Türkei und Griechenland Türkheim (Johann v.) 425
Porzellan - und Gewehrfabriken. 1796 wurde Turin von den franz. Republika-nern erobert, aber am 25 Mai 1799 von den Östreichern und Russen unter Su-woroff wiedergenommen. Nach der Schlacht bei Marcngo (1800) kam es aufsNeue in die Gewalt der Franzosen und blieb in derselben als Hauptort des Po-Depart., bis es 1814 dem Könige von Sardinien zurückgegeben ward.
Türkei und Griechenland. S. diesen Art. am Schlüsse des 12.Bandes, wohin wir ihn der Nachtrage wegen verweisen müssen.
Türkenpaß, ein Schiffpaß im mittelländischen Meere, besteht in einersogen. Osrta psrtit», aus welcher oben ein Schiff durchschnitten ist. Die Türkerl-oder Barbaresken-Corsaren haben die andre Halste des Passes: begegnen sie ei-nem christlichen Schiffe, das eine solche Osrt» paitita hat, so fügen sie beide Hälf-ten zusammen, um die Echtheit des Passes zu prüfen. Die Schiffe derjenigenMächte, welche mit den Barbaresken Friedens- oder Tributverträge geschlossen haben,müssen solche Passe am Bord führen, sobald sie das Cap Finisterrä (an der nord-westlichen Küste der spanischen Provinz Galizien) umschiffen wollen. Der Ver-sicherungsvertrag ist nichtig, wenn das Schiff diesen Paß auf Reisen, wo er nachdem Seerechte geführt werden muß, nicht führt. Er heißt auch Algierischer Paß.
Türkheim (Baron von), seit 1824 Mitglied der sranzös. Deputirtenkam-mer, Banquier zuStrasburg, Präsident des Handelsgerichts daselbst, Beisitzerdes lutherischen Consistoriums und der Commission für den protestantischen Cultusim Ministerium des Innern rc., ist geb. zuStrasburg und gehört zu einer ange-sehenen Familie dieser Stadt. Er bekleidete während der Revolution, deren Grund-sätze er mit großer Mäßigung annahm, mehre Municipalstellen. Zur Zeit desSchrcckenssystems ward er als gemäßigt Denkender verdächtig; daher suchte er eineFreistatt in Deutschland. Nach s. Rückkehr sollte er in den Erhaltungssenat eintre-ten, allein er nahm, mit Genehmigung des Kaisers Napoleon, die Stelle einesFinanzministers bei dem Großherzog v. Baden an, legte sie jedoch nach einigen Mo-naten nieder und kehrte mit dem Barontitel und dem badiscbcn Orden der Treuebeschenkt, nach Frankreich zurück. Das Depart. des Niederrheins wählte ihn 1815als Mitglied zu der sogen. Olmiubro introuvüble, in welcher er mit der Minori-tät stimmte; 1819 abermals gewählt, hielt er sich zur linken Seite und stimmtegegen die Ausnahmegesetze, aber für die neue Wahlform. Auch als Banquier hatsich Hc. v. T. allgemeine Hochachtung erworben. So zahlte er z. B. Capitalien,die man ihm in Papiergeld anvertraut hatte, in Metall zurück, obgleich das Pa-piergeld in der Zwischenzeit sehr gefallen war, und er dadurch viel verloren hatte.
Türkheim (Johannes v.), Staatsmann und publicistischer Schriftsteller,der älteste Sohn einer der angesehensten Protestant. Familien zu Strasbucg, wid-mete sich den Wissenschaften, da ihm der Stand s. Vaters, eines der ersten Ban-quiers in jener Stadt, nicht gefiel. Durch Reisen und lehrreiche Verbindungenvielseitig ausgebildet, bekleidete er mehre wichtige Stellen in s. Vaterstadt. ZumRepräsentanten derselben in der ersten Nationalversammlung gewählt, zeichnete ersich durch s. Eifer für das Gemeinwohl aus. Unter s. publicistischen Schriften, durchdie er damals bekannt wurde, ist s. meisterhafte „Darstellung der politischen Ver-hältnisse des Elsasses überhaupt und der Stadt Strasburg insbesondere" noch jetzthistorisch wichtig. Die Stürme der Revolution nöthigten ihn, s. Vaterland zuverlassen. Er lebte einige Jahre auf s. Besitzungen bei Ettenheim, durch welche erMitglied der ortenauischen Ritterschaft geworden war. Als Abgeordneter mehrersächsischen Fürstenhäuser erschien er auf der fränkischenKreisversammlung zu Nürn-berg. Später trat er in Hessen - darmstädtische Dienste und wurde zum bevollmächt.Minister beim Reichstage von Negensburg und bei der Reichsdeputation ernannt.Nach der Auflösung des deutschen Reichs beauftragte ihn s. Regierung mit einigenwichtigen Aufträgen, besonders zu Wien, wo er längere Zeit verweilte. Dann