigkeit. Es gibt Kranke,die ziemlich leicht davon kommen, mehre (und auch der Verf. dieses) konnten sogardie größte Zeit des Tages außerhalb des Bettes zubringen, einige Betäubung undein geschwächtes Erinnerungsvermögen waren aber bei aller Gelindigkeit der Zufälledoch zu bemerken. Den 14. Tag endlich tritt gewöhnlich die wohlthätige Entschei-l düng ein, die sich durch eine stärkere Eyacerbation den 13. Tag ankündigte, und inl deren Folge die bisherigen Zufalle sich mildern, und heilsame Ausleerungen durch