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11 (1830) T bis V
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Turin

rarische Beschäftigungen und starb 1781 im 49. I. s. Alters. Ludwig XVI.sagte einmal von ihm:Niemand liebt das Volk, außer Turgot und ich". Laharpeschildert T. so:Er war ein Mann von einem starken Charakter, den Nichts, selbstam Hose und unter den größten Verhältnissen, von der Rechtlichkeit abwendig ma-chen konnte; unter den Gegenparteien und den Unannehmlichkeiten seiner Verwal-tung von unerschütterlicher Gleichmüthigkeit; dabei von einer Thätigkeit, die keineKrankheit schwächen konnte; er hatte nur 2 Leidenschaften: Gelehrsamkeit und dasGlück des Volks". Man hat T. und fast allen stanz. Philosophen und Gelehrten s.

Zeit Schuld geben wollen, daß sie die ersten Urheber der stanz. Revolution waren,und daß besonders s. Neuerungen zu Gunsten des Volks das letztere auf größere undgünstigere begierig gemacht hätten. Allein auf diese Weise könnte man jede gerechte :

und menschliche Neuerung mit eben solcher Schuld belasten. T. war übrigens einüberaus tugendhafter Mann und ein großer Freund der Wissenschaften, besondersder schönen Literatur. Er machte Frankreich zuerst mitOssian's Gedichten bekannt, iübersetzte aus dem Italienischen denkastor tülo" von Guarini, und aus demDeutschen Klopstock'sMessias" und Geßner'sTod Abels"; auch suchte er dieVersmaße der Alten nachzubilden, s. metrischen Übersetzungen einiger Eklogen Vir-gil's beweisen aber nur die Vergeblichkeit solcher Bemühungen im Französischen.Gedruckt sind von ihm einige Abhandlungen über das Finanzwesen rc. In seinemÄußern war er einfach und angenehm, in großen Gesellschaften etwas ängstlich; aberim Conseil desto muthvollcr. Auffallend war eS, daß er, trotz s. frühern Eifersfür die christliche Religion und ungeachtet seiner sich gleichbleibenden ungehcucheltenFrömmigkeit, bei reifern Jahren den christlichen Cultus als das Werk eines thö-richten Aberglaubens betrachtete.

Turin (ital. I'orino) , Hauptst. der kön. sardinischen Staaten auf dem fe-sten Lande, Residenz des Königs v. Sardinien und Hauptst. des Herzogth. Pie-mont, eine der schönsten und regelmäßigsten Städte Italiens, am linken Ufer desPo, hat eine überaus angenehme Lage in einem weiten Thale, das von vereinenSeite mit Hügeln, die mit Klöstern, Schlössern und Landhäusern bebaut sind,umgeben wird. Sie zählte im 1.1829 über 121,860 Einw. (davon 91,300 inder Stadt, 15,900 in den Vorstädten, und 14,600 in dem Stadtgebiete), überden Po führt eine schöne steinerne Brücke. T. war ehemals eine starke Festung undwurde 1706 von den Franzosen vergebens belagert. Jetzt sind die Festungswerkein Spaziergänge verwandelt; auch hat die Stadt jetzt keine Mauern und nur nochein Thor (port» nuova) an der Mittagsseite; doch wird sie durch eine starke Cita-delle vertheidigt. T. hat 32 Hauptstraßen, die sich alle in rechten Winkeln durch-schneiden. Unter den Häusern gibt es viele palastahnliche, die meisten sind 4 5Stockwerke hoch und aus gebrannten Steinen gebaut. In mehren Straßen, be-sonders in der Po-Straße, welche die schönste ist, besteht das Parterre der Häu-ser aus Bogengängen, in welchen sich Kaufladen befinden. Unter den 6 öffentli-chen Plätzen ist der viereckige Königs - oder Karlsplatz der größte, und mit schönenGebäuden umgeben; die vorzüglichsten darunter sind: die Kirche Sän-Carlo, daskönigl. Schloß und das Operntheater. Bei dem Schlosse ist ein schöner Garten,der zum öffentlichen Spaziergange dient, und von welchem aus man die herrlichstenAuSsichten hat. Das Universttätsgebäudc ist ebenfalls sehr ansehnlich. Au der Uni-versität, unter deren Gelehrten wir den Physiologen Lorenzo Martini nennen, gehö-ren eine Bibliothek, e. Sternwarte, e. Naturaliencabinet, e. botanischer Gartenund e. reiches ägyptisches Museum mit vielen Seltenheiten, die der Ritter Dro-vetti gesammelt hat (Denkmäler, Bildsäulen rc., a. d. Zeit vor und des Sesostris).

In der Nahe liegt das berühmte kön. Lustschloß La Veneria. Für den Handel ist T.eine Hauptstraße aus Frankreich nach Italien. Der meiste wird mit piemontesischerSeide getrieben; eS gibt hier wichtige Seidensabriken, auch Tapeten-, Tabacks-,

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