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11 (1830) T bis V
Entstehung
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416
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416 Tuilerien

urtheilten über die Würdigkeit und Unwürdigkei't aufzunehmender oder auszuschlie-ßender Mitglieder, legten Streitigkeiten unter den Mitgliedern bei und vertratendas Interesse der Staatsregierung beim Vereine, damit dieser auf keine Weise dieihm vorgezcichneten Grenzen seiner Wirksamkeit überschreite. Sie waren also,wie sich der Pros. Krug in Leipzig (der wahrend seines Aufenthalts in Königsbergselbst ein halbes Jahr lang Obercensor war) in seiner nachher anzuführenden Schriftnusdrückt, „nicht sowol Sittenrichter, wie die altcömischen, sondern vielmehrGesellschaftswächter, gleichsam die correctionalen Organe eines Vereins". Außer-dem theilten sich alle Mitglieder des Vereins, die eine bestimmte örtliche Kammerausmachen, in gewisse Geschäftskreise, welche sich mit Unterstützung der Nothlci-de ndcn und Hülfsbedürftigcn (deren Zahl sich durch den Krieg bis ins Ungeheurever mehrt hatte, sodaß die Regierung, die nicht einmal die an Frankreich zu zahlen-den Summen aufbringen konnte, nicht Allen zu helfen vermochte), mit Ausmitte-lung neuer Nahrungsquellen und Ecwerbszweige, mit Verbesserung des Unter-richts und der Erziehung, und überhaupt mit allen auf die öffentliche Wohlfahrtsich beziehenden Gegenständen beschäftigten. Dahin gehörte auch das Kriegs-wesen, mit dessen Bearbeitung sich insonderheit die Officierc, welche im Vereinewaren, beschäftigten. Viele Ideen über Bekleidung und Bewaffnung des Krie-gers, über Landwehr und Landsturm, die späterhin ins Leben eingeführt wurden,waren hier schon angeregt und entwickelt, und der General v. Scharnhorst hat mehrehierauf abzweckcnde Arbeiten des Vereins gesehen, gebilligt und benutzt, obgleicher für seine Person, als damaliger Stellvertreter des Kriegsministers und mithinals Mitglied der preuß. Regierung, die den Verein unter ihrer Aufsicht hatte, keinMitglied desselben sein konnte. Durch den Verein wurde daher auch der Haß be-schwichtigt, welcher bis dahin im preuß. Staate zwischen dem Bürger und Kriegerbestanden hatte und durch den Krieg noch mehr aufgeregt war, weil man den un-glücklichen Erfolg desselben größtentheilS dem Heere, wo nicht dem Ganzen, dochdem größern Theile nach, Schuld gab. Die Aussöhnung und gegenseitige Annä-herung dieser beiden Stände der Gesellschaft ist daher ebenfalls durch den Vereingefördert worden, und unstreitig hat er auch hierdurch sehr viel zu dem glänzendenErfolge beigetragen, welchen die preuß. Waffen späterhin errungen haben. —Übrigens haben sich zwar auch in andern Gegenden Deutschlands ähnliche Vereinegebildet, aber nicht als Theile oder Zweige des preuß. Vereins, der lediglich aus dennoch übrigen Theil des preuß. Staats berechnet war. Auch versichert der Pros.Krug ausdrücklich, daß der oberste Rath, so lange er in demselben war, keinenTheil an der Bildung jener Vereine hatte, und wahrscheinlich auch späterhin nichtgehabt habe. Krug's Schrift: „Das Wesen und Wicken des sogen. Tugendbun-deS und andrer angeblichen Bünde" (Leipzig 1816) ist mit einer andern, zwarnamenlosen, aber doch das Gepräge historischer Treue an sich tragenden Schrift zuverbinden, die den Titel führt: „Darstellung des unter dem Namen des Tugend-bundeS bekannten sittlich-wissenschaftlichen Vereins, nebst Abfertigung seiner Geg-ner" (Bett. und Leipz. 1816). Die Grundgesetze (Statuten) des Vereins sind im„Fürsten- und Volksfrcund" abgedruckt, aber ohne Gewähr ihrer Echtheit. Dochscheinen sie in der Hauptsache echt zu sein.

Tuilerien (vontuile, Ziegel, weil ehedem an diesem Platze eine Ziegel-brennerei war), daS berühmte Residenzschloß der franz. Monarchen an dem rechtenUfer der Seine, zu PariS. Katharina v. Medici, die Gemahlin Heinrichs II., fingden Bau desselben nach den Zeichnungen von Philibert de l'Orme und Jean Bril-lant 1564 an. Heinrich IV. erweiterte es und ließ (1600) die Galerie anlegen,die es mit dem Louvre verbinden sollte, und die er zur Wohnung für 24 Künstlerbestimmte. Ludwig XlV. vergrößerte es (1654) und vollendete die große Galerie.Die Seite nach dem Louvre zu besteht aus 5 Pavillons und 4 Hauptgebäuden; die