Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
409
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Tuba

Tübingen 4VN

Mehre Abhandlungen von ihm über diese Gegenstände sind in den elotis Li-U-äitorum (s. d.) zerstreut. T. erwarb sich außerdem als Philosoph einen Na-men; allein die Schrift, worauf sich dieser Ruf gründete: „Neäivina m«atiset vorporls^ (Amsterdam 1687, 4., und mehre Mal aufgelegt), ist jetzt fastvergessen. Vgl. die „Lebens - und Todesgeschichte" dieses merkwürdigen Mannes(Görlitz 1709, 12.).

Tuba war bei den Römern ein Blasinstrumcnt, das im Kriege gebranchtwurde und unsern Posaunen oder Trompeten zu vergleichen sein dürfte, obgleich eseine etwas davon verschiedene Form hatte.

Tuberkeln, im Allgemeinen, Knoten und kleine Verhärtungen, insbe-sondere kleine Verhärtungen in der Lunge, von der Größe der Hirsenkörner bis zuder einer Erbse und Haselnuß. Sie behalten immer die Neigung sich wieder zuentzünden, sich zu vergrößern und auszubreiten. Sie verrathen sich durch Been-gung des Athems bei stärkerer Bewegung, besonders bei dem Bergsteigen, durchkurzen trockenen Husten, durch flüchtige Stiche in der Brust u. a. m. Wer Tu-berkeln in den Lungen hat, muß alle heftige Erregung des Bluts, Laufen, Tanzen,hitzige Getränke u. s. w. vermeiden, und kann durch eine zweckmäßige Diät immernoch ein hohes Alter erreichen.

Tübingen, eine der ältern Städte Würtembergs, die zweite Hauptstadtdes Königreichs, hat eine Universität und 8200 Einw. Es liegt 6 Stunden vonStuttgart, südöstlich, dicht am Neckar, und die Gegend gehört unter die schön-sten und fruchtbarsten des würtcmb. Oberlandes. Die Stadt hat beträchtlichenGetreide- und Weinbau und nicht unbedeutende Wollwebereien. Schon von KaiserHeinrich IV. wurde 1079 Tübingen belagert. So ward es als feste Stadt der Sitzjener mächtigen Pfalzgrafcn von Tübingen, die aber 1631 ausstarben, nachdemlängst das große Erbe der Ahnherren gänzlich zersplittert war, und das Familien-und Regierungsvermögen um der Schulden willen meist an die mehr haushälteri-schen Grafen v. Würtemberg hatte verkauft werden müssen. Wo jetzt das Schloßist, lag die alte Pfalz (pslatium, Regentenwohnung), das Schloß selbst hießHohentübingcn und hat in frühern Zeiten merkwürdige Belagerungen ausgehalten.1342 erkaufte Graf Ulrich v. Würtemberg Burg und Stadt von den PfalzgraftnGötz und Wilhelm für 20,000 Pfund Heller. Die Universität wurde 1477 vonGraf Eberhard im Bart, dem nachmaligen ersten Herzog v. Würtemberg, gestif-tet. Sie gedieh auch in den ersten 40 Jahren bis zur Reformation schnell undstattlich. Schon 1498 befand sich eine Druckerei in Tübingen; Reuchlin undMelanchthon waren unter den Lehrern. Auch nach der Reformation standen ihreLehrer, besonders die tübingischen Theologen, eine lange Reihe von Jahren hin-durch bei allen Lutheranern in hohem Ansehen. Nur kümmerlich erhielt sich dieUniversität während des dreißigjährigen Krieges. Nach demselben sah man wiederin allen Wissenschaften von Zeit zu Zeit ausgezeichnete Männer auf den Lehrstüh-len. Eine Zeit erneuerter Blüthe schien für die hohe Schule beginnen zu wollenin den siebziger Jahren des verflossenen Jahrh, unter Herzog Karl. Allein sieblieb dennoch für ihn, weil man in Abhaltung des Einflusses der Regierung auf dieFonds und die Ersetzung der Lehrstellen lieber etwa« zu viel als zu wenig that, bloßStiefkind. Sein Herz hing an seiner Karlsakademie zu Stuttgart, welche haupt-sächlich in ästhetischer, künstlerischer und cameralistischer Bildung für WürtembergEpoche machte, und wofür nach der eilfertigen Zerstörung des vielseitig nützlichenInstituts nichts Ähnliches vorhanden ist. Unter König Friedrich begann zu Tü-bingen mehr Thätigkeit für die Medicin und die der Naturforschung nöthigen An-stalten. Auch in den andern Facultäten wurde das Lehrerpersonale vermehrt, undwissenschaftliche Preise in allen Facultäten wurden jedes Jahr zur Aufmunterungdtt Studjrendm vertheilt, Neu und nach libxralen Grundsätzen siyd die Verhält?