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sehen. Die Häuser sind niedrig, die Straßen eng, um gegen die Sonnenhitzezu schützen, und schmutzig. Die Zahl der Einw. beträgt,, seit der großen Pest von1789, nur noch gegen 130,060, unter denen 30.000 Juden sind, die hier 8 Syn-agogen haben. Mehre Fabriken liefern Leinwand, einige Seiden- und Wollen-zeuche, auch Saffian. Die wichtigsten aber sind die von den tuneser Mützen, wel-che in der ganzen Levante Absatz finden. Sonst beschäftigten diese Fabriken 50,000Menschen, und man verbrauchte 3000 Ballen spanischer Wolle, jetzt sind sie aufden dritten Theil heruntergebracht.' Tunis ist der Mittelpunkt des Handels vomganzen Lande. Jährlich kommen 3 Caravanen aus dem Innern Afrikas an, undandre aus Konstantinopel über Ägypten. Die Regierung hat viele Monopole, wel-che sie, wie die Zölle, Meistbietenden (gewöhnlich Juden) überläßt. Man führtaus : Getreide, Ö!, Wolle, Häute, Wachs, Seife, Datteln, Sennesblätter, Krapp,Korallen, Rosenessenz, Straußfedern. Daher halten sich hier auch Consuln vonmehren europäischen Handelsnationen auf. Der Hasen ist von der Stadt ziemlichentfernt und hat durch den Canal von Gouletta einen schmalen Eingang, der nurfür kleine Fahrzeuge schiffbar ist. Nach Tunis ist Kairwan die volkreichste Han-delsstadt, mit einer großen Moschee, die auf 500 Granitsäulen ruht, der heiligstenin ganz Nordafrika. Bei Bersach (vielleicht Byrsa, die feste Burg des alten Car-thago) sieht man noch die hohen Bogen einer carthag. Wasserleitung. Aber ver-schwunden ist der dreifache Wall mit seinen hohen Thürmen , mit den Stallen fürZOO Elefanten und 4000 Pferde und den Casernen des carthag. Micthheeres;keine Spur mehr von dem alten Hafenbau, wo die 2000 Kriegs- und 3000 Trans-portschiffe lagen, aus denen Hamilkar seine Truppen nach Sicilien führte. Kaumeinige Trümmer von Eisternen und Cloaken zeigen den Ort, wo Carthago stand.Graf Borgia in Neapel, Neffe des Cardinals, wird eine Beschreibung von Tunisund den Ruinen von Carthago herausgeben.
Tunkin (Tunquin, Tonquin), ein Königreich auf der jenseitigen HalbinselOstindiens. Der Name bedeutet in chinesischer Sprache so viel als den östlichen Hof,weil Tunkin sonst eine Provinz von China war; jetzt macht es mit Cochinchinaein Kaiserthum, Anam genannt, aus, welches seinen Namen von Nuoc-Anam hat,womit die Eingeborenen von Tunkin ihr Land benennen. Tunkin breitet sich wieein Dreieck mit der Spitze nach Süden zwischen den Gebirgen von Birma und Laos,und zwischen dem Golf von Tunkin aus, hat zur südlichsten Grenze Cochinchinu,und stößt gegen Norden an China. Es ist reichlich bewässert, mehre kleine Flüsseund die beiden Hauptströme Holi- Kiang und Lesi-Kiang kommen von den großenGebirgen herab. Der Boden ist äußerst fruchtbar. Die Felder geben doppelte, bis-weilen dreifache Ärnten. Besonders gedeiht der Reis vortrefflich. Arekanüsse, Zucker,Zimmct-, Firniß- und Talgbaume, Baumwolle, Orangen, Bananen, Feigen, Ana-nas und Granatäpsel sind im Überflüsse. In den Wäldern findet man das trefflichsteSchiffbauholz, nämlich den Tiekbaum, ferner Adlerholz, Rosenholz rc. und vielewilde Thiere, als das Nashorn, den Königstiger und Elefanten, auch viele Affen-arten. Büffel und Pferde sind die hier einheimischen Hausthiere. Von den hiesigenSchwalben kommen die indianischen eßbaren Nester her. Die Gebirge sind reich anMetallen; der Bergbau auf Gold und Silber wird von Chinesen betrieben. DasÜbrige s. unter Cochinchina. Die Hauptstadt Cachao oder Kescho wird auchBacking genannt.
Tunnel, ein Fahrweg, der von dem Ingenieur Brunel, einem Franzosen,3090 Moires stromabwärts von der Londoner Brücke seit 1825 aufActien (4060,jede 50 Pf.) angelegt wurde. Die Themse hat hier eine Breite von 305 Moires(945 Fuß). Das Werk war bis 183 Mi-tres von dem rechten Ufer an vorwärtsgetrieben, als zwei Einbrüche des Stroms (18. Ma! 1827 und im Jan. 1828) das-selbe unterbrachen- Die Öffnung ward verstopft, und der vollendete Theil des Tun-