Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
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Truchmencn Trüffeln 405

des Fürsten zugezogen hatten und um Brot und Dienst gekommen waren, mitPensionen entschädigte. So bestand diese geheime Truche 1797, als der verstor-bene König von Würtemberg, noch als Herzog, u. d. N. Friedrich II., die Regie-rung antrat. 1804 griff er das landschaftliche Lassen- und Rechnungswesen über-haupt, daS nur in Verbindung mit der landschaftlichen Versammlung hätte revi-dirt werden sollen, einseitig an. Die Rechnungen sollten vorgelegt und abgehörtwerden, aber kurz zuvor, ehe die Räthe zur Untersuchung erschienen, hatte dieFrau des Landschaftssecrctarius Stockmaier dieselben, weil der Herzog einseitig keinRecht darüber hatte, weggeschafft. 1806 hob König Friedrich, nach angenomme-ner Königswürde, die ganze Verfassung des Herzogth. auf, um unbedingten Ge-horsam einzuführen. Die 1815 zusammenberufenen Stände des Königreichs er-klärten freiwillig, daß die für die Landcsversammlung als Bevollmächtigte des einenVertragtheils zu Erhaltung der Vertragsverfassung nöthigen, vom Lande gegebe-nen Gelder künftig unter einer öffentlichem Controle des Landes stehen, dennochaber, wie die Sache selbst es mit sich bringt, von dem Negierungscinfluß unabhän-gig sein sollten. Von der andern Seite aber begriff man zu gut, daß ohne Geldalles Reden in die Luft verfliegt. Man bestand darauf, daß die Ständeversamm-lung nicht einmal ihre Verhandlungen drucken zu lassen oder ihre Correspondenz zuführen Geld hatte. Das Äußerste war der Antrag, daß die Regierung (der eineVertragstheil) mitbestimme, über wie viel die Stände (die Vertreter deS andernVertragstheils) jährlich zu verfügen haben sollten.

Truchmenen, s. Turkmenen.

Truchseß, vapikor (nach der wahrscheinlichsten Ableitung die Übersetzungdes lat. Iriolinarill«), im Mittelalter ein vornehmer Hosbeamter, Seneschall,Steward, der über Küche und Haushalt eines Hofes die Oberaufsicht führte, beifeierlichen Gelegenheiten die erste Schüssel auf die Tafel seines Herrn trug und siedemselben überreichte. Die heutigen Oberküchenmeistcr sind nur ehemal. Unterbe-amte des Seneschalls. Nach der ehemal. deutschen Neichsversass. hatte der Kurfürstvon der Pfalz das Erztruchsessenamt. (S. Erzämter u. Erbämter.)— Dasalte rcichsgräfl., jetzt in mehren Ästen in Schwaben fürstl., in Preußen bloß als gräfl.,fortblühende Haus der Truchsesse von Waldburg, bisweilen auch bloß Truchseß ge-nannt, hatte schon in frühern Zeiten bei den schwäb. Kaisern die Truchscssenwürdeund erhielt 1525 von Karl V. das Vorrecht, sich Reichserbtruchseß zu nennen.

Truffaldino, s. Masken.

Trüffeln nennt man Schwämme von fast kugeliger Form, die auswen-dig schwarzbraun von Farbe und inwendig grauweiß, voll Adern und Zellen sind.Sie werden bekanntlich als Leckerei angesehen und in manchen Waldungen nebenden Wurzeln der Bäume unter der Erde gefunden. Die unter Eichen gesammeltenhält man für die besten, und es ist merkwürdig, daß sie sich verlieren, wenn daSHolz abgetrieben wird. Man sucht die Trüffeln mit Hülfe von Hunden, die durchihren scharfen Geruch das Dasein derselben wittern, welches man sonst nicht leichtentdecken würde. Es passen dazu besonders die Pudel. Um diese abzurichten, nähtman eine Trüffel in Leinwand, damit der Hund sie nicht fressen lerne, läßt sie ihnapportiren, versteckt sie nachher in die Erde, und befiehlt dem Hunde, sie zu su-chen. Auf diese Art gewöhnt sich der Hund sehr leicht daran, Trüffeln zu suchen.Doch muß man ihm, ehe er auf die Jagd genommen wird, nichts als einige Bis-sen Brot zu fressen geben. In Frankreich läßt man die Trüffeln auch von Schwei-nen aufwühlen, die man dazu abrichtet, indem man sie gewöhnt, wenn sie Trüf-feln gefunden, ihren Fund gegen Eicheln oder noch angenehmeres Futter zu ver-tauschen. In Mecklenburg und Pommern werden die Trüffeln, ohne Hunde undSchweine, von Menschen gesucht, die daran ein Kennzeichen der verborgenen Trüf-feln haben, daß die Erde über denselben ettpas aufgerissen ist. Auch sagt nzan, haß