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11 (1830) T bis V
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Tulpe Tunis

welche jährlich an 2 Mill. Pf. Talg verfertigen. Die übrigen Fabriken liefern wol-lene Zeuche, Leinwand, Siegellack, Schminke, Berlinerblau, und veranlassen einenbeträchtlichen Handel.

Tulpe, eine bekannte Blumengatlung. 1559 blühte die gewöhnliche Gar-tentulpe zuerst in Augsburg, und der berühmte Botaniker, Konr.Geßner, gab vonihr die erste Nachricht. Sie war von dem östr. Gesandten zu Konstantinopel, Bus-b-ck, nach Deutschland geschickt worden. Der Name Tulpe ward ihr wegm Ähn-lichkeit der Blumen mit dem Turban der Morgenländer (eigentlich Duldend) beige-legt. Sie stammt aus der Krim, wo Pallas und Marschall v. Biberstein sie wild-wachsend fanden. Über den zu einer gewissen Zeit bis ins Unsinnige getriebenenTulpenhandel s. Blumenhandel in Holland.

Tungusen sind ein zahlreiches Volk in Sibirien, von mandschurischer Ab-kunft, welches in den untern Gegenden dcs Jenisei, an dem Tunguscaflusse, an derLena, dem Amur bis zum pensinskischm Meerbusen, ja bis an das Eismeer hin,zerstreut anzutreffen ist. Die jenseits des Amurflusscs stehen unter chinesischemSchutze ; die diesseits sich aufhaltenden unter russischem. Einige von den Tungu-sen sind getauft und haben sich zum Ackerbau bequemt, die meisten aber sind scha-manische Heiden und ziehen stets mit Pferden, Rennthieren oder Hunden, die ihreSchlotten ziehen und ihnen auch zur Speise dienen, umher, und zwar so, daß sie ge-wöhnlich nicht langer als eine, höchstens 2 Nächte an einem Orte verweilen. Jagd,Fischerei, und zum Theil auch Viehzucht, ist ihr Geschäft. Nach den Gegenden ih-res Aufenthalts werden sie in Wald - und Steppen - Tungusi n eingetheilt. DieElstern unterscheiden sich nach ihrer Lebensart in Rennthier-, Jagd - und Fisch-Tungusen. Die Steppen-Tungusen sind Hirten, werden gewöhnlich Pferde Tun-gusen genannt, und besitzen Pferde, die ihren vorzüglichsten Reichthum ausmachen(zuweilen 1000Stück), Rinder, Schafe, Z:eg«n undKameele. Sie sind ein mun-teres und starkes Volk; ihr Gesicht ist platt und die Augen klein, dost) nicht so merk-lich wie bei den Kalmücken. Geld und den Gebrauch des Goldes und Silbers ken-nen sie nicht. Ihren Tribut entrichten sie in Zobelfellen und andern Pelzwaarcn,nach der von der russischen Krone vorgeschriebenen Taxe. Einige schwache Stämmesind frei vom Tribut und dienen dafür als leichte Truppen an der mongolischenGrenze. Sämmtliche Tungusen haben eine gemeinschaftliche Sprache und sind da-her, ungeachtet ihrer großen Zerstreuung, als Ein Volk anzusehen. Ihre Anzahlläßt sich nicht genau bestimmen. Nach Wichmann steuern sie für 26,404 Köpfe,wobei aber nur die erwachsenen Personen männlichen Geschlechts gerechnet sind.Diejenigen in der jakutskischen Provinz, in der Gegend von Ochozk am Meere, hei-ßen Lamuten, d. i. Leute, die am Meere wohnen (Lam bedeutet in ihrer SpracheMeer). Diese bedienen sich besonders derHunde zum Fahren und Essen.

Tunica, ein Untergewand, das bei den Römern von beiden Geschlechternunter der Toga auf dem bloßen Leibe getragen wurde. Gewöhnlich war es vonWolle und weiß,,,und reichte bis über das Knie. Man trug auch mehre Tunikenüber einander. Öffentlich gingen in diesem Gewände nur die Sklaven und ganzgemeine Leute; aber im Hause trugen die Römer meist nur die Tunica, und dannnicht gegürtet, welches jedesmal der Fall war, wenn man öffentlich erschien, oderauch bei der Arbeit; daher die Ausdrücke: sich gürten zu etwas, gegürtet — so vielheißen, als sich fertig machen, bereit, gerüstet. Die Senatoren trugen eine Tu-nica mit einem breiten Purpurstreif (olavrw) besetzt, die Ritter eine ähnliche mit2 schmälern Streifen. Daher die Benennungen latiolavü und anznstwlavii vonPersonen beider Stände. Eine Gattung der Tunica, welche unter einer andernvon Frauen getragm wurde, mit Ärmeln versehen und auch von Linnen war, hießinilunwm und kam fast mit unserm Hemd überein.

Tunis ist eine militairische Republik (3409 UM., mit 2—3 Mill. Einw.)