Tympanum Typhon (ägypt.) 441
' entziffern vermochten, wandten sich durch Abgeordnete oder in den verbindlichsten> Schreiben, begleitet von kostbaren Geschenken, an das berühmte Orakel in Bützowund Rostock. Ost aber kam T. ihnen zuvor; denn hatte er in der weitesten Ferne, irgend einen Schatz ausgespäht, so ruhte crnicht, bis erden Anblick desselben in treuen8 Abgüssen und Abbildungen sich verschafft hatte. In schriftlichem Verkehr stander mit einem Fürsten v. Torremuzza, einem Bicekönig von Sicilien und einem Erz-. bischof von Palermo; auch der Cardinal Borgia und sogar der Papst blieben ihm^ nicht unzugänglich. Die berühmtesten Gelehrten Spaniens waren s. eifrigen Cor-
» rcspondenten. Sylv.de Sacy, Langlös, Thunberg, Pallas, Frähn undNor-
berg waren ihm befreundet; sogar aus Calcutta liefen Briefe bei ihm ein. Dochleider fachte dies Alles bei T. eine ganz unbegrenzte Eitelkeit und Ruhmsucht an, dieihm manche Demüthigung bereiteten; besonders geschah dies in den Streitigkeitenmit Franz Pcrez Bayer, Archidiakonus zu Valencia. T. ward zum Hofrath, dannzum Kanzlcirath ernannt; am Tage s. 50jährigen Dienstjubclfei'er (14. Nov. 1813)erhielt er das Patent als Vicckanzler und eine goldne Denkmünze. Bei dieser Ge-legenheit ertheilten ihm die theologische und juristische Facnltät ihre höchste Würde.— Geehrt und geliebt, im vollen Besitze aller Körper- und Geisteskräfte, schied T.schmerzlos vom Leben am 30. Dec. 1815. Zum Ankauf der sämmtlichen, vonT. hinterlassenen literarischen Schätze für die Universitätsbibliothek zu Rostock be-willigte der Großhcrzog 5000 Thlr. Die Sammlung ist sehr reich an Manuscrip-tm und Curiosis aller Art; darunter allein gegen 4000 Briefe, die T. an christlicheund jüdische G lehrte schrieb. Dem Nachrühme T.'s verdankt auch Rostock das Ge-schenk des persischen Wörterbuches vom Sultan von Oude. T. war ein Mustervon Berufstreue und Uneigennützigkeit, rastlos thätig und unermüdet im Wohl-thun. Zur Unterstützung der freiwilligen Jäger hat er 1813 größere Summen ge-spendet als irgend einer seiner Collegen. Zu bedauern ist es nur, daß die pictisti-sche Richtung, welche er aus frühester Jugend in ein reiferes Alter hinübernahm,den freiern Aufschwung seines Geistes hemmen mußte, und daß der eitle Wahn,Alles zu wissen und erklären zu können, ihn oft zu den seltsamsten und abenteuer-lichsten Behauptungen verleitet hat. So suchte er einst zu beweisen, daß die Zi-geuner ursprünglich Juden gewesen, die aus den Einöden, wohin sie während der! Verfolgungen (1348 — 49) Zuflucht genommen, hervorgekommen seien und sichfür Ägypter ausgegeben hätten. Ausführlichere Nachrichten von seinem Lebenfindet man in A. T. Hartmann's „Oluf Gerhard Tychsen, oder Wanderungendurch die mannigfaltigsten Gebiete der biblisch-asiatischen Literatur" (2Bde,Bremen 1818 — 20).
Tympanum (griech.), ein Instrument bei den Griechen und Römern,ungefähr dem Tamburin ähnlich, das mit der Hand geschlagen, und vorzüglich beireligiösen Ceremonien gebraucht wurde. In der Baukunst verstand man darunterein Zug- oder Tretrad, auch ein Giebelfeld. In der Anatomie nennt man dasTrommelfell im Ohr auch Tympanum; aber diese Bedeutung war den Römernnicht bekannt. — Tympanitis (t^mpnnitls, die Trommelsucht), ein krank-hafter Zustand des Menschen, wobei der Unterleib von Luft in den Gedärmen aus-gedehnt und angespannt ist.
Tyndariden heißen von ihrem Vater TyndaruS, König von Lakonicn, diei Zwillingsbrüdcr Kastor (s. d.) und Pollux, auch ihre Schwester Helena (s.d ).
Typhon, eine ägyptische Gottheit, ein Sohn des Kronos und der Rhea,und Bruder des OflriS, AreriS, der Isis und Nephthys. Der Gemahl seiner Mut-ter (nach Plutarch) war Helios; sie lieble aber den Kronos, ward vom Helios mitihm in unerlaubtem Umgänge überrascht und verurtheilt, weder in einem Jahrel noch in einem Monate zu gebären. Hermes, ein andrer Liebhaber der Rhea, halfihr aus der Noth. Er gewany dem Mond? in; Würfelspiel den 72, Theil jedfs