426 Turkhestan Türkische Sprache und Literatur
zog er sich auf seine Besitzungen in die Nähe des Rheins zurück. Seine letzte diplo-mat. Sendung war die Reise, welche er mit dem Frcihrn. Schwitz v. Grollcnburg, imNamen der protestantischen Fürsten Süddeutschlanbs, nach Rom, zum Behuf derUnterhandlung wegen des Concordats mit dem papDchen Hofe, unternahm. Auchnennt man ihn als Vers. der „nist. Fenealoz. <io In inaison elo üoose". Er starbd. 28. Jan. 1824 aus seinem Gute im Badischen zu Altorff, unweit Ettenhcim,im 78. I. seines thätigen Lebens.
Turkhestan (d. i. Türkenland), eine Landschaft in Mittelasien, die manzu der freien Tatarci rechnet, und welche am rechten Ufer des Sir Darja (Jaxar-tcs bei den Allen) liegt, ist das Stammland der Osmanen und wird jetzt von einemkirgisischen Regenten beherrscht, der mit den Einw- sich zur mohammedanischen Re-ligion bekennt. (S- Turkmenenland.)
Türkis. Unter d. N. circuliren im Handel 2 ganz verschiedene Substan-zen, von welchen die eine ein Mineral, die andre ein Fossil ist. Der minerali-sche Türkis oder Kalait findet sich eierförmig, derb und eingesprengt, hatmuschligen Bruch, himmelblaue, ins Spangrüne geneigte Farbe, ist schwachglänzend, undurchsichtig, hart, und das spccif. Gewicht — 3- Er kommt zu Kho-rasan inPersicnund auch an einigen a. O. vor. — Der animalische Tür-kis ist eine durch kohlensaures Kupferoxyd oder phosphorsaures Eisenoxyd spangrüngefärbte fossile Knochensubstanz, meist Reste von Zähnen und Röhrenknochen gro-sser Thiere. Er findet sich in Sibirien, im Thurgau und in Languedoc. — BeideTärkisarten werden auch durch die Benennungen orientalischer und occidentalischerTürkis, oder turguoise äo viertle et <lv nouvelle roolie, unterschieden. Der er-stere steht in weit höherm Werthe als der zweite.
Türkische Münzen finden sich insbesondere seit der Eroberung vonKgnstantinopel durch Mahommed I!., 1453. Frühere Münzen sind entweder per-sische mit türkischem Stempel, oder kusische mit altarabischer Schrift, welche dieKhalisen zu Bagdad, Damask, Kufa (woher der Name kusische Münzen ent-standen) und a. O. in Asien und Afrika, auch zu Corduba in Spanien, prägenließen. Unter den türkischen Münzstätten sind Konstantinopel, Alexandrien, Bag-dad, Kahira, Algier, Tunis und Tripolis rc. die bekanntesten. Ein fester Münz-fuß findet in diesem Reiche nicht statt, wo oft die Willkür als Gesetz gilt, und ins-besondere die Statthalter in den entferntem Provinzen ihn nach Belieben ändern.Der türkische Glaube verbietet Bildnisse svon Personen überhaupt, daher enthaltenauch ihre Münzen keine dergleichen, sondern auf einer Seite nur den Thoghra, d. h.denNamen und die Jnsignien des Sultans in verschlungenen Linien, auf der an-dern einen Spruch aus dem Koran. Die bekanntesten türkischen Münzen, nach wel-chen auch gerechnet wird, sind die Piaster, welche ungefähr 12 Gr. gelten, die Pa-ras, deren 40 auf einen Piaster, und die Aspcr, deren 3 auf 1 Para gehen.
Türkische Sprache und Literatur. Wie die Türken oder Os-manen ein tatarischer Stamm sind, so ist auch ihre Sprache eine tatarische Mund-art. Sie ist sowol von der persischen als von der arabischen und den mit dieser ver-wandten Sprachen durchaus verschieden. Die türkische Svrache hat für das Ohretwas Volltönendes, aber zugleich Rauhes und Ernstes. Die Morgenländer ha-ben verschiedene Sprüchworter, wodurch sie den Charakter der 3 jetzt in einem gro-ßen Theile Asiens herrschenden Hauptsprachen, der arabischen, persischen sind tüc-kischen, zu bezeichnen pflegen; z. B. die arabische Sprache überrede, diepersischeschmeichle, "die türkische strafe; arabisch habe im Paradiese die Schlange unsereStammmutter angeredet, persisch haben Adam und Eva sich von Liebe und Ge-genliebe unterhalten, türkisch habe der Engel gesprochen, als er den ersten Älterndas Paradies versagen müssen. Die türkische Sprache ist zwar in ihrem gramma-tischen Bau sehr regelmäßig, aber an sich ist sie arm. Dieser Armuth ihrer Spca-