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11 (1830) T bis V
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Tugeirdbund

Vereins erstatten und Verzeichnisse von den Mitgliedern desselben einreichen. DerVerein war also schon darum keine geheime Gesellschaft; er war es aber auchdarum nicht, weil er weder Grade hatte, um nach und nach mit den Zwecken undBeschäftigungen des Vereins bekannt zu werden, noch Zeichen, an welchen dieMitglieder sich außer der Gesellschaft erkennen möchten; es ward vielmehr Jeden»,der sich zum Beitritte meldete, wenn man ihn sonst für würdig hielt, sowie Je-dem, den man dazu einlud, das Grundgesetz vor der Aufnahme zur Einsicht undPrüfung vorgelegt; und wenn er dann noch beilrctcn wollte, so stellte er bloß einschriftliches Versprechen aus, die Zwecke des Vereins zu befördern und dem inPreußen regierenden Hause Hohenzollern treulich anzuhängen. ES wurden daherauch nur wirkliche Unterthanen des Königs v. Preußen aufgenommen, und die,welche es zu sein aufhörten, hörten eben dadurch auch auf, Mitglieder des VereinSzu sein. Auch stand Jedem, der aus irgend einem Grunde nicht weiter Mitgliedsein wollte, der Austritt frei, sowie andrerseits der Verein sich das Recht vorbe-hielt, Denjenigen auszuschließen, der sich als ein unwürdiges Mitglied zu erken-nen gab. Ausgenommen konnte jeder gebildete und gesittete Mann werden, ohneUnterschied des Standes und der Religion; selbst Juden waren nicht unbedingtausgeschlossen. Hingegen waren Weiber und Kinder, sowie solche Männer, dieaus irgend einem Grunde die öffentliche Achtung verloren hatten, der Aufnahmeunfähig. — Da der Verein mit dem oben angedeuteten Zwecke natürlicherweiseauch den Zweck verband, den preuß. Staat von dem franz. Joche, das gegen dieBedingungen des tilsitcr Friedens fortwährend auf ihm lastete, zu befreien, undin Hoffnung günstiger Ereignisse die Wiedergewinnung des Verlorenen vorzuberri-ten, so durfte er ebenso natürlicherweise diesen letzten Zweck in seinem Grundge-setze nicht bestimmt aussprechen, auch überhaupt nicht in seiner Wirksamkeit vor-laut und vorschnell hervortreten, indem die Franzosen nicht nur die vom preuß.Staate abgerissenen Provinzen, sondern auch den größten Theil der nach dem Frie-den zurückzugebenden immerfort besetzt hielten, und auf Alles, was im preuß.Staate geschah, sehr aufmerksam waren. In dieser Hinsicht hatte der Verein al-lerdings etwas Geheimes an sich; und dies war wol auch der Grund, warum ihnViele, besonders aber die Franzosen, als sie Kenntniß davon erhielten, für einegeheime politische Gesellschaft hielten. Da nun die Franzosen die feindselige Stim-mung des ganzen preuß., von ihnen so hart bedrückten und so tief gebeugten Volkessehr wohl kannten; da ihnen ferner die feindselige Richtung, welche der Verein inseiner Wirksamkeit gegen sie nehmen mußte, nicht entgehen konnte, so wirkten sieihm natürlich entgegen und suchten ihn auf alle Weise zu unterdrücken. Indessenkonnten sie doch nicht verhindern, daß sich der Verein, von Königsberg aus, woer entstanden war, und wo sich damals nicht nur der Hof und die Regierung, son-dern auch die Vorsteher des Vereins befanden, in Ost- und Westpreußcn, Pom-mern, Schlesien und der Mark (wicwol in der letzten Provinz am wenigsten), baldund unter allen Classen des Volks verbreitete. Als aber der Hof und die Regierungnach Berlin zurückgekehrt waren, wußte es die franz. Regierung dahin zu bringen,daß der König die augenblickliche Aufhebung des Vereins und die Einsendung allerActen und Arbeiten desselben befahl. Man war darüber einig, daß der edle Kö-nig, dessen offener und fester Charakter bekannt war, diese Aufhebung nur aufAnsuchen Napoleons beschlossen habe. Obgleich nun Einige dafür stimmten, daßman durch eine Bittschrift die Fortdauer des Vereins zu bewirken suchen solle, sosah doch die Mehrheit das Zwecklose dieses Schrittes ein, der den Monarchen indie Verlegenheit gesetzt haben würde, gegen seinen eignen Wunsck eine abschlägigeAntwort zu ertheilen. Man erklärte also in einer Sitzung, dem Willen des Königsgemäß, den Verein für aufgehoben. Bei Beendigung derselben trat einer von denVorstehern auf und sagte: „Meine Herren! nach dem Willen unsers Königs ist