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Tunks
In der Berbers, am mittelländ. Meere, östlich an Tripolis, westlich an Algier gren-zend. Im Süden ist dürres Steppenland und das Nesusa- und Megalagebirge,Aeste des Atlas, im Westen und an der Küste aber fruchtbarer Boden, der von demMedscherda oder Bagrada, dem Nil des Landes, durchströmt wird. Tunis ist reichan Getreide aller Art (Hafer ausgenommen), Gartengewächsen, köstlichen Baum-fcüchten und Weintrauben. Die Viehzucht ist beträchtlich. Man hat gute Pferde,besonders schöne Esel, Maulesel, Rindvieh, treffliche Fische. Jährlich werden20,000 Ctnr. Wolle und an 100,000 Stück Häute ausgeführt. Mit der Korallcn-'fischerei beschäftigen sich etwa 160 Kähne, welche sämmtlich von Sicilicn oder Nea-pel-kommen. Nach der Zerstörung des benachbarten Carthago, wovon noch jetztRuinen vorhanden sind, hatten die Römer in der Gegend des jetzigen Tunis einneues Carthago erbaut und mit römischen Einwohnern bevölkert, welches bald eineder wichtigsten Städte der alten Welt wurde. Sie ward aber nachmals von denArabern zerstört, und nun kam Tunis, vorhin ein unbedeutender Ort, empor. DieMischen Normänner, welche sich der Stadt nachher bemächtigten, wurden wiedervon Abdalmamum aus Marokko vertrieben. 1530 entstanden innere Unruhen indiesem Staate , und da unternahm Kaiser Karl V. seinen berühmten und glückli-chen Zug dabin. Er schlug die Türken unter Hariaden oder Hairadin Barbarossa,welche sich unter dem Scheine, dem Thronbewerber Alraschid beizustehen, der Stadtbemächtigt hatten, und drang in die Stadt ein, wo seine Soldaten viele Gräuel ver-übten und eine herrlich« Sammlung arabischer Bücher verbrannten. Hassan, Al-raschid's Gegner, wurde aber wieder als Vasall von Spanien auf den Thron gesetzt.(Vgl. BarbareSken.) 1570ward Amida, König von Tunis, von den algieri-schen Türken verjagt, und Philipp II v. Spanien schickte, um s, Vasallen zu schützen,den Don Juan d'Austcia mit einer starken Flotte nach Tunis. Die Türken entflo-hen, allein statt dcS den Seimgen verhaßten Amida, wurde Mehcmed, ein Vettervon ihm, zum Könige gemacht. Don Juan ließ zum Schutze der Stadt ein Fortanlegen, doch schon 1574 eroberten die Türken sowvl Tunis von Neuem, als auchdas Fort, wobei sie freilich viele Menschen verloren, aber auch die spanischen Solda-ten sämmtlich theils tödteten, theils zu Sklaven machten, welches Schicksal selbst diespanischen Befehlshaber Scrbelloni und Puertocarrero traf. Hierauf ward einetürkische Regierung und Militairverfassung eingeführt. Der Divan, das vornehm-ste Collegium, erhielt einen Aga zum Vorsteher, der es immer 6 Monate lang blieb,und ein Pascha übte Namens des Großhcrrn die höchste Gewalt. Ungefähr 12—16 Jahre erhielten sich die Agas als Vorsteher des Divan, da ward durch die Em-pörung der Miliz eine Veränderung bewirkt, und ein Dcy für beständig als Staats-oberhaupt eingeführt. Doch zerrütteten von jetzt an innerliche Unruhen den Staat;1686 bemächtigten sich sogar die Algierer desselben und übten viele Grausamkeitenaus. Jetzt steht an der Spitze dieser militairischen Aristokratie ein Bey, Sadi Has-san (seit d. 23. März 1824), der s. Würde erblich gemacht hat und kein Türke, son-dern ein Maure ist. Ihm zur Seite steht ein Divan von 37 Mitgliedern. Er er-kennt zwar die Schutzherrlichkcit der Pforte, entrichtet jährlich ansehnliche Geschenke,nimmt aber keine Befehle von ihr an. Seine Unterthanen sind gebildeter, wenigerbigott und weniger feindselig gegen die Fremden als die von Algier. Seine jahrl.Eink. schätzt man auf 600,000 Thlr., s. Landmacht auf 15,400 M., unter welchendie Miliz derOsmanli (5400 M.) viel Einfluß hat, und (.Seemacht auf 20Raubschiffe. Im Nothfalle kann der Bey 50,000M. irregulaire Beduinen stellen.Die Einw. bestehen aus Mauren, Beduinen, Berbern, 100,000 Juden, 7000Türken und aus Christensklaven. — Die Hauptst. Tunis liegt 12 Stunden vomMeere, an der Südseite der Meerenge oder des Eanals von Gouletta, welcher denjetzt stark verschlämmten Teich oder See von Tunis mit dem Meere verbindet, hateine deutsche Meile im Umfange und ist mit Mauern und einer guten Festung vrr-
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