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Lroygewicht Truche (geheime)
Frucht s. Philosoph. Studien war: „Blicke in das Wesen des Menschen" (Aarau1811). Jy dieser Schrift sprach T. als Naturphilosoph seine innigste Ueberzeu-gung über die innere Einigkeit der menschl. Natur und ihrer Entwickelung im Geistund Körper aus, und trug sie auch als Lehrer der Philosophie zu Luzern (seit 1820)in den verschiedenen Wissenschaften vor. Die neue Umwälzung der Dinge 1814störte ihn in seinen Wissenschaft!. Forschungen; als er nun seine Ansichten über dasWohl des Vaterlandes aussprach: „Ein Wort bei Umbildung eines Freistaates, voneinem seiner Bürger", verwickelte er sich dadurch in Mißhelligkeiten. Diese veran-laßten eine zweite Schrift: „Die Freiheiten und Nechtsame der Cantonbürgerschaft »Luzsrns, nebst einem Nachtrage" (1815). Verdächtig, dem Landvolke eins Bitt-schrift wegen Zurückgabe entrissener Rechte verfaßt zu haben, ward er in gesanglicheHast gebracht, und nur auf die Verwendung einer hohen Person von Schuld undStrafe freigesprochen. Nach diesem Unfälle ging er in einer polst. Sendung aber-mals nach Wien, und von da nach Potsdam und Berlin. In der Eongreßstadtschrieb er seinen interessanten Aufsatz: „Über die Schweiz". Nach seiner Rückkehr,1816, hielt er sich über ein Jahr in Aarau auf und gab mit Beitragen von Glutz-Blotzhcim, Vockc, Zschokke, Varnhagen von Ense u. A. das „Neue schweizerischeMuseum" heraus. Von s. Aufsätzen darin verdienen Erwähnung die „Über die Preß-frciheit" und „Über Eretinismus". In Münster begann er 1817 das „Archiv fürMedicin und Chirurgie". Bei allem Mißgeschick blieb er seinem Daterlande treu,schlug mehrmals den Ruf ins Ausland aus und übernahm 1820 zu Luzern dieLehrkanzel der Philosophie und Geschichte. Er lehrte mit allgemeinem Beifall undwirkte wohlthätig auf die Verbesserung des Erziehungswesens. Nach 2 Jahren er-schien : „Philosophische Rechtslehre der Natur und des Gesetzes, mit Rücksicht aufdie Irrlehren der Liberalität und Legitimität", gegen die Haller'sche Nestaurations-theorie gerichtet; hierauf: „Fürst und Volk nach Buchanan's und Milton's Lehre"(Aarau 1821). Diese Schrift benutzten seine Feinde, ihn von der Anstalt zu ent-fernen und seine trefflichen Einrichtungen zu vernichten. Da.schrieb T.: „LuzernsGymnasium und Lyceum, Beitrag zur Geschichte und Philosophie öffentlicher Er-ziehung", mit bitterer Freimüthigkeit eines tiefgekränkten Patrioten; er ward deß-halb angeklagt, aber freigesprochen. Noch gehört hierher s. „Offene Antwort aufChorherr Güglcr's öffentliches Schreiben an v. T.". Andre bemerkenswerthe Lei-stungen sind: „Was verloren ist, und wie wiederzugewinnen?" eine Rede von1822; „Die Kirchcnverbcsserung im 19. Jahrh."; in den „Kritischen Blättern" ,die kleine politische Spottschrift: „Hört, was Madame sagt!" Beiträge zu den„Europ. Blättern" und zu den „Unterhaltungsblätter» für Welt- und Menschen- !künde"; auch schrieb er als Vorsteher des Lehrvereins am polytechnischen Institutezu Aarau, wo er auch seine Medicinische Praxis fortsetzte, einige Programme undSchulreden, bis er am 30. Jan. 1830 den Ruf an die Universität zu Basel erhielt.
Troygewicht, das Markgewicht, dessen man sich in England und Hol-land beim Gold und Silber bedient.
Trübsinn, s. Melancholie.
Truche (geheime), nicht Trutz e, ist ein altherkömmlicher (s. die Haupt-urkunden der würtemb. Landesgrundverfassung, gesammelt von v. Paulus, Hei-delb. 18l 5), schon durch den Ausschußstaat von 1608 begründeter Kunstausdruckin der landschaftlichen Verfassung des ehemal. Herzogtbums Würtemberg, wel- 'cher seit der königl. Publication einer neuen Staatsverfassungsuikunde vom 15.März 1815 viel besprochen wurde. Der engere Ausschuß würtembergischer Prä-laten und Landschaft, welcher aus 2 Prälaten und 6 von der Landschaft bestand,und welcher seit dem durch den „Erbvergleich von 1770" beendigten Verfassungs-streite zwischen Herzog Karl und den Landständen, vermöge eines eigennützigen,stillen Einverständnisses zwischen dem zur Nachgiebigkeit genöthigten Fürsten und