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11 (1830) T bis V
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Tscherkassim Tschlrnhausen

M. bis zu 12 Kanonen und 100 M. Die Soldaten, die zum Dienst auf diesenSchiffen gebraucht werden, heißen Tschaikisten, gehören zu den ungarischenGrcnztruppen, sind in dem Winkel, den die Donau und die Theis bei ihrer Verei-nigung in der ungar. Gcspanschaft Bacs machen, ansässig, und bilden ein Bataillon,das aus ungefähr 1100 Köpfen bestehen soll. Ihre Waffen sind Flinten, Muske-tonen, Säbel und Lanzen; die Wunden, welche mit den letztem gemacht werden,sollen sehr gefährlich sein. Diese Tschaiken sollen zur Beschützung der Donau, Savcund ThciS gegen die Unternehmungen der Türken dienen; Prinz Eugen machte inseinen Feldzügcn einen vorthcilhaften Gebrauch davon.

Tscherkassicn, s. Cirkassicn.

Tscherning (Andreas), ein deutscher Dichter des 17. Jahrh-, geb. 1611zu Bunzlau, studirte zu Breslau und begab sich, durch Kriegs-und Religions-unruhen vertrieben, nach Rostock, wo er 1644 Professor der Dichtkunst wurde. Erlebte bis 1659. Er gehört in s. lyrischen und epigrammat. Gedichten zu den glück-lichsten Nachahmern Opitz's, jedoch ohne eigne reiche poetische Anlage. Er hat ei-nen „Frühling" (Breslau 1642 — 49, Rostock daff.J.) und „Vortcab des Som-mers deutscher Gedichte" (Rostock 1655) geschrieben. Eine Auswahl daraus im7. Bd. von W. Müller's „Bibl. deutscher Dichter des 17. Jahrh."

Tschesme oder Dschesme, ein unbedeutender Ort an der OstküsteKleinasiens, der Insel Scios gegenüber, bekannt durch die Seeschlacht, in welcherdie Russen unter Orloff, Spiridoff und den in der russ. Marine angestellten Eng-ländern Elphinstone und Grcigh, in der Nacht vorn 5. auf d. 6. Juli 1770 die ganzetürkische Flotte verbrannten, welche sich unvorsichtigerwcise nach dem Tags zuvorstattgehabten Gefechte (in welchem die beiderseitigen Admiralschiffe in die Lust ge-flogen waren) in die enge und seichte Bucht nach Tschesme zurückgezogen hatte.Das Gelingen des großen Unternehmens verdankte man besonders der Kühnheit desruss. Schiffslieutenants Dugdale (eines Engländers), der seine Brander zwischendie feindliche Flotte führte, einen derselben mit eigner Hand an einem türkischenSchiffe befestigte, und nach vollbrachter That, an den Händen und im Gesichteverbrannt, sich schwimmend rettete. Greigh befehligte damals das Schiff, welchesAlexiS Orloff bestieg. Dugdale wurde russ. Contreadmical; da er aber die russ.Sprache nicht erlernen konnte, so erhielt er 1790 seine Entlassung mit Pension.Greigh starb als russ. Contreadmical zu Reval, wo ihm Katharina in der Domkircheein Denkmal von carrarischem Marmor errichten ließ. — Zum Gedächtniß derSchlacht erbaute Katharina H. in Petersburg einen Palast und nannte ihnTschesme. S. I. Castera's „Uist. äe Ostirerinv II " (Paris, an VIH , liv. VI).

Tschirn Hausen (Ehrenfried Walter, Grafv.), HcrrzuKislingswalde undStolzenbcrg, ein verdienter Mathematiker, Naturforscher und Philosoph, geb. 1651zu Kislingswalde in der Oberlaufltz. Seine Lieblingsbeschäftigung war von Ju-gend auf die Mathematik, die er auch zu Leyden mit großem Fleiße studirte. 1^ I.war er seit 1672 als Freiwilliger in holländ. Diensten, durchreiste dann Frankreich,Italien, Sicilien und Malta, und hielt sich in Deutschland besonders zu Wien auf.Überall beschäftigte er sich vorzugsweise mit der Mathematik, und als er 1682 zumdritten Male Paris besuchte, ward er daselbst in die Akademie der Wissenschaftenaufgenommen. Von da begab er sich wieder nach Holland, und dann aus seineGüter in Sachsen, wo er 1708 als kursächs. Rath starb. Während dieser länd-lichen Abgezogenheit beschäftigte er sich besonders mit optischen Arbeiten; er legte3 Glashütten an, sammt einer eignen Mühle zum Schleifen der Brenngläser,unter denen eins von außerordentlicher Größe und 160 Pfund schwer, sich nochjetzt im Cabinet der pariser Akademie der Wissenschaften befindet, welcher er esschenkte. Über die bewundernswürdigen Wirkungen desselben vgl. Brennglas.Auch Brennspiegel (s. d.) von seltener Vyllkommenheit brachte er zu Stande,